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·8 juin 2026
Stimmung in Deutschland vor der Fußball WM 2026 – Bundestrainer Nagelsmann beliebt

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In den Niederlanden ist das WM-Fieber längst voll ausgebrochen, während Deutschland auf dem Weg zum Turnier noch nach dem richtigen Titelgefühl sucht. Für Julian Nagelsmann bleibt dabei ein unerwartetes Problem erspart, das frühere Bundestrainer noch beschäftigen musste. Zugleich wächst die Zuversicht, dass der 36-Jährige mit seiner Mannschaft weit kommen kann.

Bundestrainer Julian Nagelsmann schreibt am 1. Juni 2026 beim öffentlichen Training am DFB-Campus in Frankfurt am Main Autogramme für die Fans. Vor der Abreise zur WM 2026 in die USA feierte die deutsche Nationalmannschaft ein Abschiedsfest mit ihren Anhängern. Alexander Hassenstein / Getty Images Europe via Getty Images
Bei den Nachbarn ist die Unterstützung für die Elftal nicht zu übersehen. Ganze Straßenzüge leuchten in Oranje, in den Supermärkten liegen Fahnen, Socken, Hüte und Hemden aus. Holland ist im WM-Fieber schon einen Schritt voraus.
Früher hätte man in Deutschland vielleicht noch lakonisch darauf verwiesen, dass die Niederländer eben eher wieder abreisen, weil ihre Mannschaft früher ausscheidet. Diese Zeiten sind vorbei. Die Phase, in der die DFB-Auswahl fast automatisch im Halbfinale auftauchte, liegt ebenfalls hinter dem deutschen Fußball. Das letzte K.-o.-Spiel der DFB-Elf bei einer WM war, mit Blick auf die Erinnerung vieler Fans, das Finale 2014 gegen Argentinien, das Deutschland 1:0 nach Verlängerung gewann.
Immerhin macht eine repräsentative Umfrage der Universität Hohenheim aus Stuttgart Hoffnung. Demnach rechnen 21,5 Prozent der Befragten mit dem Titelgewinn, weitere 6 Prozent würden sich mit Platz zwei zufriedengeben. Von fehlendem Vertrauen in die Nationalmannschaft kann also keine Rede sein.
Auch Julian Nagelsmann kommt in der öffentlichen Wahrnehmung gut an. 43 Prozent halten es für richtig, dass sein Vertrag bis 2028 läuft, ein Viertel lehnt das ab. Solche Zustimmungswerte kann der Bundestrainer derzeit gut gebrauchen. Der Vergleich mit dem Bundeskanzler drängt sich dabei fast auf, der von solchen Zahlen im Moment nur träumen dürfte.
Sportlich steht die Frage im Raum, ob Nagelsmann die Erwartungen auch erfüllen kann. Seine fehlende WM-Erfahrung gilt dabei nicht als echtes Gegenargument. Seine Vorgänger Rudi Völler mit Platz 2, Jürgen Klinsmann mit Platz 3 und Joachim Löw mit Platz 3 meisterten ihre erste Weltmeisterschaft jeweils sehr ordentlich. Nur bei Hansi Flick, der in Katar in der Kapitänsbinden-Affäre mit einer Katastrophe konfrontiert war, lief es bekanntlich völlig anders.
Auch der Vorwurf, Nagelsmann habe noch keine Stammelf gefunden, trifft den Chefcoach nur bedingt. Uli Hoeneß hatte genau das kritisiert und gefragt, wer denn eigentlich im Sturm und im Tor gesetzt sei. Im Tor steht allerdings Manuel Neuer. Wenn seine Wackel-Wade mitmacht, zumindest. Dass Nagelsmann sich für diese Lösung und gegen Baumann entschieden hat, mag man als hart empfinden, mutig ist es allemal.
Beim Umgang mit den Spielern sind ebenfalls nicht mehr alle Themen offen. Die Rollengespräche aus dem März haben sich inzwischen überholt, und für seine Aussagen über Deniz Undav hat sich Nagelsmann entschuldigt. Verschüttete Milch also.
Vor dem WM-Auftakt im Camp in den USA gilt es nun, den passenden Titel-Spirit zu finden. Dabei hilft ausgerechnet Rudi Völler, der aus seiner eigenen Erfahrung von 1990 weiß, wie ein solcher Weg enden kann.
Neu ist außerdem der öffentliche Auftritt von Nagelsmann und seiner Frau Lena. Im Unterschied zu früheren Bundestrainer-Paaren zeigen sich beide offensiver. Debbie Klinsmann war kaum präsent, Daniela Löw besorgte sich bei der EM 2008 sogar normale Tickets, um nicht auf der VIP-Tribüne im Fokus der Fotografen zu stehen. Nagelsmann dagegen erklärte jüngst im Gespräch mit Johannes B. Kerner, dass die frühere BILD-Sportreporterin ihm wertvolle Ratschläge gebe. Auch während der WM in den USA soll sie ihm zur Seite stehen, als First Lady neben den Spielerfrauen. Ihre Anwesenheit könne Julian sogar auffrischen, gerade wenn das Turnier lang wird.
Ein Blick zurück zeigt, weshalb das Thema in den USA eine andere Rolle spielen könnte als 1994. Damals schied Deutschland im Viertelfinale mit 1:2 gegen Bulgarien aus, die Mannschaft war zerrüttet. Die Ehefrauen Bianca Illgner, Martina Effenberg und Angela Häßler legten sich mit Bundestrainer Berti Vogts an. Andere Zeiten. Dieses Problem dürfte Nagelsmann erspart bleiben. Einige andere muss er allerdings noch lösen, wenn er mit Deutschland den Titel anpeilt.







































