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·15 mai 2026
Popp gesteht ein, was viele befürchten: Bayern hat Wolfsburg im Frauenfußball überholt

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·15 mai 2026

Alexandra Popp verabschiedet sich mit einer 0:4-Pleite gegen Bayern aus Wolfsburg und wechselt zum Drittligisten Borussia Dortmund.
Vierzehn Jahre, dreizehn Pokalsiege, ein letztes Finale. Alexandra Popp hat sich ihren Abschied beim VfL Wolfsburg anders vorgestellt, das hat man gesehen, als sie nach dem Schlusspfiff in Tränen ausbrach. Das 0:4 gegen den FC Bayern im DFB-Pokalfinale war nicht nur eine Niederlage, sondern eine Bestätigung dessen, was Popp anschließend in Worte fasste, ohne zu beschönigen. Die Bayern haben Wolfsburg überholt. Auf dem Platz, sagte sie, sei der VfL „qualitativ nicht ebenbürtig".
Das ist ein bemerkenswerter Satz, weil er von einer Spielerin kommt, die diese Rivalität über Jahre mitgeprägt hat. Wolfsburg war lange die beste Adresse im deutschen Frauenfußball, und Popp war das Gesicht dieser Adresse. Dass sie nun, im Moment des Abschieds, anerkennt, was viele in den vergangenen Spielzeiten geahnt haben, gehört zur Größe dieser Karriere dazu. Sie versteckt sich nicht hinter dem Argument, dass am Ende immerhin Vizemeisterschaft und Pokalfinale standen, obwohl, wie sie sagte, „alle uns abgeschrieben hatten". Sie zieht den Hut vor dem, der besser war.
Emotional wurde es bei Sky, als Popp auf ihren Ende 2022 verstorbenen Vater angesprochen wurde — am Vatertag, ausgerechnet. „Leider konnte ich ihn nicht beschenken", sagte sie, und im selben Atemzug den Satz, der das Endspiel für sie einordnet: „Gleichzeitig wird er auch sehr, sehr stolz sein, dass ich mit 13 Pokalsiegen hier einen Abgang mache." Es ist eine Bilanz, die für sich steht, unabhängig vom Ergebnis dieses einen Nachmittags. Dreizehn Pokalsiege sind keine Statistik, die jemand schnell einholt.
Was nun folgt, ist die ungewöhnlichere Geschichte. Popp wechselt zu Borussia Dortmund, ihrem Herzensverein, und spielt dort nach aktuellem Stand drittklassig. Eine Spielerin, die mit 35 Jahren den Pokalsieg-Rekord hält und in der jüngeren Vergangenheit DFB-Kapitänin war, geht freiwillig in die dritte Liga, weil dort der Verein wartet, dem sie zugehören will. Man kann das romantisch finden, man kann es klug finden — in jedem Fall ist es das Gegenteil dessen, was Karriereenden im Profifußball normalerweise auszeichnet. Es geht nicht um den letzten großen Vertrag, es geht um den Verein.
Klara Bühl vom FC Bayern hat nach dem Spiel ausgesprochen, was im deutschen Frauenfußball viele unterschreiben würden: „Poppi kann unheimlich stolz auf ihre Karriere sein. Sie hat den Frauenfußball nach vorn gebracht und dem deutschen Fußball die Mentalität eingeimpft, die man für Erfolge braucht." Bühl brachte auch die Frage nach einem Wiedersehen in der Bundesliga ins Spiel, in „zwei, drei Jahren". Popp lächelte und antwortete: „Ja, das ist so die Idee." Aufstieg mit Dortmund, Rückkehr in die erste Liga — als Plan ist das offen formuliert, aber es ist eben ein Plan.
Bleibt der Abschiedsabend selbst, der trotz allem stattfinden sollte. „Wir werden trotz alledem feiern, auch gut feiern", hatte Popp angekündigt, „von daher werden wir das ein oder andere Glas heben." Vierzehn Jahre Wolfsburg lassen sich nicht mit einem 0:4 wegwischen, und Popp selbst scheint die Erste zu sein, die das weiß. Was bleibt, ist eine Karriere, die deutschen Frauenfußball mitdefiniert hat — und ein nächstes Kapitel, das bei einem Drittligisten beginnt.







































