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·3 juillet 2026
Historisches Eigentor und Elfer-Drama: Ägypten bezwingt Australien und steht im Achtelfinale

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·3 juillet 2026

Konnte sich auch das dritte Team der Gruppe D für das Achtelfinale qualifizieren? Am Freitagabend bekam Australien dazu die große Gelegenheit gegen Ägypten, die die Gruppe G hinter Belgien als Zweiter abgeschlossen hatten. Für beide Teams war der jeweilige Gegner durchaus ein dankbares Los, ein klarer Favorit konnte im Vorfeld der Partie nicht ausgemacht werden.
Ägypten konnte bereits in der Vorrunde mit dem ersten WM-Sieg der Verbandsgeschichte (3:1 gegen Neuseeland) einen historischen Meilenstein abhaken, nun bot sich den Pharaonen die Gelegenheit, zum ersten Mal überhaupt in ein WM-Achtelfinale einzuziehen (die WM 1934 mit abgeändertem Turniermodus ausgenommen). Gegen Australien tauschte Trainer Hossam Hassan dafür auf gleich fünf Positionen. Abdelmonem und Fatouh (nicht im Kader), Lasheen (Gelbsperre), Saber und Trezeguet (Bank) rotierten aus der Startelf, dafür begannen Ibrahim, Hafez, Attia, Fathy und Man-City-Star Omar Marmoush. Australien dagegen nahm keine Wechsel in der Anfangsformation im Vergleich zum 0:0-Unentschieden gegen Paraguyay im letzten Gruppenspiel vor.
Die Socceroos kamen zu Beginn besser in die Partie und verzeichneten schnell die erste dicke Gelegenheit. Cristian Volpato fasste sich aus 20 Metern ein Herz, sein satter Versuch küsste die Oberkante der Latte (5.).
Ägypten um die Superstars Salah und Marmoush brauchte dagegen ein wenig, um auch offensiv in der Partie anzukommen, Dafür präsentierten sich die Pharaonen dann gnadenlos effizient. Eine Freistoßvariante von Emam Ashour wurde noch geblockt, den Abpraller brachte Linksverteidiger Hafez aber per Flanke zurück in den Sechzehner. Dort hatte Ashour auf Höhe des Fünfmeterraums nicht abgeschaltet und erzielte per Kopfballaufsetzer die frühe Führung für Ägypten. (13.)

Foto: Getty Images
Die Pharaonen hatten für den Moment ihren Soll getan und warteten zunächst auf eine Reaktion ihres Gegners. Die blieb allerdings aus, Torraumszenen blieben eine Rarität. Lange passierte nichts, dann prüfte Aziz Behich per Flachschuss Ägypten-Keeper Mostafa Shoubeir, der sich allerdings keine Blöße gab (35.).
Mehr gab es in Halbzeit Eins nicht zu beobachten. Die Führung für die Pharaonen war nicht unverdient, Ägypten war nach 45 Minuten auf einem guten Weg in die Runde der letzten 16 Mannschaften.
Zum zweiten Durchgang musste Socceroos-Coach Tony Popovic verletzungsbedingt wechseln. Für Jordan Bos ging es nicht weiter, er wurde ersetzt durch Kai Trewin. Vielleicht sorgte diese Umstellung für Unstimmigkeiten in der australischen Defensive, jedenfalls war Marmoush nach wenigen Sekunden auf einmal frei durch, schob den Ball vor Torhüter Patrick Beach aber knapp am rechten Pfosten vorbei (46.). Der ehemalige Frankfurter verpasste damit die große Chance, vorerst für klare Verhältnisse zu sorgen.
Das rächte sich wenig später. Aiden O’Neill brachte von halblinks eine Freistoßflanke scharf vors Tor, Ägyptens Rechtsverteidiger Mohamed Hany verlängerte den Ball mit dem Kopf unglücklich ins eigene Tor (55.). Australien gelang damit der umjubelte Ausgleich, schaffte es durch das Eigentor aber weiterhin nicht, zum ersten Mal in der Geschichte durch einen eigenen Spieler ein Tor in der K.O.-Phase einer WM zu erzielen. Den Socceroos war diese Statistik natürlich herzlich egal, historisch war das Tor dennoch. Hany verursachte im laufenden Turnier bereits zum zweiten Mal ein Eigentor, schon gegen Belgien in der Gruppenphase war ihm dieses Missgeschick unterlaufen.

Foto: Getty Images
All zu viel Risiko wollte im Anschluss an den Ausgleich keines der beiden Teams gehen. Auf ägyptischer Seite war auffällig, dass Superstar Mohamed Salah weiterhin fast vollständig abgemeldet blieb, Australien nahm die Liverpool-Legende erfolgreich aus dem Spiel.
Superstars brauchen aber oft nicht viele Momente um Einfluss auf ein Spiel zu nehmen. In der Nachspielzeit fand eine scharfe Flanke von Salah Innenverteidiger Ramy Rabia, dessen Kopfball wurde allerdings von Torhüter Beach glänzend entschärft. Ägypten war in der Schlussphase das bessere und aktivere Team, Haissem Hassans Versuch wurde gerade so von Souttars‘ Knie entscheidend abgefälscht (90+5.). Dann ging es in die Verlängerung, um die Australien mehr als froh sein konnte.
Die blieb verhältnismäßig ereignislos. Bis auf Abschlüsse von Salah (93.) und Attia (109.) passierte trotz ägyptischen Drucks wenig, in der Folge ging es ins Elfmeterschießen.
Australien entschied sich für einen besonderen Schachzug, Popovic wechselte den erfahrenen Keeper Matthew Ryan für den starken Patrick Beach ein. Zunächst einmal verschoss Teamkollege Souttar allerdings und brachte Ägypten den Vorteil. Saber traf souverän, dasselbe galt für Jackson Irvine, Rabia und Mabil. Auch Superstar Salah verwandelte abgezockt. Dann versagten Lucas Herrington die Nerven, der 18-Jährige traf nur die Latte. Ägypten hatte nun Matchball, Abdel-Maguid nutzte diesen und schoss die Pharaonen eine Runde weiter.
Durch den dramatischen Sieg vom Punkt gelingt Ägypten der Einzug ins WM-Achtelfinale. Dort treffen die Pharaonen auf den Sieger des Duells zwischen Argentinien und Kap Verde. Wird der Gegner wie erwartet die von Lionel Messi angeführte Albiceleste, ist Ägypten der große Außenseiter. Stören wird sie das nicht. Die WM ist für das Team von Hossam Hassan bereits jetzt schon ein großer Erfolg, das steht fest.







































