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·23 avril 2026
Trump-Berater will Italien statt Iran bei der WM – die FIFA muss jetzt standhaft bleiben

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·23 avril 2026

Paolo Zampolli, enger Vertrauter Trumps, schlug in der Financial Times vor, den sportlich qualifizierten Iran durch Italien zu ersetzen. Die FIFA bekräftigte Irans Teilnahme.
Ein Sonderbeauftragter des US-Präsidenten schlägt vor, ein sportlich qualifiziertes Team aus einer Weltmeisterschaft zu streichen und durch ein anderes zu ersetzen. Nicht in einer geschlossenen Runde, nicht hinter verschlossenen Türen, sondern in der Financial Times, zitierfähig, mit Namen: Paolo Zampolli, enger Trump-Vertrauter, nennt den Tausch Iran gegen Italien "einen Traum".
Es ist kein Kuriosum aus der Abteilung vermischte Meldungen – es ist ein Angriff auf das einzige Prinzip, das eine WM überhaupt legitimiert: die sportliche Qualifikation.
Der Iran hat sich auf dem Platz qualifiziert. Spielorte stehen, Quartier in Tucson ist vorgesehen, zwei Partien in Los Angeles, eine in Seattle. Und während Organisation, Logistik und Visumsfragen längst laufen, schiebt ein Vertrauter des Gastgeber-Präsidenten den Gedanken in die Öffentlichkeit, das alles ließe sich umbuchen. Begründung: der Krieg in Nahost. Nur dass eine WM-Teilnahme sich nicht aus Außenpolitik ableitet, sondern aus Punkten, Toren, Ergebnissen.
Noch bemerkenswerter ist das zweite Motiv, das der Bericht nennt. Der Vorstoß soll das zerrüttete Verhältnis zwischen Trump und Ministerpräsidentin Meloni reparieren, das im Streit um Äußerungen zu Papst Leo XIV. Schaden genommen hat. Der Fußball als diplomatisches Trostpflaster: ein WM-Platz als Geschenkgutschein an eine befreundete Regierung. Wer so denkt, hat nicht verstanden, was eine Weltmeisterschaft ist – oder er hat es verstanden und ist trotzdem bereit, sie zu beschädigen.
Die FIFA hat reagiert, wie sie reagieren musste. Präsident Gianni Infantino bekräftigte, der Iran werde "auf jeden Fall" teilnehmen. Gut so! Und doch ist der Schaden bereits da. Allein dass ein solcher Vorschlag öffentlich zirkuliert, ohne dass der Absender politische Konsequenzen fürchten muss, verändert den Raum, in dem die FIFA agiert. Jede künftige Entscheidung zur WM 2026 wird an diesem Satz gemessen werden: Hat Washington mitgeredet, oder hat es nicht?
Dabei lohnt der Blick auf den Ausgangspunkt. Italien ist viermaliger Weltmeister, unbestritten eine große Fußballnation. Aber Italien ist in den Playoffs gescheitert – und "gescheitert" heißt im Sport genau das: raus. Die sportliche Logik kennt keine Tradition, keine Sympathie, keinen Trostplatz. Sie kennt nur das Ergebnis. Wer das aufweicht, weil ein Präsident ein diplomatisches Problem hat, verwandelt eine WM in eine Einladungsveranstaltung. Und eine Einladungsveranstaltung ist keine Weltmeisterschaft mehr.
Man kann einwenden: Es war nur ein Vorschlag, kein Beschluss. Zampolli ist nicht die FIFA, Trump ist nicht Infantino, und am Ende wird in Zürich entschieden, nicht im Weißen Haus. Richtig. Trotzdem entsteht die Machtprobe genau hier. Sagt die FIFA klar Nein und bleibt dabei, bewahrt sie, was von ihrer Glaubwürdigkeit noch übrig ist. Knickt sie ein – aus welchem Grund auch immer –, dann war diese WM nie eine sportliche Veranstaltung, sondern eine politische Bühne mit Rasen.
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