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·17 juin 2026

Messis sechste WM: Der GOAT, der einfach nicht aufhört

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Es gibt Momente, die eine Debatte nicht beenden – sondern schlicht überflüssig machen. Kansas City, 17. Juni 2026. Lionel Messi, 38 Jahre alt, erzielt drei Tore, feiert sein 200. Länderspiel und egalisiert Miroslav Kloses WM-Torrekord. Wer nach diesem Abend noch diskutieren will, diskutiert um des Diskutierens willen.

Nicht mehr derselbe – und trotzdem besser als alle anderen

Die Kritik der vergangenen Jahre war nicht erfunden. Messi läuft weniger. Er presst kaum. In der MLS bei Inter Miami verwaltet er über weite Strecken seine Kräfte, taucht auf, wenn er gebraucht wird, und verschwindet wieder. Man konnte das als Anzeichen des Endes lesen. Man kann es auch anders lesen: als eine Kunst für sich.


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Scaloni hat seine Taktik exakt darauf abgestimmt. Messi bespielt die Räume zwischen den Linien, sucht keine Duelle mehr, meidet physische Zweikämpfe und wartet auf den Moment, in dem ein Blick, ein Schritt, eine Positionierung den Unterschied macht. Gegen Algerien funktionierte dieses Konzept geradezu lehrbuchhaft. Drei Torchancen, drei Tore. Eine Effizienz, die keiner anderen Erklärung bedarf als dieser: Er versteht das Spiel immer noch besser als jeder andere auf dem Platz.

Thomas Müller, der Messi aus jahrelanger Rivalität kennt und heute selbst bei Vancouver in der MLS kickt, brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: ein Ziegen-Emoji, kein weiterer Kommentar. Manche Dinge erklären sich von selbst.

Drei Tore, drei verschiedene Arten, Klasse zu zeigen

Das 1:0 war pure Technik: De Paul mit dem Vertikalpass, Messi mit dem Distanzschuss ins rechte obere Eck. Kein Anlaufen, kein Zögern. Das 2:0 war Instinkt – der Abstauber nach Zidanes Patzer, weil Messi schlicht dort steht, wo Tore fallen. Das 3:0, in der 76. Minute, war Ästhetik: Querpass von González, kurzes Annehmen, Schlenzer ins linke untere Eck. Auf den Tag genau zwanzig Jahre nach seinem ersten WM-Treffer gegen Serbien und Montenegro traf er so, als wäre die Zeit stehengeblieben.

Nicht stehengeblieben ist die Rekordliste. Mit Tor Nummer 16 holte Messi Miroslav Klose ein – einen Rekord, der seit dem Finale von Brasilien 2014 als uneinholbar galt. Klose brauchte vier Turniere und 24 Einsätze dafür. Messi steht nun bei sechs Turnieren, noch mit mindestens zwei weiteren Gruppenspielen vor sich.

Was diese Zahlen wirklich bedeuten

Zahlen erzählen selten die ganze Geschichte. Hier schon. Wer sechs Weltmeisterschaften auf dem Platz steht, wer in seinem 200. Länderspiel einen Hattrick erzielt, wer mit fast 39 Jahren den ältesten WM-Hattrick der Geschichte schießt – der hat nicht überlebt. Der hat sich reinventiert.

Der 200. Auftritt als Kernmoment einer Karriere

Messis erstes Länderspiel war am 17. August 2005, ein Freundschaftsspiel gegen Ungarn. Er wurde in der 74. Minute eingewechselt, sah wenig später die Rote Karte nach einem Ellenbogenstoß und verließ den Platz, bevor er ihn wirklich betreten hatte. Von dort bis zum 200. Einsatz, bis zum Hattrick von Kansas City, führt ein Weg, der alles enthält: Finalniederlagen, Weltmeistertitel, Copa-América-Triumphe, Rücktritts-Ankündigungen, Comebacks. Es wäre melodramatisch, diesen Abend als Schlusspunkt zu beschreiben. Er ist kein Schlusspunkt. Er ist ein weiterer Satz in einem Absatz, der nicht endet.

Messi selbst sagte nach dem Spiel, er denke nicht an Rekorde, sondern an das gemeinsame Ziel. Solche Sätze klingen oft wie PR-Formeln. Bei ihm wirken sie wie eine Beschreibung der Wahrheit – denn genau so spielt er. Kein Ego-Fußball, kein Posieren. Nur Effizienz im Dienst der Mannschaft.

Was das für den Rest des Turniers bedeutet

Argentinien hat Algerien ohne nennenswerten Widerstand bezwungen. Österreich und Jordanien warten noch in der Gruppe, dann kommt die K.o.-Runde. Für die Konkurrenz ist die Botschaft des Auftakts deutlich: Dieser Titelverteidiger schleppt sich nicht durch ein Turnier. Er eröffnet es mit einem Hattrick und einem Rekord.

Scaloni hat eine Mannschaft, die ohne Messi funktioniert – Lautaro, Álvarez, Mac Allister, Enzo Fernández. Das ist keine Schwäche, das ist strukturelle Stärke. Und Messi, der weiß, dass jede Minute zählt, spielt entsprechend: fokussiert, kaltblütig, ohne Energieverschwendung. Wenn er das Tempo hochhält, ist Argentinien der schwierigste Gegner dieses Turniers. Nach dem Abend von Kansas City zweifelt daran kaum noch jemand.

Der „Daily Mail“ war es vorbehalten, die Frage auszusprechen, die viele beschäftigte: Wie viel Energie hat Messi noch übrig? Ein Spiel hat gereicht, um die Antwort zu liefern. Mehr als genug.

FAQ

Häufige Fragen zu Messis WM-Auftritt

Wie viele WM-Tore hat Messi nach dem Spiel gegen Algerien?

+

Nach seinem Hattrick gegen Algerien (17., 60. und 76. Minute) kommt Messi auf insgesamt 16 WM-Tore und egalisiert damit den Allzeit-Rekord von Miroslav Klose, den der Deutsche über vier Turniere zwischen 2002 und 2014 aufgebaut hatte. Mit den verbleibenden Gruppenspielen gegen Österreich und Jordanien sowie einer möglichen K.o.-Runde hat Messi noch mehrere Gelegenheiten, den Rekord allein zu brechen.

Bei wie vielen Weltmeisterschaften hat Messi gespielt?

+

Mit seinem Einsatz gegen Algerien nahm Messi als erster Feldspieler der Geschichte an sechs Weltmeisterschaften teil: 2006 in Deutschland, 2010 in Südafrika, 2014 in Brasilien, 2018 in Russland, 2022 in Katar (Weltmeister) und 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Seinen ersten WM-Einsatz hatte er am 16. Juni 2006 – genau zwanzig Jahre vor dem Hattrick-Abend von Kansas City.

Was macht Messis Rolle bei der WM 2026 taktisch besonders?

+

Trainer Scaloni setzt Messi nicht mehr als Dauerbrenner über 90 Minuten ein, sondern positioniert ihn als spielintelligente Schaltstelle zwischen den Linien. Messi meidet physische Duelle, minimiert unnötige Laufwege und konzentriert seine Energie auf entscheidende Momente. Das Ergebnis ist extreme Effizienz: Gegen Algerien entstanden aus drei verwertbaren Chancen drei Tore.

Was bedeutet Messis 200. Länderspiel historisch?

+

Mit dem Auftaktspiel gegen Algerien absolvierte Messi sein 200. Länderspiel für Argentinien – ein Meilenstein, den vor ihm kein argentinischer Spieler erreicht hat. Sein Debüt datiert auf den 17. August 2005. In den 21 Jahren dazwischen erzielte er in Nationaltrikot-Spielen insgesamt 118 Tore.

Wer hält den Rekord als ältester Hattrick-Schütze bei einer WM?

+

Diesen Rekord hält seit dem 17. Juni 2026 Lionel Messi. Mit 38 Jahren und knapp elf Monaten überbot er Cristiano Ronaldo, der seinen WM-Hattrick 2018 gegen Spanien im Alter von 33 Jahren erzielte. Messi ist damit auch der älteste Spieler, der bei einer WM zwei oder mehr Tore in einer Partie erzielte – eine Marke, die zuvor dem Kameruner Roger Milla gehörte.

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