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·2 mai 2026

Trotz "heftigem Systemabsturz": Weiter Vertrauen in Koschinat

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Was für ein Debakel! Beim 1:6 gegen den VfB Stuttgart II erlebte Rot-Weiss Essen einen rabenschwarzen Tag. Trainer Uwe Koschinat sprach nach der dritten Niederlage in Folge von einem "heftigen Systemabsturz", erhält aber weiterhin das Vertrauen – und lobte die Fans für die Reaktion nach dem Spiel.

Fans bauen Mannschaft auf

Sie drohte in der zweiten Halbzeit zu kippen, die Stimmung der 3.000 mitgereisten Fans. Und spätestens, als die Mannschaft nach dem Treffer zum 1:6 mit höhnischem Applaus bedacht wurde, schien dieser Punkt erreicht. Doch nach der Partie zeigte sich ein anderes Bild: Als die Spieler vor den Gästeblock kamen, wurden sie dort vom Capo auf den Endspurt eingeschworen. Zudem gab es aus dem Block aufmunternden Applaus und Gesänge. Trainer Uwe Koschinat sprach bei "MagentaSport" sichtlich angefasst von einer "außergewöhnlichen" und "beispiellosen" Reaktion, nachdem das Ergebnis und die Art und Weise "brutal peinlich" gewesen seien. "Ich weiß nicht, ob es eine Steigerung von Champions League gibt. Die Menschen haben gespürt, dass eine Mannschaft auf dem Platz steht, die sehr auf der Suche nach einfachsten Dingen ist und Unterstützung benötigt. Deswegen hat das sehr gut getan."


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Eine Erklärung, wie die herbe Klatsche nach einer teilweise blutleeren Leistung zustande kommen konnte, hatte Koschinat unmittelbar nach Spielende dagegen nicht: "Wenn ich die hätte, dann hätte ich möglicherweise schon im Spiel umjustieren können. Es gibt auch mal Situationen, wo man Dinge für sich verarbeiten muss und nicht immer sofort eine tolle Antwort hat. Ich weiß, das ist mein Job. Aber das in der Geschwindigkeit ein paar Minuten nach dem Spiel zu tun, ist nicht der richtige Ansatz." Vor allem in der zweiten Halbzeit fiel RWE regelrecht auseinander und kassierte zwischen der 56. und 82. Minute gleich vier Gegentore, nachdem es schon zur Pause 0:2 gestanden hatte.

Mentale Last größer als gedacht

Koschinat war es "ein Rätsel, warum wir teilweise auseinandergefallen sind und einzelne Spieler, die über Wochen in einer herausragenden Form gespielt haben, jetzt auf der Suche nach Sicherheit und klaren Lösungen sind." Vermutlich spielt der Kopf hier eine entscheidende Rolle. Zwar habe Koschinat zuletzt immer wieder darauf hingewiesen, dass die aktuelle Situation "sehr aussichtsreich" und diese durch die Qualität der Mannschaft zustande gekommen sei. Doch offensichtlich war die mentale Last auf den Schultern der Spieler größer als gedacht. Das zeigte sich etwa bei Kaito Mizuta, der nach Spielende bitterlich weinte.

Koschinat sprach angesichts der derben Pleite von einem "heftigen Systemabsturz" und betonte, die Dinge noch mal auf sich wirken zu lassen. "Es helfen dann nur Gespräche – und zwar sehr ehrliche. Das war immer die ganz große Qualität dieser Mannschaft, dass sie sehr klar und offen mit unterschiedlichen Situationen umgegangen ist." Der Kopf habe "eine ganz große Rolle" gespielt", räumte er ein. Es gelte nun, Spieler zu finden, die mit der Situation leichter umgehen als die, die auf dem Platz standen. "Das muss man so klar sagen", betonte der RWE-Coach. Darüber hinaus müsse ein Plan entwickelt werden, "der erstmal wieder Basics in den Vordergrund stellt. Nur über die können wir das nächste Spiel auch erfolgreich bestreiten".

"Deplatzierte" Frage: Koschinat bleibt im Amt

Am nächsten Samstag trifft RWE an der heimischen Hafenstraße auf den SC Verl – mit Koschinat an der Seitenlinie? Danach wurde auch Profifußball-Direktor Marcus Steegmann bei "MagentaSport" angesprochen. Der 45-Jährige sprach von einer "deplatzierten" Frage und verwies auf die Serie von sieben Siegen in Folge, die RWE überhaupt erst in die Ausgangslage für den Aufstieg gebracht habe, nachdem viele die Mannschaft nach den Niederlagen gegen Rostock und Osnabrück bereits abgeschrieben hätten. Zudem blicke RWE mit bislang 64 Punkten auf eine "fantastische Saison" zurück. Auch die Reaktionen der Fans nach der Partie würden zeigen, "dass alle zusammenstehen und ein großes Ziel haben". Dass dieses noch erreicht wird, davon zeigte sich Steegmann trotz bereits 64 Gegentoren "nach wie vor 1000 Prozent überzeugt". Allerdings muss RWE darauf hoffen, dass Cottbus am Sonntag in Duisburg gewinnt. Bei einem Sieg des MSV hätte Essen den Aufstieg nicht mehr in eigener Hand.

Doch auch unabhängig davon soll nun erstmal der Reset-Knopf gedrückt werden. "Jetzt geht es darum, sicherlich auch mal zwei Tage zu den Familien zu gehen und abzuschalten", so Steegmann. Das Spiel müsse nun "ganz schnell" abgehakt werden. "Das war von der ersten bis zur letzten Minute, von eins bis elf deutlich, deutlich zu wenig." Ab Dienstag werde RWE sich dann "mit voller Kraft" auf die Partie gegen Verl vorbereiten. "Und mit dieser Unterstützung, die wir heute hier erlebt haben, bin ich total davon überzeugt, dass wir uns aus dieser Situation befreien können", sagte Steegmann und verwies zudem darauf, dass auch Spieler zurückkehren, die gegen eine "völlig befreit aufspielende" Stuttgarter Mannschaft gesperrt oder angeschlagen gefehlt haben. Der 45-Jährige zeigte sich überzeugt davon, "dass wir zurückkommen, eine ganz starke Reaktion zeigen und nächsten Samstag ein ganz anderes Gesicht von Rot-Weiss Essen sehen werden".

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