come-on-fc.com
·15 mai 2026
Letztes Saisonspiel für den 1. FC Köln: Entscheidet der FC Bayern über Wagners Zukunft?

In partnership with
Yahoo sportscome-on-fc.com
·15 mai 2026


Simon Bartsch
15 Mai, 2026
Schon vor der Saison hatten sich die Kölner vorgenommen, dass die Entscheidung über die kommende Spielzeit vor dem letzten Saisonspiel gegen den FC Bayern München gefallen ist. Zwar sind die Geißböcke tatsächlich gerettet und doch geht es allem Anschein nach im Duell gegen den Rekordmeister um viel.
René Wagner vor dem Spiel gegen den FC Bayern
Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.



Rein sportlich hat die Situation etwas kurioses. Nur wenige Wochen nach seinem Amtsantritt hatte Lukas Kwasniok erklärt, dass er den Spielplan gar nicht so schlimm fände. Zudem hatte der Ex-Coach gesagt, dass er sich sicher sei, vor dem finalen Spieltag gegen die Bayern den Klassenerhalt in trockene Tücher gebracht zu haben. Nichts anderes war der Auftrag des Trainers. Das ist dem FC gelungen – allerdings am Ende ohne Kwasniok. Und obwohl der Abstieg verhindert wurde, könnte das Spiel gegen den Rekordmeister dann doch zu einem Schicksalsspiel werden. Wenn man so will, ist der Klassenerhalt wiederum unter René Wagner gelungen, der ebenfalls genau den als Saisonziel vorgegeben bekommen hat. Doch der ist offenbar dann nicht unbedingt eine Garantie für die Beförderung vom Interims- zum Cheftrainer. Zumindest hat sich der Ton nach der 1:3-Pleite gegen den 1. FC Heidenheim in Köln wieder ein wenig verändert.
Noch in der vergangenen Woche schien der Verbleib des Trainers in die kommende Saison recht sicher. Und das hat Gründe. In erster Linie hat Wagner den FC über die Ziellinie gebracht, das geforderte Ziel, den Klassenerhalt zwei Spieltage vor Saisonende eingefahren. Es ist natürlich nicht zu sagen, ob Lukas Kwasniok das nicht auch gelungen wäre. Fakt ist, dass Wagners kommunikative Art innerhalb der Mannschaft auf offene Ohren stößt. Gleich mehrere Spieler fühlten sich ganz offensichtlich vom Trainer abgeholt, performten zumindest zunächst besser. Das Beispiel Said El Mala zeigt, wie sich das Momentum eines Spielers durch ein wenig mehr Vertrauen verändern kann. Auch unter Kwasniok war der Offensivspieler zwischenzeitlich in der Spitze zu finden. Ein Versuch, der noch misslang. Nun scheint sich der 19-Jährige plötzlich auch auf der Position wohlzufühlen. Und der gute Draht besteht offenbar nicht nur zwischen Trainer und Spielern.
Auch den Staff, die Führungsebene, die Mitarbeiter erreicht der Coach mit seiner Art. Und Wagner gilt als akribischer Arbeiter, als Analyst, als Taktiker. Die sportliche Führung sieht in dem 37-Jährigen ein großes Trainertalent. Ein Talent, das auch bei anderen Clubs Interesse findet. Ob das Vertrauen aber grenzenlos ist, erscheint nach dem 1:3 am vergangenen Wochenende fraglich. Der Auftritt gegen Heidenheim war ein Offenbarungseid und er zeigte, dass Wagner der Mannschaft dann vielleicht doch nicht die erhoffte Stabilität bereits eingeimpft hat. Im Gegenteil, so wirklich überzeugend war nur die Begegnung gegen Leverkusen. Der Sieg über Werder Bremen, gepaart mit der Überzahl, kaschierte die spielerischen Mängel wie gegen Heidenheim und zuvor gegen St. Pauli. Dass der FC den Klassenerhalt früh in trockene Tücher gebracht hat, lag auch an der Schwäche der Konkurrenz. Mit 32 Punkten wäre man in den vergangenen zehn Jahren sieben Mal abgestiegen.
Und es ist nicht davon auszugehen, dass am Samstag weitere Zähler dazukommen werden. „Es ist eine Chance, sich auf dem allerhöchsten Niveau mit den besten Spielern in Deutschland, vielleicht sogar europaweit zu messen. Wir müssen mit voller Energie ins Stadion gehen und gucken, dass wir da dagegen halten“, so Wagner zu der anstehenden Herausforderung. Null Punkte würden wiederum bedeuten, dass Wagner bei einer Niederlage gegen den FCB auf einen Punkteschnitt von 0,85 kommen würde. Von den aktuellen Bundesliga-Trainern erreichten auf die gesamte Saison gesehen nur Alexander Blessin, Dieter Hecking und Frank Schmidt schlechtere Werte. Einen besseren wiederum erreichte Kwasniok (0,96).
Dann würden die Kölner zudem mit drei Niederlagen aus den letzten vier Spielen der Saison gehen. Wagner würde zumindest nicht unbelastet, ganz sicher nicht ohne Druck in die neue Spielzeit starten. „Es geht nicht darum, dass ich eine Chance für mich sehe, sondern ich sollte mit dem Staff zusammen eine Aufgabe erfüllen. Das haben wir geschafft. Wenn ich mir jeden Tag darüber Gedanken machen würde, würde es mir irgendwann nicht mehr gut gehen. Ich hoffe, dass ich diesen Job noch ganz ganz lange machen darf und in diesem Business noch lange arbeiten darf. Und da muss ich mich auf das konzentrieren, was ich beeinflussen kann. Das sind die Jungs in der Kabine, das ist der Staff um mich herum und die interne Kommunikation mit dem Verein. Alles andere kann ich nicht beeinflussen“, so Wagner. Der Auftritt seiner Mannschaft gegen Heidenheim lässt zumindest die Frage zu, ob der Coach denn auch wirklich immer die richtige Ansprache findet. Auch die disziplinarische Verfehlung von Jahmai Simpson-Pusey hat Spuren hinterlassen, allerdings wählte Wagner eine deutliche Reaktion.







































