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·30 juillet 2026
Terrier vor Bayer-Abschied: 20 Millionen, sechs Tore

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·30 juillet 2026

20 Millionen Euro Ablöse, zwei erfüllte Vertragsjahre, sechs Bundesliga-Tore. Martin Terrier gehört zu den bittersten Investitionen der jüngeren Leverkusener Geschichte – und Bayer wird nicht einmal daran verdienen, ihn wieder loszuwerden.
Im Juli 2024 kam der Franzose für 20 Millionen Euro von Stade Rennes zum damaligen Double-Gewinner, Vertrag bis 2029. Was danach passierte, liest sich wie eine medizinische Akte:
In den ersten beiden Wochen dieser Vorbereitung trainierte Terrier abseits der Mannschaft, in den bisherigen Testspielen fehlte er komplett. In der Liga-Ausfallübersicht steht er weiterhin im Aufbautraining. Ein Spieler, der seit über vier Monaten nicht mehr Teil des Mannschaftstrainings ist, verhandelt aus keiner guten Position.
Die Spalte links ist der Grund, warum Leverkusen 20 Millionen zahlte. Die beiden Spalten rechts sind der Grund, warum der Marktwert bei Transfermarkt inzwischen bei acht Millionen Euro steht. Terrier hat in Frankreich über 200 Erstligaspiele und mehr als 60 Tore vorzuweisen. Sein Problem war nie die Qualität, es waren die Zeitfenster, in denen er sie zeigen durfte.
Der zweite Teil der Erklärung ist taktisch. Terriers Idealposition, die halblinke Offensivrolle, war in seiner ersten Bayer-Saison von Florian Wirtz belegt – kein Vorwurf an einen Neuzugang, aber auch keine Perspektive. Inzwischen hat er den 29-Millionen-Einkauf Afonso Moreira vor sich, dazu einen neuen Cheftrainer in Carles Martínez Novell, der ihn im Grunde noch nie trainiert hat.
Und hier liegt die Kuriosität dieses Sommers: Bayers einzige beiden aktuellen Ausfälle sind Terrier und Eliesse Ben Seghir – beide mit einer Muskelverletzung im Oberschenkel. Der Werksklub dünnt seine Offensivflügel also ausgerechnet in dem Moment aus, in dem sie ohnehin am dünnsten besetzt sind. Das ist die Logik einer Kaderplanung, die einen 29-Jährigen mit dieser Krankenakte nicht mehr einrechnet.
Nach Informationen des kicker bewerben sich mehrere Ligue-1-Klubs um den Rechtsfüßer, allen voran sein Ex-Klub Stade Rennes, wo er zwischen 2020 und 2024 zum Publikumsliebling wurde. Zuletzt wurde er zudem konkret mit Olympique Marseille in Verbindung gebracht. Französische Medien formulieren es unverblümt: Leverkusen werde ihn nicht halten.
Für Terrier wäre die Rückkehr keine Kapitulation, sondern die vernünftigste Karriereentscheidung, die ihm bleibt. In der Ligue 1 kennt man ihn, dort war er zweistellig, dort muss er niemandem beweisen, dass die Verletzungen nur Verletzungen waren.
Bleibt die Ablöse. Auf dem Papier sitzt Bayer komfortabel: Der Vertrag läuft noch bis 2029, verkaufen muss der Klub nicht. Praktisch ist das Blatt schwach. Ein 29-Jähriger, der von 24 möglichen Monaten einen erheblichen Teil in der Reha verbracht hat, bringt keine 20 Millionen mehr ein, und der kicker geht davon aus, dass Leverkusen einen großen Teil der Investition abschreiben muss. Wer nicht verkaufen kann, verleiht – mit Kaufoption und der stillen Hoffnung, dass der Spieler in Frankreich wieder trifft und jemand im nächsten Sommer zahlt.
Ein Fünfjahresvertrag ist ein Versprechen an die Zukunft. Wer ihn nach zwei Jahren auflöst, bezahlt am Ende nicht für den Spieler, den er bekommen hat, sondern für den, den er sich vorgestellt hatte.







































