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·30 mai 2026
Liverpools Trennung von Slot war alternativlos - und kommt nicht zu spät

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·30 mai 2026

Am Samstagnachmittag ließ der FC Liverpool überraschend die Bombe platzen. Die Reds haben sich von Trainer Arne Slot getrennt. Diese Meldung kam überraschend, da sich alle darauf eingestellt hatten, dass der Verein trotz der schwachen Saison 2025/26 am Niederländer festhält.
Passend dazu betonte Slot in den vergangenen Wochen und Monaten selbst, dass er das volle Vertrauen der Vereinsführung spüre und aufgrund seines gültigen Vertrags bis 2027 fest davon ausgehe, auch in der Saison 2026/27 an der Seitenlinie des LFC stehen zu dürfen. Doch nun kam alles anders.
Von dem Kredit, den sich Slot durch sein erfolgreiches erstes Jahr mit dem Meistertitel erspielt hatte, war im Winter schon nicht mehr viel zu spüren – zumindest nicht bei den Fans. Bei den Verantwortlichen war er bis zuletzt vorhanden, sonst wäre die Reißleine schon weitaus früher gezogen worden. Doch es war nicht nur eine Formkrise, mit der Liverpool in der abgelaufenen Saison zu kämpfen hatte.
Zwar schaffte es die Star-Truppe um Mohamed Salah, Virgil van Dijk und Florian Wirtz immer wieder, ihre Bestleistung abzurufen. So ist auch zu erklären, dass die desolate Saison mit der Qualifikation für die Champions League endete und man es in der Königsklasse immerhin bis ins Viertelfinale schaffte. Doch immer, wenn es danach aussah, als wäre Liverpool nach einer guten Leistung zurück im Geschäft, folgte unmittelbar darauf der nächste Einbruch. In einer Spielzeit voller Enttäuschungen ist es kaum möglich, den einen Tiefpunkt der Saison 2025/26 zu benennen. Liverpool fehlte es schlicht an Konstanz – und an einem Trainer, der die Mannschaft erreicht, wie es Jürgen Klopp selbst in schweren Zeiten tat.

Das Verhältnis zwischen Mohamed Salah und Arne Slot galt als stark angespannt | Catherine Ivill - AMA/GettyImages
Die Geduld der Fans war also längst aufgebraucht. Slot verlor nicht nur in den sozialen Medien, sondern auch im Stadion die Rückendeckung. Besonders einprägsam waren die Buhrufe bei der Auswechslung des Supertalents Rio Ngumoha gegen den FC Chelsea. Sie galten nicht dem 17-Jährigen selbst, sondern dem Niederländer, der Ngumoha – wie sich später herausstellte sogar unfreiwillig – auswechselte.
Und wer weiß, vielleicht war genau diese Szene der ausschlaggebende Moment, in dem die Verantwortlichen ihren ursprünglichen Plan, mit Slot weiterzumachen, doch noch über den Haufen warfen. Bitter ist in diesem Zusammenhang, dass Xabi Alonso nur wenige Tage später beim FC Chelsea unterschrieb. Er war – zumindest unter den Fans – die absolute Wunschlösung für den Trainerposten. Die Rede war von einem "Perfect Match", schließlich gehört der Baske, der einst selbst bei Liverpool spielte, zu den vielversprechendsten Trainern auf dem Markt.

Andoni Iraola wird wohl in Liverpool den nächsten Schritt machen | NurPhoto/GettyImages
In diese Kategorie ist jedoch auch Andoni Iraola einzusortieren, der offenbar Slots Nachfolger wird. Bei allem Ärger über die verpasste Chance, Alonso nach Anfield zu holen, sollten sich die Fans über den 43-Jährigen freuen, sofern sich die Medienberichte bewahrheiten. Denn im Gegensatz zu Alonso kennt Iraola die Premier League auch als Trainer und hat in den vergangenen drei Jahren beim AFC Bournemouth überragende Arbeit geleistet. Trotz schmerzhafter Abgänge von Leistungsträgern wie Antoine Semenyo, Dean Huijsen oder Milos Kerkez führte Iraola die Cherries erstmals in der Vereinsgeschichte ins internationale Geschäft – und wurde dort tränenreich verabschiedet.
Ebenso wie Alonso hat auch Iraola eine Anstellung bei einem Topklub wie dem FC Liverpool verdient. In der neuen Saison werden sich die beiden baskischen Trainer dann erstmals gegenüberstehen. Erst danach wird sich beurteilen lassen, ob Slots Entlassung wirklich zu spät kam.
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