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·3 juillet 2026

Klopp und die Klausel: Woran der DFB-Coup noch hängt

Image de l'article :Klopp und die Klausel: Woran der DFB-Coup noch hängt

Julian Nagelsmann ist zurückgetreten. Rund sieben Millionen Euro Abfindung, eine dreistündige Krisensitzung, vier Tage nach Paraguay. Das ist die Meldung. Die eigentliche Geschichte aber steht in einem Arbeitsvertrag bei Red Bull – und niemand weiß so genau, was drinsteht.

Goldene Brücke mit Preisschild

Der Reihe nach. Am Donnerstag saß Nagelsmann drei Stunden in der Frankfurter DFB-Zentrale, um das Sechzehntelfinal-Aus gegen Paraguay (3:4 n.E.) zu erklären. Präsident Bernd Neuendorf, Sportdirektor Rudi Völler, Geschäftsführer Andreas Rettig, dazu Hans-Joachim Watzke – die komplette Verbandsspitze legte ihm den Rücktritt nahe. Nagelsmann erbat sich Bedenkzeit. Eine Nacht später war die Entscheidung gefallen: Der 38-Jährige geht, Bild, Sky und RTL berichten übereinstimmend, die Abfindung soll bei rund sieben Millionen Euro liegen.


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Bemerkenswert ist die Kehrtwende. Noch in der Nacht des Ausscheidens hatte Nagelsmann bei MagentaTV erklärt, er stehe bereit und laufe nicht weg. Vier Tage später ist er weg. Man kann das als gesichtswahrende Lösung lesen, wie es der Verband gerne hätte. Man kann es auch beim Namen nennen: eine Entlassung im Rücktrittskostüm.

Alle Wege führen zu Klopp

Über den Nachfolger muss beim DFB niemand mehr lange nachdenken – die Öffentlichkeit hat die Entscheidung längst getroffen. Jürgen Klopp ist die Wunschlösung, daran lässt der Verband intern keinen Zweifel, und selbst Bastian Schweinsteiger sagte in der Sportschau, er glaube, dass es passieren werde. Der 59-Jährige selbst hat als WM-Experte bei MagentaTV alles getan, um die Debatte nicht zu beenden. Auf die Bundestrainer-Frage antwortete er ausweichend, er verstehe, dass sein Name genannt werde. Wer die Tür zuschlagen will, formuliert anders.

Sportlich wäre die Logik bestechend: Klopp lieferte direkt nach dem Paraguay-Debakel im Fernsehen die schonungslose Analyse, die der Verband erst noch erarbeiten muss. Der Mann hat einen Plan, bevor er den Job hat. Nagelsmann hatte am Ende den Job, aber erkennbar keinen Plan mehr.

Die Klausel, die es gibt – oder auch nicht

Bleibt das Kleingedruckte. Klopp steht bis Ende 2029 als „Head of Global Soccer“ bei Red Bull unter Vertrag, zuständig für sieben Klubs weltweit. Und über die Frage, wie er da rauskommt, kursieren derzeit drei Versionen – die sich gegenseitig ausschließen:

Die Frage ist also nicht, ob der DFB Klopp will. Das ist geklärt. Die Frage ist, ob ein Handschlag zwischen Klopp und Mintzlaff mehr wert ist als ein Vertrag bis 2029 – und was Red Bull dafür aufruft, ihn zu vergessen.

Ein Novum: Ablöse für einen Bundestrainer

Sollte tatsächlich Geld fließen, wäre das ein historischer Vorgang: Noch nie hat der DFB für einen Bundestrainer eine Ablöse gezahlt. Finanziell wäre es zu stemmen – der neue Ausrüstervertrag mit Nike soll dem Verband ab 2027 rund 100 Millionen Euro pro Jahr einbringen. Womit direkt der nächste Interessenkonflikt auf dem Tisch läge: Klopp ist seit Jahren Adidas-Werbegesicht. Der Bundestrainer als Botschafter des größten Konkurrenten des eigenen Ausrüsters – auch das müsste verhandelt werden.

Für Red Bull wiederum ist die Personalie eine seltene Gelegenheit. Der Konzern gilt vielen Fans als Feindbild des traditionellen Fußballs. Klopp günstig oder gar kostenlos für die Nationalmannschaft freizugeben, wäre der billigste Imagegewinn der Firmengeschichte. Mintzlaff weiß das. Klopp vermutlich auch.

September, Niederlande, Neustart

Viel Zeit bleibt nicht. Am 24. September wartet in der Nations League das Auswärtsspiel in den Niederlanden – nach dem Willen des Verbands bereits der erste Auftritt der neuen Ära. Parallel wackelt der Rest der sportlichen Führung: Über die Zukunft von Völler wird offen spekuliert, Geschäftsführer Rettig verlässt den Verband. Sollte Klopp kommen, kommt er mit Hausmacht – und der DFB ist in keiner Position, Bedingungen zu diktieren.

Der Verband hat seinen Wunschtrainer gefunden, die Nation hat ihn ohnehin längst gewählt. Ob er auch verpflichtet wird, entscheidet ein Konzern in Fuschl am See – und ein Handschlag, von dem niemand öffentlich sagen kann, ob er hält.

Häufige Fragen zur Bundestrainer-Nachfolge

Warum ist Julian Nagelsmann als Bundestrainer zurückgetreten?

Nach dem WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay (3:4 n.E.) legte ihm die DFB-Spitze in einer dreistündigen Krisensitzung in Frankfurt den Rücktritt nahe. Einen Tag später erklärte Nagelsmann laut übereinstimmenden Medienberichten seinen Rückzug. Die Abfindung soll bei rund sieben Millionen Euro liegen, sein Vertrag lief eigentlich bis zur EM 2028.

Wird Jürgen Klopp neuer Bundestrainer?

Klopp ist die klare Wunschlösung des DFB, Gespräche mit seinem Umfeld sollen zeitnah beginnen. Klopp selbst hat die Debatte nicht beendet, sondern erklärt, er verstehe, dass sein Name genannt werde. Eine offizielle Einigung gibt es noch nicht.

Hat Klopp eine Ausstiegsklausel bei Red Bull?

Genau das ist umstritten. Fabrizio Romano berichtet von einer Exit-Klausel, die ausschließlich für den DFB gilt. Kicker und Bild schreiben dagegen von einer rein mündlichen Absprache, Red-Bull-Chef Oliver Mintzlaff dementiert beides. Klopps Vertrag als „Head of Global Soccer“ läuft bis Ende 2029.

Müsste der DFB eine Ablöse für Klopp zahlen?

Laut Bild verlangt Red Bull eine Ablöse im einstelligen Millionenbereich. Es wäre das erste Mal in der Verbandsgeschichte, dass der DFB für einen Bundestrainer Ablöse zahlt. Finanziell gilt das dank des neuen Nike-Vertrags mit rund 100 Millionen Euro pro Jahr ab 2027 als machbar.

Wann spielt die Nationalmannschaft das nächste Mal?

Am 24. September 2026 tritt das DFB-Team in der Nations League in den Niederlanden an. Nach den Plänen des Verbands soll dort bereits der neue Bundestrainer an der Seitenlinie stehen.

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