FC Bayern München
·23 mars 2026
Ofli, Pavić, Osmani: Gesichter des Campus-Wegs

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·23 mars 2026

Deniz Ofli war gerade erst auf dem Feld, da war er schon mittendrin. Minute 56, linke Seite, Höhe Mittellinie. Gerade eingewechselt, ging der 18-jährige Linksverteidiger sofort ins Pressing, setzte energisch gegen Raoul Bellanova nach, gewann den Ball und schaltete in derselben Bewegung um. Ofli schaute hoch, erkannte die Situation, legte in die Mitte zu Harry Kane. Der spielte direkt weiter, Luis Díaz fand Lennart Karl – und unsere Nummer 42 vollstreckte mit links zum 3:0 ins lange Eck. Kane drehte sich um und klatschte mit Ofli ab. Er selbst wirkte, als könne er sein Glück kaum fassen, lachte und wurde von seinen Mitspielern sofort geherzt.
Es ist eine dieser Szenen, die einen Abend tragen. Und es ist eine, die viel darüber erzählt, was dieser 4:1-Erfolg des FC Bayern gegen Atalanta Bergamo für den deutschen Rekordmeister auch war: nicht nur ein starker Auftritt in einem Champions League-K.-o.-Spiel, sondern auch ein weiterer Moment für den eigenen Nachwuchs. Mit Ofli und dem 16-jährigen Filip Pavić feierten gleich zwei am FC Bayern Campus ausgebildete Spieler ihr Profidebüt. Zwei junge Spieler, die auf dieser Bühne nicht ehrfürchtig wirkten, sondern bereit.
„Einige der jungen Spieler haben heute ihr Debüt gefeiert, das war großartig“, sagte Harry Kane nach der Partie. Und auch Jan-Christian Dreesen betonte, wie sehr diese Einwechslungen für den Weg des Clubs stehen: „Es ist toll, dass Vincent auch die beiden jungen Spieler gebracht hat. Wir haben eine Menge Potenzial, wir machen eine gute Jugendarbeit."
Gerade bei Ofli war dieses Potenzial in seinem ersten Moment sofort zu sehen. Der türkische Abwehrspieler mit der Rückennummer 34 war kaum auf dem Platz, da griff er schon entschlossen ein – mutig gegen den Ball, klar im Kopf, präzise in der Entscheidung. Dass ausgerechnet seine erste auffällige Aktion direkt das 3:0 einleitete, machte diesen Einstand umso besonderer.
Während Ofli seinen Moment mit einer sofort spielentscheidenden Aktion erlebte, folgte Pavićs Premiere etwas später – und auf eine ganz andere Art. In der 72. Minute kam der Innenverteidiger für Josip Stanišić. Vincent Kompany gab ihm an der Seitenlinie noch letzte Anweisungen mit, dann bezog Pavić auf der rechten Innenverteidigerposition Stellung. Und auch er war sofort da. Ruhig, aufmerksam, sauber in seinen Entscheidungen, souverän in seinem Stellungsspiel. Für sein Alter wirkte der deutsche Abwehrspieler mit der Rückennummer 43 bemerkenswert abgeklärt – und das in einem Spiel, das alles andere als gewöhnlich war. Ja, die Bayern standen bereits mit anderthalb Beinen im Viertelfinale, dennoch ist es alles andere als selbstverständlich, ausgerechnet in einem K.o.-Spiel der Königsklasse sein Profidebüt zu geben.
Genau dieses Bild griff Kompany nach dem Schlusspfiff auf. „Es ist nicht leicht, beim FC Bayern als junger Spieler Minuten zu bekommen. Deshalb hoffe ich, dass sie diese Momente genießen. Das sind Jungs, die schon länger bei uns mittrainieren – Pavić zum Beispiel fast ein Jahr, obwohl er noch so jung ist. Irgendwann kommt dann die Chance, und es ist schön zu sehen, wie sie diese nutzen." Viel treffender ließ sich dieser Abend kaum zusammenfassen. Ofli und Pavić bekamen ihre Gelegenheit – und beide machten sofort den Eindruck, als hätten sie auf genau diesen Moment lange hingearbeitet.
Bei Pavić bekommt dieser Einsatz durch die Zahlen noch zusätzliches Gewicht. Mit 16 Jahren und 58 Tagen ist er in diesem Jahrtausend der zweitjüngste Pflichtspiel-Debütant des FC Bayern nach Paul Wanner, der im Januar 2022 mit 16 Jahren und 15 Tagen erstmals für die Profis auflief. Von Nervosität war bei Pavić wenig zu sehen. Sein Auftritt wirkte reif, klar und erstaunlich selbstverständlich.
Dass sich diese beiden Debüts nicht isoliert betrachten lassen, zeigt der Blick auf die Saison insgesamt. Erst am vergangenen Samstag, beim Bundesliga-Heimspiel gegen Union Berlin (4:0), kam mit Erblin Osmani das nächste Campus-Juwel zum Einsatz – und der drittjüngste Spieler des FC Bayern mit 16 Jahren, 10 Monaten und 2 Tagen. Der defensive Mittelfeldspieler, der im Alter von acht Jahren vom TSV Milbertshofen zum FC Bayern gewechselt war, kam nach 87 Minuten für Leon Goretzka aufs Feld. In der laufenden Runde hat der FC Bayern damit schon zehn Teenager eingesetzt – so viele wie kein anderer Bundesligist. In der Bundesliga waren es acht verschiedene Teenager, Bestwert in einer Saison des FC Bayern. Zu diesen gehören neben Ofli und Pavić auch Osmani, Wisdom Mike, David Santos, Felipe Chávez, Maycon Douglas Cardozo, Jonah Kusi-Asare, Cassiano Kiala und Lennart Karl.
Letzterer sticht dabei besonders heraus: Lennart Karl kommt in dieser Pflichtspielsaison bereits auf 34 Einsätze, acht Treffer und fünf Assists. Mit seinem Tor gegen Bergamo untermauerte er seinen Status als fester Baustein im Profikader der Münchner. In der Bundesliga stehen für Karl 23 Spiele sowie sieben Scorerpunkte. Doch genau darin steckt die größere Aussage dieses Abends: Es geht längst nicht mehr nur um ein einzelnes Talent. Der Campus bringt Breite hervor, Präsenz, echte Optionen.
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Max Eberl beschrieb diesen Weg nach dem Spiel sehr plastisch: „Deswegen spreche ich so gerne von der Klub-WM. Dort haben solche Wege begonnen“, sagte der Sportvorstand und zählte Karl, Santos, Kiala und Mike beispielshaft auf. Über die Trainingseinheiten bei den Profis haben sich die Youngster für Einsatzzeiten empfohlen. „Das ist dann für den Trainer ein gutes Gefühl, zu sagen: Jetzt ist mal die Möglichkeit, auf größer Bühne in der Champions League dieses Vertrauen zu geben. Und das haben sie, finde ich, gerechtfertigt.“ Eberl lobte den soliden Auftritt der beiden Nachwuchstalente, die sich sofort ins Spiel gegen Bergamo eingefügt hätten. „Du hast keinen großen Abfall bemerkt, im Gegenteil. Sie haben ganz stabil weiter gespielt“, sagte er und lenkte den Blick auf das große Ganze: „Das ist genau der Weg, den wir gehen wollen. Den Jungs vom Campus zu zeigen: Über das Training werden sie, wenn sie fleißig sind, ihren Einsatz bekommen.“
Genau so fühlte sich diese Nacht gegen Bergamo an. Wie ein weiterer Beleg dafür, dass der Weg vom Campus zu den Profis beim FC Bayern sichtbar offen ist. Bei Ofli in dieser einen, explosiven Minute voller Mut, Aggressivität und Übersicht. Bei Pavić in der Gelassenheit, mit der er sich hinten einfügte und wirkte, als wäre er schon länger Teil dieser Mannschaft. Zwei verschiedene Rollen, zwei unterschiedliche Debüts – aber dieselbe Botschaft. Erst kürzlich unterstrich auch Christoph Freund diese enorme Bedeutung der Nachwuchsarbeit beim FC Bayern: „Es ist eine ganz wichtige Basis für den FC Bayern München. In unserem riesengroßen Campus investieren wir sehr viel Knowhow und sehr viel Geld. Unser großes Ziel in den nächsten Jahren ist, kontinuierlich Toparbeit zu leisten und wir wollen eine Top-Akademie sein und gute Fußballer entwickeln“, so der Sportdirektor.
Der FC Bayern hat an diesem Abend nicht nur 4:1 gewonnen. Er hat auch gezeigt, dass sich Vertrauen, Trainingsleistung und Geduld lohnen können. Für Deniz Ofli und Filip Pavić war es der erste Profi-Abend. Für den Campus war es das nächste starke Ausrufezeichen.
Wir werfen einen Blick auf die Torhüter-Talente des deutschen Rekordmeisters:









































