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·23 février 2026

Langjähriger Junioren-Chef Werner Kern feiert 80. Geburtstag

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Von Karl-Heinz Rummenigge über Bastian Schweinsteiger bis hin zu Toni Kroos: Wenn beim FC Bayern Talente den Weg in die Weltklasse fanden, war über Jahrzehnte Werner Kern mit im Spiel. Der ehemalige Abteilungsleiter Junioren- und Amateurfußball, der beim deutschen Rekordmeister Mitte der 70er auch als Assistent bei den Profis sowie als Amateurcoach historische Erfolge feierte, wird an diesem Montag 80 Jahre alt. Bis heute ist er dem Verein eng verbunden; als Anfang des Jahres Abschied von der Legende Peter Kupferschmidt genommen wurde, zählte beispielsweise auch er zu den Trauergästen. Bis heute geht er bei jedem Spiel mit: „Ich sage immer: Ich bin vom Fußball besessen. Und ich lebe den FC Bayern mit Leib und Seele.“

Herbert Hainer hat den Werdegang von Werner Kern aus nächster Nähe mitbekommen; der Jubilar war zwischenzeitlich auch 15 Jahre für adidas tätig, als der heutige Präsident des FC Bayern bei dem Sportartikelhersteller Vorstandsvorsitzender gewesen ist. „Ich möchte Werner Kern im Namen des FC Bayern sowie persönlich alles Gute zu seinem Geburtstag wünschen“, so Hainer, „ich weiß noch, wie wir beide zu unserer adidas-Zeit in Herzogenaurach hin und wieder für einen Kaffee zusammensaßen – wir hatten immer nur ein Thema: Fußball, und schon damals drehte sich bei uns alles um den FC Bayern. Man spürt immer, mit wie viel Leidenschaft Werner Kern am Ball ist.“ Als besonderes FCB-Präsent des Präsidiums und des Vorstands um den Vorsitzenden Jan-Christian Dreesen erhielt der Jubilar eine eigens für den Club designte Porzellan-Figur, die einen stilisierten Spieler des FC Bayern zeigt und vom Verein bei exklusiven Anlässen verschenkt wird. Der langjährige Vorsitzende des Verwaltungsbeirats, Eckhart Müller-Heydenreich, überreichte die Skulptur nebst einem aktuellen Home-Trikot.


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Nach mehreren Stationen als Spieler und Spielertrainer im bayerischen Fußball hatte sich Kern erstmals 1973 dem FC Bayern angeschlossen; unter den Trainern Udo Lattek und Dettmar Cramer betreute er die legendäre Mannschaft um Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Sepp Maier, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, zwischenzeitlich fungierte er interimsweise als Chefcoach. In dieser Zeit dominierte der Verein nicht zuletzt durch seine drei Landesmeister-Pokal-Siege in Serie den internationalen Spitzenfußball. Kern war zudem als erster Torwarttrainer Pionier, Sepp Maier sagte damals nach einer ersten gemeinsamen Probe-Einheit: „Super, das müssen wir genau so weitermachen!“

1977 suchte Kern neue Herausforderungen und kehrte 1998 über den Partner adidas an die Säbener Straße zurück, um als Abteilungsleiter die Jugend- und Amateurabteilung zu verantworten, im Laufe der Zeit führte er zudem mit Karin Danner die Frauenfußballerinnen des FC Bayern. Unter ihm begann der Club mit dem Auf- und Ausbau seines Nachwuchsleistungszentrums, das später in den FC Bayern Campus übergehen sollte. Ende 2012 verabschiedete er sich und übergab an Wolfgang Dremmler. Jochen Sauer, heute Direktor Nachwuchsentwicklung, suchte vor seinem Einstieg einige Male gezielt den Austausch mit Kern, obwohl dieser damals schon nicht mehr im Verein war. „Seine Impulse waren extrem hilfreich – er hatte immer ein breites Spektrum“, schwärmt er bis heute.

Anlässlich seines 75. Geburtstags hatte Kern im Mitgliedermagazin „51“ erklärt, wie er Talenten nachgespürt hat: Mit einem System, um das Potenzial eines Spielers erfassen zu können: Was kann er fußballerisch? Was kann er athletisch? Ist er fit? Ist er schnell? Spielt er gut mit? Wie ist er ohne Ball? Und, am wichtigsten: der Charakter. „Dieses Gerüst bin ich immer 100 Mal durchgegangen“, erzählte er. Was man braucht, um sich beim FC Bayern durchzusetzen? „Natürlich Talent. Dazu aber auch Ehrgeiz, Demut, Respekt. Du musst verstehen, dass du mehr arbeiten musst als jeder andere. Es ist eine Charaktersache – und der Charakter wird vom Elternhaus geprägt“, ist Kern bis heute überzeugt.

Als Rummenigge 1974 zum FC Bayern kam, war er als Erster nach Lippstadt geflogen, um diesen interessanten jungen Stürmer zu sichten; Bayern hatte einen Tipp bekommen, anfangs kannten sie nicht mal Rummenigges Namen. Kern war allzeit bereit – legendär ist auch die Geschichte, als er einmal im Münchner Westbad ausspannen wollte. Plötzlich eine Durch­sage: „Herr Kern, bitte zur Kasse!“ Trainer Dettmar Cramer war am Telefon, Kern sollte auf der Stelle nach Frankfurt fliegen, zur Gegner-Beobachtung – und er flog los: in Turnhose, T-Shirt und Badeschlappen.

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