Borussia Dortmund
·14 mars 2026
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·14 mars 2026
Was waren die Gründe für Deinen Wechsel zu Borussia Dortmund?„Ich habe immer offen darüber gesprochen, dass ich Dortmund-Fan bin. Als damals der Aufruf der Fans kam, dass es Frauenfußball auch in Dortmund geben soll, habe ich mich darüber gefreut und das Thema anschließend auch verfolgt. Für mich ist ausschlaggebend gewesen: Ich komme langsam Richtung Ende meiner Karriere. Ich habe viele Verletzungen hinter mir und weiß nicht, wie schnell es vielleicht vorbei sein kann. Deshalb möchte ich die Chance nicht verpassen, im Trikot von Borussia Dortmund aufzulaufen. Mein Herz schlägt für diesen Verein und deswegen habe ich mich für Dortmund entschieden.“
Du hast in den vergangenen Wochen aber auch immer wieder betont, dass es eigentlich eine Bauchentscheidung ist. Wie sehr hat das Herz bei dieser Entscheidung mitgesprochen? Wie laut war es?„Es war schon extrem laut. Man hat gemerkt, dass Dortmund sich immer besser entwickelt. Sie sind in jedem Jahr aufgestiegen und machen eine gute Arbeit. Das Interesse des BVB hat mich vom ersten Moment an stolz gemacht und ich hatte direkt ein großes Grinsen im Gesicht. Trotzdem musste ich natürlich auch gewisse Dinge abwägen. Ist es wirklich richtig? Dafür brauchte ich meine Zeit.“
Warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt?„Ich habe in den vielen Jahren beim VfL Wolfsburg extrem viel erlebt. Ich durfte viele Titel sammeln, ich durfte dort mitentwickeln. Das war eine sehr spannende und sehr aufregende Zeit. Ich glaube, dass jetzt ein Moment ist, in dem ich auf meinen Körper hören muss. Ich möchte nicht den Zeitpunkt und die Chance verpassen, das Dortmund-Trikot überstülpen zu können. Deswegen habe ich gesagt: Wenn nicht jetzt, wann dann? Für mich ist es außerdem sehr spannend, dieses Projekt mit weiterzuentwickeln Ich möchte mich nicht in ein gemachtes Nest setzen und sagen: Ich nehme das Trikot jetzt noch mal mit. Dann habe ich es getragen und danach höre ich auf. Das bin ich nicht. Deswegen glaube ich, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um noch mitzuentwickeln und irgendwann die Karriere zu beenden.“
Bemerkenswert ist, dass diese Liebe zu Borussia Dortmund keine Ligazugehörigkeit kennt, denn ob wir in die 2. Bundesliga aufsteigen, ist noch nicht klar. Aktuell kann es auch sein, dass wir in der Regionalliga bleiben. Warum hast Du trotzdem dieses klare Bekenntnis gegeben?„Das war natürlich auch ein Punkt, über den ich mir Gedanken gemacht habe: Willst du das? Kannst du das? Zweite Liga, Regionalliga – das ist nun mal ein großer Unterschied zur ersten Liga und auch zur Champions League, in der ich dieses Jahr noch gespielt habe. Mir war aber auch klar: Wenn ich mich dafür entscheide, dann muss ich auch alles mitnehmen und dann will ich auch alles mitnehmen. Ich will keine Extrawurst, sondern bin voll und ganz dabei. Ich habe mich entschieden, alles mitzunehmen. Dazu gehören auch solche Steps.“
Du bist immer maximal ambitioniert. Seitdem Du im Profifußball bist, spielst Du um nationale und internationale Titel. Das ist bei Borussia Dortmund erstmal nicht der Fall. Mit welchen Zielen nimmst Du Deinen Weg bei Borussia Dortmund in Angriff?„Man kennt den Plan von Borussia Dortmund: Sie möchten schnellstmöglich in die erste Liga. Ich möchte unterstützen, dass man sich so schnell wie möglich in der ersten Liga wiederfindet und sich dort etabliert. Aber jetzt muss man erst einmal schauen, in welcher Liga ich starten werde. Dann will ich zusammen mit der Mannschaft den Aufstieg ins Visier nehmen. Neben dem Platz will ich unterstützen: Wie professionalisieren wir weiter? Wie geht es infrastrukturell weiter? Was braucht es noch? Das ist auch spannend. Ich habe viel erlebt und hier ist man im Aufbau. Deswegen möchte ich nicht nur auf dem Platz das Ganze mittragen, sondern auch neben dem Platz.“
Wie ist Deine Wahrnehmung von dem, was hier bei Borussia Dortmund in den vergangenen sechseinhalb Jahren entstanden ist?„Ich habe die Entwicklung von Anfang an verfolgt. Man muss den Hut davor ziehen, jedes Jahr aufgestiegen zu sein. Das ist nicht selbstverständlich und nicht so einfach, auch wenn es Amateurligen sind. Neben dem Platz wird auch gut gearbeitet, wenn man an Trainingslager, Testungen, Verletzungsprävention denkt. Das ist schon eine andere Nummer und geht in Richtung Professionalität. Es ist schön zu sehen, dass nicht einfach nur daher gesagt wurde, in die erste Liga zu wollen, sondern es steckt wirklich Herzblut und viel, viel Arbeit dahinter. Das hat man von Jahr zu Jahr gesehen, auch mit den Transfers in jedem Sommer. Wenn man jetzt auch noch weiß, dass ein Trainingszentrum für die Frauen gebaut wird – da können sich einige Frauen-Bundesligisten eine Scheibe von abschneiden.“
Du hast das BVB-Trikot schon als kleines Mädchen, als Fan getragen. Was bedeutet es Dir, dieses BVB-Trikot mit Deinem Namen als Spielerin zu tragen?„Um ehrlich zu sein, ist es noch ein bisschen verrückt, wenn ich darüber nachdenke. Ich habe genau ein Bild vor Augen, wo ich als kleines Mädchen im Dortmund-Trikot mit Käppi und Fahne im Westfalenstadion stehe. Jetzt das Wissen zu haben, offiziell mit diesem Trikot auflaufen zu dürfen, macht mich stolz. Ich will nicht von einem Kindheitstraum sprechen, weil es keine Frauenabteilung bei Borussia Dortmund gab, als ich noch klein war. Aber von dem Moment an, als die Frauenabteilung gegründet wurde, hatte ich immer in meinem Kopf: Es wäre schön, dieses Trikot mal zu tragen. Dass es jetzt so weit ist, ist total verrückt, aber ich freue mich wahnsinnig.“
Dein neues Wohnzimmer wird das Stadion Rote Erde. Was hast Du von den Spielen der BVB-Frauen dort schon mitbekommen, von den Fans, von den Zuschauerzahlen? „Ich habe schon einiges mitbekommen. Das erste Derby habe ich im Fernsehen gesehen. Es war verrückt, wie viele Menschen da ins Stadion gekommen sind. Das DFB-Pokalspiel gegen Bayern München habe ich mir auch angesehen. Da hat man gesehen, was möglich ist. Die Rote Erde war ausverkauft. Darauf freue ich mich, das macht richtig Spaß. Ich freue mich einfach, für Dortmund aufzulaufen – in der Roten Erde und vielleicht ja auch mal im Signal Iduna Park. Das würde mich besonders freuen. Mal schauen, was passiert.“
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