FCBinside
·8 mai 2026
Schiri-Experte Meier sieht „klare Benachteiligung“ der Bayern gegen PSG

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·8 mai 2026

Die Diskussionen um Schiedsrichter Joao Pinheiro reißen nach dem Champions-League-Aus des FC Bayern gegen Paris Saint-Germain nicht ab. Nun meldet sich mit Urs Meier einer der renommiertesten Schiedsrichter-Experten Europas zu Wort – und übt deutliche Kritik am gesamten Schiedsrichter-Team. Besonders der Vierte Offizielle steht dabei im Fokus.
Das 1:1 im Halbfinal-Rückspiel gegen PSG sorgte beim FC Bayern nicht nur sportlich für Frust. Zahlreiche Entscheidungen von Schiedsrichter Joao Pinheiro lösten während und nach der Partie heftige Diskussionen aus.
Nachdem bereits Ex-Referee Manuel Gräfe den Portugiesen scharf kritisiert hatte, äußerte sich jetzt auch Urs Meier bei ran ausführlich zum Auftritt des Unparteiischen. „Ich würde nicht sagen, dass er überfordert war. Aber: In der Spielleitung und in der Kommunikation war das nicht durchgehend überzeugend“, erklärte der ehemalige FIFA-Schiedsrichter.
Aus Sicht des Schweizers begannen die Probleme bereits früh im Spiel. Pinheiro habe sich für eine Linie entschieden, die er anschließend nicht konsequent habe durchziehen können.
„Viele kleinere Fouls ließ er laufen, wodurch er sich selbst unter Druck setzte“, analysierte Meier. „Am Ende musste er zu viele Kompromisse eingehen, weil die Linie nicht klar genug war.“
Vor allem auf diesem Niveau seien genau solche Details entscheidend. „Da hatte ich den Eindruck, dass ihm in manchen Momenten noch ein Stück Routine fehlt“, ergänzte der 66-Jährige.

Foto: Getty Images
Besonders eine Szene sorgte bei Meier für Unverständnis: die Situation um Konrad Laimer und Nuno Mendes in der 29. Minute.
Der bereits verwarnte PSG-Verteidiger hatte den Ball klar mit dem Arm gespielt und damit einen Bayern-Konter unterbunden. Statt Gelb-Rot gegen Mendes entschied Pinheiro allerdings auf Handspiel von Laimer.
Die TV-Bilder deuteten jedoch klar darauf hin, dass der Österreicher den Ball gar nicht mit der Hand gespielt hatte. Für Meier trägt dabei vor allem der Vierte Offizielle Espen Eskas die Verantwortung. „Der Schiedsrichter selbst konnte das so, wie er positioniert war, gar nicht sauber erkennen“, erklärte der Schweizer.
Deshalb sei Pinheiro auf die Unterstützung seines Teams angewiesen gewesen – insbesondere auf Eskas. „Und das ist nicht irgendwer: Espen Eskas ist ein erfahrener FIFA-Schiedsrichter, der bei der WM dabei ist“, betonte Meier.
Gerade deshalb zeigte sich der ehemalige Weltklasse-Referee irritiert über dessen Eingreifen. „Ich habe den Eindruck, dass er sich selbst nicht zu hundert Prozent sicher war und trotzdem so eine Entscheidung trifft.“
Besonders deutlich wurde Meier anschließend mit seiner Wortwahl: „Das ist erstaunlich. Das darf auf diesem Niveau nicht passieren – das ist schon ein dickes Brett.“
Für Meier steht fest, dass diese Szene entscheidenden Einfluss auf das Spiel hatte. „Das wäre eine eindeutige Gelb-Rote Karte für Mendes gewesen. Dann hätte das Spiel einen anderen Verlauf genommen“, erklärte der Schweizer.
Dementsprechend könne der FC Bayern aus seiner Sicht zurecht verärgert sein. „Denn solche Entscheidungen sind spielentscheidend. In diesem Fall war es eine klare Benachteiligung der Bayern.“
Zusätzlichen Ärger gab es wenig später bei einem weiteren Handspiel im PSG-Strafraum. Vitinha hatte Teamkollege Joao Neves den Ball an den Arm geschossen, doch auch hier blieb der Elfmeterpfiff aus.
Während diese Entscheidung laut Regelwerk korrekt gewesen sein soll, dürfte die Diskussion um die Gesamtleistung des Schiedsrichter-Teams den FC Bayern noch länger beschäftigen.







































