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·29 mars 2026

Osayamen Osawe: Paris oder Lautern – Hauptsache Dreierpack!

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Am 1. Juli 2016 wechselte Osayamen Osawe ablösefrei vom Halleschen FC auf den Betzenberg. Dort wusste der schnelle Offensivspieler durchaus zu überzeugen: In 30 Drittliga-Partien steuerte er 10 Tore und 7 Vorlagen bei. Diese Leistungen sollte er nun auch in der Pfalz auf den Rasen bringen. Insgesamt kam er auf 59 Pflichtspiele im Trikot der Roten Teufel, in denen ihm 15 Treffer und vier Assists gelangen. Trotz dieser ordentlichen Bilanz erinnern sich viele FCK-Fans vor allem an eines: seinen schier unglaublichen Trip nach Paris.

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Ein überaus holpriger Start

Sowohl die Fans als auch die sportlichen Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern hatten große Erwartungen an den damals 22-jährigen Stürmer Osawe, der mit seiner guten Drittliga-Spielzeit in Halle auf sich aufmerksam gemacht hatte. Osawe sollte der in der Vorsaison immer wieder kriselnden FCK-Offensive Leichtigkeit und Torgefahr einhauchen. Doch davon war anfangs wenig zu sehen. Lange Zeit blieb der in Nigeria geborene und in England aufgewachsene Offensivspieler trotz vieler Einsatzzeiten torlos. Erst am 6. Spieltag gelang ihm beim 3:0 über Dynamo Dresden sein erster Treffer als „Roter Teufel”. Der berühmt-berüchtigte Knotenlöser? Nicht wirklich. In den Spielen danach blieb die Nummer 35 der Roten Teufel wieder torlos.

Pariser Nachtleben statt Bettruhe

Oktober 2016: Der FCK steckt tief in der Krise. Nur eines der ersten acht Spiele konnte gewonnen werden, die Mannschaft rangiert im Tabellenkeller der 2. Bundesliga. Die Länderspielpause kommt eigentlich wie gerufen. Doch statt Ruhe und Fokus folgt ein Eklat. Am 11. Oktober suspendiert der Verein Osayamen Osawe für eine Woche vom Trainings- und Spielbetrieb – eine Meldung, die schnell bundesweit für Schlagzeilen sorgt. Was war passiert?

Der Neuzugang hatte sich am Donnerstag bei der medizinischen Abteilung der Roten Teufel krankgemeldet und aufgrund dieser Krankheit auch das Testspiel gegen Großaspach am darauffolgenden Tag ausfallen lassen. Soweit, so gut. Doch statt sich ein ruhiges Wochenende im heimischen Bett zu machen, um die vermeintliche Erkrankung auszukurieren, reiste Osawe nach Paris.

Diese Geschichte allein wäre schon absurd genug, doch Osawe legte noch einige Schippen drauf. So ging er in Paris das Nachtleben erkunden, was angesichts seines Berufs und seiner vermeintlichen Erkrankung mehr als fragwürdig ist. Als Krönung des Ganzen hielt der Nigerianer dies aber nicht etwa geheim, sondern postete um 2:44 Uhr nachts ein Bild auf Snapchat, das ihn mit Zigarre im Mund zeigt. Eine Geschichte, die so absurd klingt, dass man sie kaum für möglich hält.

„Paris, Paris, Wir fahren nach Paris!“

Dass der Offensivspieler mit nur einer Woche Suspendierung glimpflich davongekommen ist, lag wohl vor allem daran, dass die Lautrer damals neben dem ausbleibenden sportlichen Erfolg auch große personelle Sorgen hatten. Mit Kacper Przybylko und Jacques Zoua fielen zwei Stürmer verletzungsbedingt aus, sodass die Rückkehr Osawes zum folgenden Heimspiel gegen den VfL Bochum gewissermaßen alternativlos war.

Die Begrüßung der Nummer 35 der Roten Teufel beim Verlesen der Mannschaftsaufstellung fiel entsprechend kühl aus und wurde von einigen Pfiffen und Buhrufen begleitet. Noch ahnte niemand, wie schnell sich das Blatt wieder wenden würde.

Denn Osawe schien von den ganzen Schlagzeilen und Diskussionen rund um seine Person beflügelt: Gleich dreimal traf der Nigerianer mit englischen Wurzeln und schoss den FCK damit im Alleingang zum wichtigen 3:0-Heimsieg. Die Fans im mit knapp 18.000 Zuschauern schwach besuchten Fritz-Walter-Stadion reagierten dabei sehr humorvoll auf das zurückliegende Chaos rund um den Mann des Tages und sangen: „Paris, Paris, wir fahren nach Paris!”. Was bleibt, ist ein Tag, der vielen Fans wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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Kein Happy End

Eigentlich hätte dieser Abend für Osawe und die Roten Teufel eine Kehrtwende bedeuten können. Doch so richtig glücklich wurden beide Parteien miteinander nicht. Dem Offensivspieler konnte man zwar seinen Willen und Torriecher nicht absprechen, doch immer wieder offenbarten sich große technische Schwächen im Spiel der Nummer 35. Im Verlauf der kommenden Monate war er nicht immer erste Wahl und musste sich mit der Jokerrolle vergnügen. Während man sich in der Premierensaison des Neuzugangs noch in der Klasse halten konnte, folgte in der Saison 17/18 der bittere Absturz in die dritte Liga und der Vertrag des anglo-nigerianischen Spielers endete.

Frühes Karriereende

Im Sommer 2023 beendete Osawe seine aktive Karriere. Dem Sport ist der heute 32-Jährige dennoch treu geblieben: In den sozialen Medien zeigt sich, dass er weiterhin viel trainiert. Mit der Firma „Made Running“ hat er sich zudem ein eigenes Projekt aufgebaut, das stetig wächst und ihm offenbar eine neue Perspektive bietet.

🕒 Karriere-Stationen von Yamen Osawe:

🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿2011–2013: Blackburn Rovers ( erste Stationen im Aktivenbereich, mit Leihstationen in Accrington und Hyde)

🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿2013-2014: FC Southport

🇩🇪2014-2016: Hallescher FC ( 77 Spiele, 23 Tore, 12 Vorlagen)

🇩🇪 2016–2018: 1. FC Kaiserslautern (59 Spiele, 15 Tore, 4 Vorlagen )

🇩🇪 2018- 2019: FC Ingolstadt ( 16 Spiele, kein Tor, Wechsel im Januar)

🇩🇪 2019–2021: KFC Uerdingen 05 ( 42 Spiele, 10 Tore, 6 Vorlagen)

🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿2022- 2023 : Halifax Town ( 7 Spiele, 1 Tor, Trennung bereits nach drei Monaten)

🇩🇪 2023–2023: Rot-Weiß-Erfurt ( 12 Spiele, 2 Tore, 1 Vorlage)

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