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·3 avril 2026
Türkei alleiniger Ausrichter der EURO 2032? UEFA-Präsident Ceferin droht Italien mit EM-Entzug wegen Stadien

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·3 avril 2026

Die EURO 2032 soll gemeinsam in der Türkei und in Italien stattfinden. Doch plötzlich steht die Rolle Italiens unter massivem Druck. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat die Stadionlage im Land ungewöhnlich deutlich kritisiert und dabei ein Szenario angedeutet, das in der Fußballwelt sofort Aufmerksamkeit erzeugt: Sollte sich die Infrastruktur nicht entscheidend verbessern, könnten in Italien am Ende gar keine Spiele des Turniers stattfinden.
In einem Interview mit Gazzetta dello Sport, über das auch Sky Sport Deutschland berichtete, formulierte Aleksander Ceferin seinen Standpunkt ohne diplomatische Schleifen. „Das Turnier ist geplant und wird stattfinden.“ Doch direkt danach folgte der entscheidende Nachsatz: „Ich hoffe, dass die Infrastruktur bereit sein wird. Andernfalls wird das Turnier nicht in Italien ausgetragen.“
Mit diesen zwei Sätzen erhöhte der UEFA-Chef den Druck schlagartig. Denn damit steht nicht nur eine Verzögerung oder Teilanpassung im Raum, sondern im Extremfall der vollständige Verlust des italienischen Turnieranteils. Für die Türkei öffnet das zumindest theoretisch die Frage, ob sie am Ende noch stärker oder sogar alleiniger Gastgeber werden könnte.
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Noch schärfer fiel Ceferins Kritik aus, als er die Verantwortung für die aktuelle Lage benannte. „Vielleicht sollten sich die italienischen Politiker fragen, warum Italien eine der schlechtesten Fußball-Infrastrukturen Europas hat.“ Diese Aussage ist deshalb so brisant, weil sie die Debatte klar aus dem sportlichen Bereich in die politische Verantwortung verschiebt.
Indirekt macht der UEFA-Präsident damit deutlich, dass aus seiner Sicht nicht mehr bloß einzelne Stadien oder Projektpläne diskutiert werden. Vielmehr geht es um eine strukturelle Schwäche, die ein großes internationales Turnier gefährden könnte. Genau deshalb bekommen seine Worte weit über Italien hinaus Gewicht.
Der Zeitdruck ist dabei konkret. Im Oktober muss Italien jene fünf Stadien benennen, in denen Spiele der EURO 2032 ausgetragen werden sollen. Die Liste der Bewerberstädte ist lang: Rom, Florenz, Bologna, Mailand, Genua, Bari, Neapel, Turin, Cagliari und Palermo wollen Teil des Turniers werden.
Doch genau hier beginnt das Problem. Denn nach den vorliegenden Angaben erfüllt aktuell nur das Allianz-Stadion von Juventus Turin bereits alle Anforderungen. Alle anderen Projekte hängen entweder an Modernisierungen, an Umbauten oder an Neubauten, die rechtzeitig und im erwarteten Standard realisiert werden müssten.
Besonders kritisch ist eine weitere Vorgabe der UEFA. Stadion-Neubauten oder Arenen, die umfassend saniert werden müssen, dürfen nur dann vorgeschlagen werden, wenn die Arbeiten spätestens bis März 2027 beginnen. Genau diese Frist könnte nun zum Kern der gesamten EURO-2032-Frage werden.
Damit ist die Lage klar umrissen: Italien hat noch Zeit, aber nicht unbegrenzt. Wird bis dahin nicht sichtbar geliefert, könnte der Co-Gastgeber in eine Situation geraten, in der der Turnierstatus ernsthaft wackelt. Aus einem organisatorischen Warnsignal würde dann ein sportpolitisches Problem auf höchster Ebene.
Auch wenn Ceferin ausdrücklich sagte, dass das Turnier geplant sei und stattfinden werde, verändert seine Wortwahl die Perspektive erheblich. Denn wenn er sagt, „andernfalls wird das Turnier nicht in Italien ausgetragen„, dann steht automatisch die Frage im Raum, wie die UEFA in einem solchen Fall reagieren würde.
Genau darin liegt die Brisanz aus türkischer Sicht. Die Türkei ist offiziell Co-Gastgeber, könnte aber bei anhaltenden italienischen Problemen in eine deutlich stärkere Position rücken. Ob daraus wirklich ein Szenario mit mehr Spielorten oder sogar einer alleinigen Austragung entstehen könnte, ist offen. Doch schon die Tatsache, dass diese Frage plötzlich überhaupt gestellt wird, zeigt, wie hart Ceferins Warnung eingeschlagen hat.
Hinzu kommt der ungünstige Zeitpunkt für Italien. Während die Aufarbeitung des jüngsten sportlichen Rückschlags noch läuft, baut sich mit der Infrastrukturdebatte bereits der nächste große Druckblock auf. Der Fußballverband, die Politik und die Städte stehen nun gemeinsam in der Pflicht, schnell belastbare Lösungen vorzulegen.
So ist aus einer turnierorganisatorischen Frage innerhalb kürzester Zeit ein europäisches Topthema geworden. Die EURO 2032 bleibt offiziell ein gemeinsames Projekt von Italien und der Türkei. Doch nach Ceferins ungewöhnlich harter Warnung steht fest: Wenn Italien bei den Stadien nicht liefert, könnte sich die gesamte Gastgeberstatik dieses Turniers noch einmal grundlegend verändern.









































