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·30 mai 2026
PSG und Arsenal im Head-to-Head: Wer setzt sich die CL-Krone auf?

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·30 mai 2026

Am Samstag um 18 Uhr duellieren sich Paris Saint-Germain und der FC Arsenal um den Champions-League-Titel. Es ist gewissermaßen das Duell zweiter Gegensätze: PSG begeisterte durch mitreißenden Offensivfußball, Arsenal hingegen war äußerst minimalistisch unterwegs und legte den Fokus vor allem auf Standardsituationen und eine stabile Defensive.
Insofern ist der direkte Vergleich der beiden Teams umso spannender – insbesondere auch beim Trainer-Duell zwischen Luis Enrique und Mikel Arteta. Wir machen den Check: Welche Mannschaft hat im Gesamtvergleich die Nase vorn? Und welcher Coach ist wirklich besser?
David Raya leistete sich in der Premier League wenige Fehler, offenbarte des Öfteren jedoch Probleme bei der Strafraumbeherrschung. Bei hohen Bällen irrte er häufig durch den Sechzehner. Gleichzeitig stimmte auch die Abstimmung mit Gabriel und Saliba nicht immer. Auf der Linie ist er dennoch einer der besten Keeper Europas.

Safonovs Strafraumbeherrschung gehört zu seinen größten Stärken | NICOLAS TUCAT/GettyImages
Safonov auf der anderen Seite verfügt über eine bessere Strafraumbeherrschung, ist auf der Linie allerdings nicht ganz so gut wie Raya. Dafür ist er mit seinen Vorderleuten deutlich eingespielter, Abstimmungsfehler sieht man kaum.
Gewissermaßen neutralisieren sich Raya und Safonov also. Deshalb ist ein Unentschieden hier auch die logische Folge. Arsenal – PSG: 1:1
Hier prallen wieder die zwei Stile aufeinander. Hincapie ist mehr Innenverteidiger als Außenverteidiger und dementsprechend vor allem defensiv stärker als Nuno Mendes, der zuweilen eher Außenstürmer als -Verteidiger ist.
Dennoch liegt der Vorteil hier beim Portugiesen, da er sich eben auch defensiv im Vergleich zur letzten Saison noch einmal deutlich gesteigert hat. Im Vergleich der beiden kann Mendes eher zum Unterschiedspieler und X-Faktor werden als Hincapie. Der Ex-Leverkusen schaltet sich nur selten in die Angriffe der Gunners ein. Arsenal – PSG: 1:2
Arsenals Prunkstück. Gabriel war einer der besten, wenn nicht sogar der beste Verteidiger der abgelaufenen Premier-League-Saison. Stand er auf dem Feld, spielte Arsenal 17 Mal zu null, Gabriel gewann dabei pro Spiel knapp drei Luftduelle und gewann 5,6 Bodenzweikämpfe im Schnitt (Quelle: FootyStats).

Gabriel wird im Finale eine Schlüsselrolle zukommen | Francois Nel - UEFA/GettyImages
Pacho auf der anderen Seite ist etwas schwächer als der Brasilianer unterwegs. Der Ex-Frankfurter gewinnt pro Spiel nur 3,90 Bodenzweikämpfe und hat mit 1,69 gewonnen Luftduellen pro Partie auch dort nicht die Dominanz eines Gabriels.
Dementsprechend bekommt der Brasilianer hier den Punkt. Gabriel war defensiv in dieser Saison einfach in einer anderen Liga als Pacho unterwegs, so hart das auch klingen mag. Arsenal – PSG: 2:2
Dem besten Innenverteidiger der Premier League folgt direkt der zweitbeste. William Saliba stand seinem Teamkollegen in kaum etwas nach. 131 Zweikämpfe gewann er in der englischen Eliteliga, dazu behielt er in der Luft 79 Mal die Oberhand. Insbesondere sein Stellungsspiel und sein Tempo sind das Faustpfand des Franzosen.

William Saliba spielte eine starke Premier-League-Saison | Stuart MacFarlane/GettyImages
Dadurch schlägt er hier auch Marquinhos. Zwar verfügt auch der Brasilianer über ein herausragendes Stellungsspiel, so dominant wie Saliba tritt Marquinhos allerdings nicht mehr auf. Zudem fehlt ihm im Vergleich zum sieben Jahre jüngeren Franzosen das Tempo und auch die Größe. Marquinhos ist 1,83 Meter groß, Saliba 1,92 Meter. Arsenal – PSG: 3:2
Weil Ben White mit Knieproblemen ausfällt, wird wohl Christian Mosquera rechts hinten starten. Der Spanier kam vor der Saison als Kaderspieler vom FC Valencia und fiel einen Großteil der Saison aufgrund einer Knieverletzung aus. Zuletzt konnte er sich allerdings in der Startelf etablieren, liefert offensiv allerdings noch weniger Output als Hincapie auf der anderen Seite.
Daher ist dieses Duell eine klare Sache für Hakimi. Der Marokkaner ist qualitativ deutlich besser als Mosquera, hat eine Schlüsselrolle im PSG-System und kann durch seine offensive Vorstöße die Seite regelmäßig überladen und so Vorteile kreieren, was Mosquera so gut wie nie tut. Arsenal – PSG: 3:3
Das Duell der Taktgeber. Declan Rice war bei den Gunners in dieser Saison der beste Spieler und auch aufgrund seiner Standardstärke ein integraler Bestandteil auf dem Weg zum Premier-League-Titel. Er bestimmt den Spielrhythmus Arsenals. Den einzigen Vorwurf, den man ihm machen kann: Er sucht selten das Risiko. Häufig spielt er den Ball lieber quer oder zurück, anstatt wirklich den tiefen Pass zu spielen.

Die Ecken von Rice sind extrem gefährlich | PAUL ELLIS/GettyImages
Vitinha auf der anderen Seite ist da schon deutlich risikofreudiger. Der Portugiese ist wie Rice nicht nur Taktgeber, sondern auch torgefährlich. Zwar verfügt Rice, genauso wie Vitinha, über einen starken Distanzschuss, allerdings nutzt der Engländer diesen seltener. Dafür ist Rice defensiv etwas stabiler als Vitinha, der ohnehin mehr Achter als Sechser ist, wie Rice es ist.
Insgesamt sind beide auf einem ähnlichen hohen Niveau, Rices Schwächen sind Vitinhas (kleine) Schwächen und umgekehrt. Dementsprechend bekommen beide einen Punkt. Arsenal – PSG: 4:4
Zubimendi ist zuletzt etwas in Ungnade bei seinem Trainer gefallen, dennoch ist er rein von seinen Fähigkeiten die perfekte Ergänzung zu Rice. Er leistet sich kaum einen Fehlpass und traut sich anders als sein nebenmann auch häufiger den Risikopass zu. Im Gegenzug schaltet er sich dafür deutlich seltener in die Angriffe ein als Rice.
Joao Neves wiederum ist von seinem Spielstil her ähnlich wie Vitinha. Sehr quirlig, sehr dribbelstark und ebenfalls torgefährlich. Er ist im Vergleich zu Zubimendi ein richtiges Energiebündel, das sich 90 Minuten lang die Lunge aus der Seele rennt und überall auf dem Platz zu finden ist.
Aufgrund des überzeugenderen Gesamtpakets bekommt der PSG-Star hier den Punkt. Neves ist einfach omnipräsenter als Zubimendi, der in Spielen zudem gerne mal abtaucht. Arsenal – PSG: 4:5
Hinter Arsenals Kapitän liegt eine richtige Seuchensaison. Immer wieder fiel er aufgrund von Knieproblemen oder Muskelverletzungen aus und kam so nur auf 35 Spiele in dieser Saison. Spielte er dann einmal, dann schwankte er häufig zwischen Licht und Schatten. 0,39 Assists pro Spiel sind ein starker Wert, insgesamt sammelte er in 24 Premier-League-Partien sieben Vorlagen, eine starke Quote. Gleichzeitig traf er jedoch auch nur ein einziges Mal.
Warren Zaire-Emery wiederum hat sich endgültig seinen Platz im Star-Ensemble PSGs erkämpft. Das Pariser Eigengewächs ist wie Vitinha und Joao Neves ein klassischer Box-to-Box-Spieler und glänzt sowohl offensiv als auch defensiv – gerade Letzteres ist im Vergleich gegenüber Ödegaard die große Calling Card.
Der Norweger ist defensiv nämlich eher ein Minusspieler, er könnte deshalb die Schwachstelle beim Mittelfeldtrio der Gunners sein. Das dürfte PSG ausnutzen, die auf der anderen Seite keinen wirklichen Schwachpunkt im Mittelfeld haben. Arsenal – PSG: 4:6
Hier treffen die beiden besten Dribbler ihrer Teams aufeinander. Eze entpuppte sich direkt nach seinem Wechsel im letzten Sommer zu einem absoluten Gamechanger auf der Zehner-Position, wird aufgrund von Ödegaards Rückkehr jedoch auf den Flügel ausweichen. Dort ist er dank seines Dribblings und vor allem seiner Distanzschüsse aber ebenfalls sehr gut aufgehoben.
Kvaratskhelia auf der anderen Seite zeigte bereits gegen Bayern München, dass er auf dem Flügel aktuell zu den besten drei Spielern Europas gehört. Der Georgier vereint Tempo, Tricks, Dribbling und Torgefahr so, wie es sonst nur Michael Olise und Lamine Yamal tun.

Ballkünstler: Khvicha Kvaratskhelia | FRANCK FIFE/GettyImages
Aufgrund dessen, der ungewohnten Position für Eze, aber auch wegen der aktuellen CL-Form ist das Duell am Ende eine klare Sache für Kvaradona, wenngleich Eze keineswegs mit stumpfen Waffen kämpt – gegen viele andere Flügelspieler hätte er den Punkt bekommen.Arsenal – PSG: 4:7
Bukayo Saka hat in der Theorie alle Anlagen, um zu einem der besten Flügelspieler Europas zu gehören. Er ist schnell, dribbelstark und hat eigentlich alles, was es braucht, um Arsenals Unterschiedspieler zu sein. Das große Problem bleibt seine Torausbeute. Saka erzielte in 48 Pflichtspielen in dieser Saison nur elf Treffer, zwischenzeitlich blieb er über mehrere Monate ohne Tor – das darf einem Flügelspieler bei einem europäischen Top-Team nicht passieren.

Bukayo Saka will seinen ersten CL-Titel gewinnen | Justin Setterfield/GettyImages
Doué hingegen sprüt anders als Saka regelmäßig vor Spielfreude. Er geht ins Dribbling, spielt riskante Pässe, schißet häufig aufs Tor und ist so die perfekte Ergänzung zu Kvaratskhelia auf der anderen Seite. Der junge Franzose zeigte in dieser Saison einfach häufiger als Saka, dass er wirklich dieser Unterschiedspieler ist, der Saka in der Theorie auch sein könnte.
Daher bekommt Doué auch den Punkt in diesem Duell. Saka ist bisher den Beweis schuldig geblieben, dass er auch in großen Spielen abliefern kann – ganz im Gegensatz zu Doué, der im CL-Finale letztes Jahr zum wertvollsten Spieler gewählt wurde. Arsenal – PSG: 4:8
Bei Sporting Lissabon war Gyökeres noch die personifizierte Tormaschine, bei den Gunners hat sich diese Rolle etwas gewandelt. Das Spiel ist nicht mehr komplett auf ihn zugeschnitten, stattdessen muss er häufig Bälle festmachen und sich in Zweikämpfen aufreiben – das passt nicht wirklich zum Schweden, der vor allem in Kontersituationen seine Stärken ausspielen kann. Von diesen bekommt Arsenal jedoch nicht viele.

Eyes on the Prize: Ousmane Dembélé will seinen zweiten CL-Titel gewinnen | Pool/GettyImages
Ousmane Dembélé dagegen hat bei PSG das perfekte System um sich herum. Als Mittelstürmer hat er noch einmal ein neues Level erreicht. Und auch, wenn er in dieser Saison nur in 39 Spielen auf dem Feld stand, sprechen 30 Scorerpunkte (19 Tore, elf Assists) dennoch eine mehr als deutliche Sprache.
Deshalb hat der Franzose auch die Nase vorn gegenüber dem Schweden. Dembélé fühlt sich im System wohler als Gyökeres und kann besser seine Stärken ausspielen als der Schwede, der bisweilen immer noch wie ein Fremdkörper wirkt. Arsenal – PSG: 4:9
Arteta impfte Arsenal einen minimalistischen Spielstil ein, der ihm schon einiges an Kritik einbrachte – teilweise auch zurecht. PSG wird für ihn jetzt die größte Prüfung dieser CL-Saison, denn bisher hatte Arsenal mit Ausnahme von Atlético Madrid eher leichte Gegner in der K.o.-Phase.

Welcher Trainer behält am Ende die Oberhand? | Getty Images/GettyImages
Gleichzeitig bekommt er es mit Luis Enrique zu tun, dem vielleicht nach Pep Guardiola besten Trainer des Kontinents und vor allem in der Champions League so eine Art Endboss. Der Spanier weiß, wie man die Königsklasse gewinnt, ist erfahrener als Arteta und kann sich auch auf neue Spielsituationen anpassen – ein Aspekt, den sein Landsmann bislang schuldig geblieben ist.
Daher geht auch dieser Punkt an PSG. Im Vergleich ist Enrique einfach deutlich erfahrener, spielt nachhaltigeren Fußball und hat vor allem immer einen Plan B in der Tasche. Diesen hat Arteta nicht. Arsenal – PSG: 4:10
10:4 gewinnt PSG den Head-to-Head-Vergleich, wobei die Pariser vor allem in der Offensive den Gunners den Rang ablaufen. Arsenals größte Trumpfkarte ist die Defensive, aber ob Saliba & Co. die Offensive um Kvaradona, Dembélé und ihre Kollegen wirklich 90 Minuten in Schach halten können, darf bezweifelt werden. Daher wird das altbekannte Sprichwort "Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften" in diesem Spiel auch nicht zutreffen.
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