Jovana Damnjanović: Die nimmermüde Konstante | OneFootball

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·20 février 2026

Jovana Damnjanović: Die nimmermüde Konstante

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Wer dieser Tage, vor dem nächsten großen Duell gegen den VfL Wolfsburg (Sonntag, 16:20 Uhr im Liveticker auf fcbayern.com ), auf den Kader der FC Bayern Frauen blickt, sieht internationale Karrieren, Deutsche Meisterinnen, eine zweifache Europameisterin. Und dann bleibt der Blick hängen, auf eine Jahreszahl: 2017. Nur eine ist seitdem ununterbrochen dabei und hat jede sportliche Welle, jede Neuausrichtung, jeden Trainerwechsel, jede Meisterfeier und jede Finalniederlage miterlebt. Jovana Damnjanović ist die Dienstälteste im Kader der Münchnerinnen. In einem Geschäft, das von Beschleunigung lebt, verkörpert sie Beständigkeit. Seit Jahren. Ja, fast seit einem Jahrzehnt.

Ihr erstes Bundesligaspiel fand am 7. September 2013 statt. Damals wurde Jovi, wie sie von allen genannt wird, für den VfL Wolfsburg eingewechselt. Gegner: ausgerechnet Bayern München. Ein 1:1. Für die 18-Jährige aus Belgrad war es damals der Auftakt eines Kapitels, welches sie später zu einer der Identifikationsfiguren der Münchnerinnen machen sollte. Erinnern kann sie sich an jenen Tag noch sehr genau: „Ich kam kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit. Bayern war klar besser; wir hatten Glück. Lena Lotzen lief allein aufs Tor, umkurvte die Torhüterin und verschoss. Am Ende blieb es beim 1:1. Ich habe die Bilder noch vor Augen.“ Nun, vor dem nächsten Duell gegen den VfL, schließt sich einmal mehr der Kreis ihrer Laufbahn.


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Die, die blieb

Achteinhalb Jahre bei einem Verein sind im modernen Profifußball alles, aber definitiv nicht üblich. Die Münchnerinnen haben investiert, Strukturen geschaffen, internationale Strahlkraft entwickelt. Wer heute neu zum FCB kommt, trifft auf einen Club, der Maßstäbe setzt. Als Damnjanović 2017 kam, war vieles im Werden. Sie war 22, hatte Stationen in Wolfsburg und beim SC Sand hinter sich, gewann mit den Niedersächsinnen die Champions League. Sie hätte vielleicht auch anderswo unterschreiben können, doch sie entschied sich für München. „Mich hat das Projekt überzeugt. Ich war am ersten Tag am Campus und habe die Entwicklung von Anfang an mitgenommen. Was jetzt passiert, kann man mit damals nicht vergleichen. Auch was Bayern heute ist, die Spielerinnen, die wir haben, das ist ein riesiger Unterschied. Damals waren wir es noch nicht in der Art.“

Belgrad im Herzen, München im Alltag

Geboren ist sie 1994 in Belgrad. Fußball ist dort kein Sport, sondern ein Zustand. „Meine Kindheit war sehr schön. Wir, mein Bruder, Mama, Papa, Cousins, haben alle in einem Haus gewohnt. Es war laut, viele Kinder. Ich denke an unseren Garten und die vielen gemeinsamen Spiele.“ Der Weg zum Fußball begann beiläufig. „In der ersten Klasse spielten ein paar Jungs. Am Ende war die Zahl ungerade. Der Trainer sagte: ‚Du, komm ins Tor.‘ So fing alles an. Zu Hause sagte ich meiner Mama: ‚Ich spiele jetzt Fußball.‘ Sie meinte: ‚Aber du machst doch schon Karate und Basketball.‘ Ich sagte: ‚Nein, ich will Fußball.‘ Nach zwei Einheiten kam sie zum ersten Mal zum Training - und sah meine Leidenschaft. Seitdem haben mich meine Eltern jeden Tag unterstützt.“

Lehrjahre und Triumph in Wolfsburg

Der Wechsel 2013 zum VfL Wolfsburg war der Schritt ins europäische Spitzenregal. 2014 gewann sie dort, wenn auch als Ersatzspielerin, die Champions League. Ein Triumph, der ihr Selbstverständnis und ihre Ambitionen prägte. Gleichzeitig war die Zeit eine Schule der Härte. „Ich war 18, sprach kein Deutsch. Ich kam aus Belgrad, einer Zwei-Millionen-Metropole, und zog in eine kleine niedersächsische Stadt. Es war eine große Umstellung, im Fußball und darüber hinaus. Aber ich habe viel gelernt und Titel gewonnen. Für den Karrierestart im Ausland war es gut.“

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Dann kam der Wechsel, über die Zwischenstation Sand der Sprung auf die andere Seite, der Schritt in die bayerische Landeshauptstadt. Lieblingsmomente gegen den VfL gibt es seither einige: „Im Februar 2019 haben wir hier am Campus gespielt, am Ende 4:2 gewonnen, zu einer Zeit, als Wolfsburg sehr dominant war. Es stand schnell 3:0 für uns. Das war unser erster klarer Sieg gegen sie.“ Und: „Vor zwei Jahren haben wir in Wolfsburg 4:0 gewonnen. Da war klar: Wir werden Meister. Spiele gegen sie sind immer besonders.“

Die Neun im Wandel

Früher war Damnjanović die klassische Mittelstürmerin, die im Strafraum lauerte, halbhohe Flanken aufnahm, ihre Physis einsetzte. Heute ist sie flexibler: Sie rochiert, lässt sich fallen, überlädt Flügelzonen, bietet sich in Halbräumen an, presst und schließt Passwege. „Der Trainer weiß, dass ich flexibel bin, ob Flügel, Zehn oder Sturm. Er gibt mir Vertrauen – und momentan nutze ich es.“ Auch die Spielidee hat sich etwas verändert: „Früher spielten wir im letzten Drittel öfter zurück. Heute trauen wir uns mehr, gehen Risiken ein, sind direkter vor dem Tor.“

Jovi braucht keine großen Gesten. Loyalität zeigt sie darin, wie sie nach verlorenen Spielen im Kabinengang stehenbleibt, jüngere Mitspielerinnen auf die Schulter klopft, Trainingsübungen mit derselben Intensität absolviert wie Champions League-Abende. In einem Kader voller internationaler Stars ist sie Konstante, Gedächtnis, oft treibender Faktor. „Ich möchte mich nicht selbst loben, aber ich denke ich bin nicht unwichtig für die Mannschaft, auf dem Platz und daneben.“ Damit hat sie aber sehrwohl recht, bestätigen ihre Mitspielerinnen doch immer wieder ihren Stellenwert innerhalb des Teams. 

Kaffee als Kultur

Damnjanović fühlt sich wohl in München. Sie lebt für den FC Bayern, den Fußball. Und den Kaffee. In jener Materie entwickelte sie sich in den vergangenen Jahren zunehmend zur Expertin, die sie heute ist. „Ich bin langsam in die Szene eingestiegen: erste Siebträgermaschine, Heimröster, Ausbildungen. Schritt für Schritt. Irgendwann dachte ich: Das macht Sinn.“ Aus der Neugier wurde ein Projekt: 2024 startete ihr eigener Onlineshop für Kaffee, im Januar 2025 folgte das Café in Neuhausen-Nymphenburg: „Ich habe die Nine Fine Roastery eröffnet.“ Der Name ist biografisch: „Ich trage die Nummer neun. ‚Fine‘ steht für die Qualität unserer Bohnen. Meine Mama ist am 19.9. geboren, daher der Bezug zur Neun.“

Jenes Café ist neben dem Fußball am Nachmittag oder auch am Morgen ihre zweite große Leidenschaft. Bei allem Unternehmergeist bleibt die Priorität aber klar, wenn man sie auf ihre Berufswahl anspricht: „Ich sage immer: Ich bin Fußballspielerin. Das ist mein Hauptberuf. Alles andere begann als Hobby und ist jetzt ein bisschen mehr als das. Aber solange ich spiele, bleibt Fußball mein Hauptberuf.“ Jovi wirkt trotz aller Professionalität nie kühl, lacht laut, spricht offen. Es ist auch diese besondere gemeinschaftliche Art, die ihre Mitspielerinnen und die Fans seit Jahren so sehr an ihr schätzen.

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Jene Form des Umgangs überträgt sie in ihr Café. Man könnte auch sagen, dort gibt es Teamkultur zum Anfassen. „Als ich die Speisekarte erstellt habe, habe ich auch die Ideen meiner Mitspielerinnen einbezogen, was sie gerne essen, was in München fehlt.“ So entstand Konkretes: „Die Stahlmann Bowl ist von Linda Dallmann; wir haben sie zusammen entwickelt, unter anderem mit Beeren, Haferflocken.“ Und: „Es gibt natürlich auch das Gigi Spezial von Giulia Gwinn.“

Selbst die Kaffeemischungen, welche sie in ihrem Online-Shop anbietet, tragen Bedeutung: „‚Double Meister‘ habe ich gelauncht, als wir Meister wurden. Auf dem Etikett sind Giuli, Lea (Anm. d. Red.: Lea Schüller) und ich. Eine Erinnerung an unsere Freundschaft.“ So verbindet sie Leistungssport, Leidenschaft und Gemeinschaft. Tasse für Tasse. 

Das Duell als Spiegel

Nun richtet sich der Blick auf Sonntag. Wolfsburg gegen Bayern ist mehr als ein Spiel: die Frage nach der Vorherrschaft im deutschen Frauenfußball, Erinnerung an Endspiele, erkämpfte Meisterschaften, aber auch bittere Niederlagen. Für Damnjanović ist es auch eine Standortbestimmung. „Es sind zwei vergleichbare Mannschaften mit enormer Qualität. Ich genieße diese Spiele nicht mehr als andere, aber dieses Duell ist trotzdem immer besonders.“ Den Respekt formuliert sie klar: „Ich sage nicht, dass wir hier sind und Wolfsburg dort. Wir sind beide Topteams, es kann in beide Richtungen gehen. Man muss bei 100 Prozent sein.“ Und die Zutaten für den Sieg? „Wir brauchen jede Spielerin, Startelf und Bank. Wir müssen effizient sein, Wolfsburg wenig Chancen lassen und bei Standards extrem aufpassen, da sind sie sehr gefährlich. Aber: Wir sind Bayern.“

Vermächtnis und Gegenwart

Achteinhalb Jahre beim FC Bayern sind im modernen Fußball ein Bekenntnis. Vor dem Duell mit dem VfL steht nicht nur eine Stürmerin auf dem Platz, sondern eine Geschichte. Begonnen in Belgrad, Fahrt aufgenommen in Wolfsburg, Heimat gefunden in München. In einem Sport, der ständig nach dem Nächsten sucht, ist sie die, die blieb. Sie hat ihr Kapitel noch lange nicht zu Ende geschrieben.

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