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·19 juin 2026

Müller-Mania in Nordamerika: TV-Experte mischt die WM auf

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Eine Sache musste Thomas Müller dann doch klarstellen. All die Fans, die im Herzen New Yorks einen Blick auf ihr Soccer-Idol aus Germany erhaschen wollten, kreischten „Muller, Muller“, da setzte er sein spitzbübisches Lächeln auf und korrigierte: Nein, nein, es heiße „nicht Muller, es heißt Müüüller“, rief er den Anhängern aus aller Welt auf Englisch zu. In Deutschland gebe es ja schließlich „diese verrückten Punkte auf dem U“. Die Menge johlte – schon wieder.

Eigentlich sollte Müller im German House of Soccer, der Fanzone des DFB in Manhattan, nur als „Deutscher Fußball Botschafter“ ausgezeichnet werden. Aus der Ehrung machte „Radio Müller“ aber plötzlich eine „Liveshow“, die als Paradebeispiel dafür diente, weshalb der 36-Jährige überall dort, wo er auftaucht, die Herzen erobert. Auch bei dieser Fußball-WM, mal abgesehen von den Wirrungen ums „Noch“-Gate.


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Müller geht in Expertenjob auf

Vor allem über die deutschen TV-Bildschirme flimmert Müller dieser Tage. Und wenn er dort nicht mit Jürgen Klopp über eine Ablösung von Julian Nagelsmann herumalbert, seinen Ex-Kollegen Sadio Mané zum Toreschießen auffordert oder „den kleinen Teddybären“ Bastian Schweinsteiger knuddelt, dann analysiert er locker, sympathisch, aber mit der nötigen Tiefe die WM-Spiele. Und er lernt dazu: „Du sollst nicht jeden Witz machen“, sei sein Learning aus der „Noch“-Episode um den Bundestrainer, „aber wir sollten uns in Deutschland auch mal ein bisschen locker machen.“

Und obwohl er „zu wenige Tore geschossen“ habe, damit Nagelsmann wegen eines Comebacks angerufen hätte, genieße er das WM-Gefühl nun sehr, sagte Müller augenzwinkernd. Seit seinem furiosen Debüt 2010 besitzt er ein besonderes Verhältnis zu Endrunden. Und zum DFB-Team. Dieses, forderte er, dürfe nicht mit Erwartungen überladen werden, es sei eher in einem „2010er-Modus“: jung, vielversprechend, aber noch nicht am Ende der Entwicklung.

Das war auch er nicht, als er sich nach 25 Bayern-Jahren ins Abenteuer Vancouver stürzte. Inzwischen ist er mehr als nur der Lausbub aus dem oberbayrischen Pähl: Müller trägt Vollbart, er schwärmt von Kanada, Vancouver und den Whitecaps, mit denen er nach der Finalpleite gegen Miami und Lionel Messi einen neuen Titelangriff gestartet hat. Sein Englisch habe sich verbessert, sein Horizont sei größer, auch das erzählt Müller zwischen all den Witzen, die er in der deutschen Vertretung reißt.

Fußball spielt Müller derzeit weniger, die Liga in Nordamerika pausiert. Doch zwischen MagentaTV-Mikrofon und Fantrubel muss er sich fit halten, ab Mitte Juli rollt der Ball wieder. Am Donnerstag ging sein Plan dafür aber nicht auf. In New York wollte Müller zum Training, er habe sich extra ein Fahrrad geschnappt. Weil sich die US-Metropole aber wegen der Titelparade der New York Knicks im Ausnahmezustand befand, sei er nicht durchgekommen.

Auch wenn so wirkte, in New York dreht sich doch nicht alles nur um Müller.

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