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·8 janvier 2026

Halle-lujah: Der FC Bayern und der Budenzauber

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Das waren noch Zeiten: Die Winterpause lang, die Trikothosen kurz und in der Halle rollte der Ball. Ein Blick zurück zu einem Spektakel, das es so in dieser Form nie wieder geben wird. Oder etwa doch?

Die Fans des FC Bayern München sind wahrlich erfolgsverwöhnt. Denn der rote Riese aus der Säbener Straße hat den Anspruch jeden Wettbewerb, bei dem er teilnimmt, auch für sich zu entscheiden. Doch in der langen Erfolgsgeschichte des deutschen Rekordmeisters bleibt ein weißer Fleck, ein Titel, den man bis dato nie gewinnen konnte und womöglich auch nie gewinnen wird. Die Rede ist vom DFB-Hallenpokal oder auch DFB-Hallenmasters.


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Von 1988 bis 2001 veranstaltete der DFB in wechselnden Modi und nach ihrer Gründung in Zusammenarbeit mit der DFL ein Turnier, das den Fans die Wartezeit auf die Wiederaufnahme der Bundesliga im neuen Jahr überbrücken sollte. Und das Turnierformat war wahrlich ein Straßenfeger.

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Der FC Bayern in der Halle: Eine Zweckehe?

In Zeiten langer Winterpausen, in der Saison 1997/98 beispielsweise rollte zwischen dem 21.12.1997 und dem 30.01.1998 kein Ball, erfreuten sich Groß und Klein an den Stars und Sternchen, die bereitwillig im Warmen ihre Ballkünste zeigten.

Auch der FC Bayern schickte seine Stars, Mario Basler, Giovane Elber, Mehmet Scholl oder Carsten Jancker gehörten genauso zum Kader wie einige Jugendspieler um Berkant Göktan. Bei Borussia Dortmund gab sogar 25-Millionen-Mark-Einkauf Tomáš Rosický sein gelb-schwarzes Debüt unter dem Hallendach.

Und das alles, aus heutiger Sicht würde man sich vermutlich an den Kopf greifen, größtenteils ohne Schienbeinschoner. Der Budenzauber war ein Spektakel, eine willkommene Abwechslung für Spieler und Fans. Mario Basler gab unlängst im Kicker zu Protokoll, dass die Qualifikations- und Finalturniere immer schöne Wochenenden gewesen sein. „Man war nah an den Fans dran. Es hat immer Spaß gemacht, in der Halle zu spielen.“

Hallenfußball nicht lukrativ genug: Ab in den Süden

Doch warum wurde die Turnierserie, die die SpVgg Unterhaching als letzter Verein gewinnen konnte, dann eingestellt? Zum einen lag es daran, dass die Teams immer öfters die erste Garde hinter der Bande ließen und die Stars schonten. Auch der FC Bayern unter Ottmar Hitzfeld machte sich einst keine Freunde als er vor heimischem Publikum mit einer besseren C-Elf auflief und dementsprechend sportlich das Nachsehen hatte.

Ein weiterer Grund ist die zunehmende Belastung für das kickende Personal. Zur Saison 1999/2000 wurde die Champions League auf 32 Mannschaften ausgeweitet, eine zweite Gruppenphase wurde eingeführt und auch in der heutigen Europa League gab es ab der Saison 2004/2005 Gruppenspiele bevor es in die KO-Duelle ging.

Die Bundesliga-Vereine hatte nun andere Prioritäten und zogen im Winter den warmen Süden und gut dotierte Freundschaftsspiele einem Kick in der Halle vor. Im Jahr 2001 war also Schluss und man dachte eigentlich, dass Kleinfeld-Turniere für immer in der Schublade verschwinden würden.

Kleinfeld-Ligen als Konkurrenz zur Bundesliga?

Doch Ex-Profi Gerard Piqué könnte hier einen Stein ins Rollen gebracht haben. Der frühere Abwehrspieler, mit Spanien einst Welt- und Europameister, gründete 2022 die Kings League. Eine Fußball-Liga für Internetsternchen und Fußballpersönlichkeiten, die im 7-gegen-7 und mit einigen adaptierten Regeln die Herzen vornehmlicher junger Fans gewann. Die kostenfreien Streams auf Twitch verzeichnen auch heute noch hohe sechsstellige Views und sind damit reichweitenstärker als so mancher Kick in der Bundesliga.

Auf die Kings League folgte die Icon League (2023) und die Baller League (2024) die in Deutschland, teilweise unter der Schirmherrschaft von Größen wie Lukas Podolski und Mats Hummels, nach ähnlichen Erfolgen streben.

Das Konzept ist einfach: Man nehme ein paar Ex-Profis, ein paar Influencer und garniere das Spektakel mit ein paar neuen Regeln (Tore zählen in einer gewissen Spielphase doppelt, Spieler müssen im 1-1 spielen etc.). Alles Zutaten, die mehr Action versprechen als ein 0:0 zwischen der TSG Hoffenheim und dem VfL Wolfsburg an einem kalten Januarnachmittag vor 11.000 Fans.

Sind also Kleinfeldturnier, in der Halle oder im Freien, die große Bedrohung für den „normalen“ Fußball? Oder sind sie eine willkommene Abwechslung, eine Ergänzung zum Bundesliga-Alltag? Viel wird davon abhängen, wie sich die Vereine zu den Formaten positionieren.

FC Bayern Frauen gewinnen Kleinfeld-Turnier in Portugal

Als die FC Bayern Frauen nach Saisonende im Mai 2025 in Portugal die erste Ausgabe des World Sevens Football-Turnier gewannen, war der Aufschrei in Deutschland groß. Dabei ging es nicht unbedingt um den sportlichen Erfolg oder die Leichtigkeit, mit der sich das Team im Süden präsentierte.

Nein, der FC Bayern bekam für den Turniersieg und die Teilnahme richtig viel Geld. Geld, das die Konkurrenz auch gerne gehabt hätte. Der FCB konnte in Estoril binnen weniger Tage 2,5 Millionen US-Dollar gewinnen. Das ist in etwa die dreifache Summe, die die Münchnerinnen in der UEFA Champions League-Saison 2024/2025 erspielen konnten.

Es erscheint also naheliegend, dass bei solchen Preisgeldern die Reisebereitschaft der Klubs in Zukunft gegeben sein wird. Belastung hin oder her. Will sagen: In Zukunft wird nicht ausschließlich nur das Format darüber entscheidend sein ob es funktioniert, sondern auch das Preisgeld. Die Klub-Weltmeisterschaft in den USA wurde ja schließlich auch nur von denjenigen Vereinen kritisch gesehen, die daran nicht teilnehmen konnten.

„Normaler“ Fußball und Kleinfeld-Liga: Kann das gehen?

Ob die Hallenmasters, wo wir sie in den 1990ern Jahren kennen und lieben gelernt haben, aber jemals wieder zurückkommen? Womöglich nicht in der Urform, mit den ganzen Stars und Sternchen. Abwandlungen sind jedoch hingegen möglich. Streaming-Anbieter DAZN lud im März 2025 zur Infinity League ein.

Ein Turnier, bei dem „Next-Level-Action“ auf einem GlassFloor angepriesen wurde, mit interaktivien Features und Music-Acts der Extraklasse. Der BMW Park war ausverkauft, über 2,5 Millionen Fans an den Bildschirmen verfolgten das Geschehen. Und der FC Bayern konnte tatsächlich den Titel gewinnen, 12:8 im Finale gegen den BVB, dank Toren von u.a. Lucio und Julia Simic.

Und am 18. Januar will der FC Bayern erneut einen Pokal in den Händen halten, wenn der „Legends Cup“ im SAP Garden ausgespielt wird. Das von Philipp Lahm trainierte All-Star-Team um Jürgen Klinsmann, Arjen Robben und Mark van Bommel wird sich dabei mit dem BVB, Juventus Turin, Real Madrid, Celtic Glasgow und Eintracht Frankfurt messen.

Wenn sich jetzt noch Mario Basler das Torhüter-Trikot überstreift und durch die Halle dribbelt, ist die Illusion perfekt…

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