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·20 juillet 2026

Rodris Weltmeister-Bewerbung: Real Madrid nicht überzeugt?

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Rodri: Erst Europameister, jetzt auch Weltmeister – Foto: Buda Mendes/Getty Images

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Kapitän, Weltmeister, der Beste des Turniers

MADRID. Als die spanischen Weltmeister am Montagabend im offenen Doppeldeckerbus, begleitet von jubelnden Menschenmassen, durch Madrid fuhren und dabei die Party-Meile am Cibeles-Brunnen ansteuerten, dürfte sich jemand gewünscht haben, so etwas an Ort und Stelle noch öfter zu erleben – aber gar nicht mal unbedingt mit der Nationalmannschaft. Dieser jemand: Rodrigo Hernández.


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Auch Real tourt nach großen Titelerfolgen bekanntermaßen durch seine Stadt, feiert sich und lässt sich feiern. Auch für Real endet die Titelfeier traditionell am Cibeles-Kreisel. Erlebt hat der Madridismo das aber schon seit dem 2. Juni 2024 nicht mehr. Unter Neu-Coach José Mourinho soll und muss sich das ändern. Inzwischen werden die Stimmen jedoch lauter, dass dafür noch ein Puzzlestück fehlt: Rodri.

Der 30-Jährige, übrigens in Madrid geboren, hatte bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko keinen sonderlich aufsehenerregenden Start hingelegt. Im Laufe des Turniers steigerte sich Rodri aber – und zwar so sehr, dass er am Ende sogar zum besten WM-Spieler ausgezeichnet wurde. Durchaus überraschend, immerhin waren Final-Rivale Lionel Messi im Alter von 39 Jahren stolze acht Tore und vier Vorlagen gelungen. Hinzu kommt, dass der Goldene Ball bei dem Turnier in der Historie häufiger an einen Star des Vize-Weltmeisters ging (siebenmal) als an einen Weltmeister (sechsmal). Zweimal räumte sogar ein Halbfinalist den Award ab, den es seit 1978 gibt.

Nicht neu: Real Madrid braucht das Profil von Rodri

Rodri dirigierte das Spiel der Iberer in Nordamerika, verteilte Bälle klug, tat dem Kollektiv als Routinier gut. Passend dazu war und ist er derjenige, der Spaniens Kapitänsbinde am Arm trägt. Der Europameister von 2024 könnte eine inzwischen viel zu lange offene Baustelle bei den Königlichen schließen: Rodri, der Meinung sind immer mehr Fans und Experten, wäre mit seiner Erfahrung und Klasse eine optimale Zwischenlösung in Reals Schaltzentrale. Seit dem Abgang von Toni Kroos im Sommer 2024 fehlt ein Taktgeber im Mittelfeld schmerzlich.

Rodri wurde am 22. Juni zwar 30 Jahre alt, könnte den Merengues aber dennoch zwei, drei Spielzeiten behilflich sein. Anschließend könnten die Verantwortlichen einen jüngeren Spielgestalter ausfindig machen, den man heute womöglich noch überhaupt nicht kennt. Oder: Real versucht es zu einem späteren Zeitpunkt bei einem Vitinha (26) oder einem João Neves (21), die Beziehung zu deren Klub Paris Saint-Germain hat sich deutlich verbessert. Aktuell sind beide vom Champions-League-Triumphator der vergangenen beiden Spielzeiten kaum loszueisen, auch sonst tut sich offenbar keine Top-Option auf – außer Rodri.

Rodri will zu Real Madrid – Ablehnung von Pérez?

Obendrein hat der 70-fache Nationalspieler unlängst keinen Hehl daraus gemacht, dass er offen für eine Unterschrift beim weißen Ballett wäre – trotz seiner Vergangenheit bei Atlético (2007 bis 2013, 2018/19). Das sei für ihn im Falle eines Angebots kein Hindernis. „Nein. Es hat viele Spieler gegeben, die diesen Weg gegangen sind – vor allem, wenn es nicht auf direktem Wege war, sondern im Laufe der Zeit“, so Rodri im März. Und: „Du kannst die besten Klubs der Welt nicht ablehnen.“ Im November 2024 sagte er: „Wenn Real Madrid dich anruft, der beste und erfolgreichste Klub der Historie, ist es eine Ehre. Dann muss man immer hellhörig sein.“

Kommt dieser Anruf noch? Sportlich hätte Rodri sein Bewerbungsschreiben kaum überzeugender gestalten können. Trotzdem scheint Real keine Anstalten zu machen, eine Verpflichtung in Angriff zu nehmen. Laut Transferinsider Fabrizio Romano sei Rodri geradezu verrückt danach, ein Königlicher zu werden, Florentino Pérez dagegen nicht überzeugt. Denkbar, dass der Präsident intern auf die bestehenden und aus seiner Sicht ausreichenden Sechser- und Achter-Optionen – Federico Valverde, Aurélien Tchouaméni, Eduardo Camavinga, Jude Bellingham, Arda Güler, Bernardo Silva – verweist, die in den letzten Jahren für viel Geld geholt wurden.

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Für 20 bis 30 Millionen Euro wohl zu haben

Wie der in der Kaderplanung mächtige Mourinho über eine potentielle Rodri-Verpflichtung denkt, weiß man nicht. Dabei wäre der Führungsspieler, der von Ende September 2024 bis Ende April 2025 wegen eines Kreuzbandrisses ausgefallen war, vermutlich bereits für eine Ablösesumme von geschätzten 20 bis 30 Millionen Euro zu haben. Sein Vertrag bei Manchester City läuft nur noch bis zum 30. Juni 2027. Es heißt, er würde hinsichtlich einer möglichen Verlängerung zögern, weil er auf eine Rückkehr nach Madrid hofft.

In Diensten von Real könnte ihm ein weiterer Ballon d‘Or überreicht werden, die Gala ist am 26. Oktober. 2024 hatte sein Triumph und die damit verbundene Niederlage von Vinícius Júnior noch für große Verärgerung in Madrid gesorgt. Ein Thema, über das inzwischen Gras gewachsen ist. Diesmal sähe es anders aus – erst recht, wenn Rodri tatsächlich doch ein Blanco werden sollte. Der Bedarf besteht jedenfalls.

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