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·20 avril 2026
Kommentar zum 1. FC Köln: Den Vorsprung gehalten, aber mit besorgniserregender Leistung

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Simon Bartsch
20 April, 2026
Eigentlich wollte der FC am 30. Spieltag den Erhalt der Klasse schon nahezu besiegeln und sich einen soliden Acht-Punkte-Vorsprung erarbeiten. Aber weit gefehlt. Am Ende der Partie gegen St. Pauli dürfen die Kölner sich sogar über einen eingefahrenen Punkt noch freuen.
René Wagner vom 1. FC Köln (Neil Baynes / Getty Images)
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„Europa wir kommen“, heißt die aktuelle Folge des Podcasts von Jonas Hector und Fabian Köster, in der sich die beiden FC-Verbundenen zu Beginn der vergangenen Woche über eine Rechnung amüsiert haben, nach der die Kölner nur drei Punkte vom internationalen Geschäft entfernt seien. Tatsächlich eine skurrile Vorstellung, nachdem sich der Club vor lauter Abstiegsangst vor gerade einmal vier Wochen vom Trainer trennte. Sollte es wirklich Optimisten geben, die diese Rechnung ernsthaft aufmachen wollten, so dürften diese spätestens am Freitagabend ihre Europa-Rechenschieber wieder in der Schublade verstaut haben. Und das nicht etwa, weil Mainz in der Conference League doch scheiterte und damit ein wichtiger Faktor dieser Rechnung wegfällt. Vielmehr, weil der FC im Duell beim FC St. Pauli eindrucksvoll bewiesen hat, dass er vielleicht doch noch nicht so weit ist, wie es die Euphorie rund ums Geißbockheim zuvor vermuten ließ.
Die Bilanz des neuen Trainers ist zweifellos eine ordentliche. Immerhin haben die Kölner seit dem Ende von Lukas Kwasniok in Köln kein Spiel verloren. Doch auch die Stellschrauben von René Wagner haben ganz offensichtlich Grenzen. Wie schon unter Kwasniok des Öfteren tat sich Köln am Freitagabend gegen einen direkten Konkurrenten ungewohnt schwer. Einen Konkurrenten, der bislang nicht durch die ganz große Torgefahr aufgefallen ist und auch gegen Köln über weite Strecken harmlos war. Nur waren die Kölner am Ende noch harmloser und hätten sich über eine Niederlage nicht beschweren dürfen. Nicht umsonst sprach Kapitän Marvin Schwäbe von einer der schlechteren Spiele, die er beim FC erlebt habe. In den meisten relevanten Statistiken waren die Kiezkicker sogar besser. Nur hat Wagner offenbar das unter Kwasniok abhanden gekommene Spielglück wieder für die Kölner entdeckt. Eine einzige Aktion in den Schlussminuten veränderte das Spiel, vor allem das Ergebnis, so dass der Vorsprung vor den Relegationsplätzen einigermaßen komfortabel erscheint.
Einigermaßen, denn mit Leverkusen kommt am 31. Spieltag eine Mannschaft nach Köln, gegen die der FC seit 2019 vor eigenem Publikum nicht mehr gewonnen hat und die nach dem schwachen Auftritt gegen Augsburg um den sicher geglaubten Champions-League-Platz bangen muss und dementsprechend kämpfen dürfte. Sollte der FC verlieren und Pauli gegen das Tabellenschlusslicht aus Heidenheim gleichzeitig gewinnen, dann betrüge der Vorsprung der Kölner eben nur noch zwei Punkte. Auch das ist natürlich spekulativ. Nur ist ein Eintreten dieses Szenarios doch deutlich realistischer und die Folge kann am Ende dramatischer sein. Der Druck dürfte dann zumindest noch einmal steigen. Und die Leistung von Freitag dürfte die ein oder andere Alarmglocke schrillen lassen. Im Gegensatz zu „hat Europa verpasst“ ist „hat den Klassenerhalt verpasst“ jedenfalls das weitaus schlimmere Übel.
Fakt ist: Rein nach dem Papier haben Wolfsburg und St. Pauli am Ende des Tages das leichtere Restprogramm. Das Gute: Die Kölner haben mit einem guten Polster alles weiter in der eigenen Hand. Doch René Wagner tut gut daran, möglichst schnell die richtigen Stellschrauben für das Saisonfinale zu finden. Es wäre ziemlich katastrophal, wenn schon bald eine Podcast-Folge „2. Liga, wir kommen“ heißen würde.









































