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·3 juillet 2026
Überragend im Zweikampf, gefährlich bei Standards – deswegen passt Luka Lochoshvili zum FC

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Simon Bartsch
3 Juli, 2026
Die Kölner haben nun also ihren ersten Spieler unter Vertrag genommen. Luka Lochoshvili soll die Kölner verstärken. Zwar hat der Georgier noch nie Bundesliga gespielt, doch die Werte sprechen für den Abwehrspieler.
Luka Lochoshvili gilt als kopfballstark und kompromisslos (Foto: Christof Koepsel/GettyImages)
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Wie sich das Kölner Stadion gut gefüllt anhört oder anfühlt, weiß Luka Lochoshvili bereits – wenn auch seine Erinnerungen an Köln vielleicht nicht die besten sind. Mit Georgien kassierte der Abwehrspieler eine derbe Niederlage im Achtelfinale der Europameisterschaft 2024 gegen Spanien. 1:4 hieß es nach 90 Minuten, in denen Georgien noch durch ein Eigentor in Führung gegangen war. Eine Runde später scheiterte Deutschland ebenfalls an der Furia Roja. Nun wird das Kölner Stadion zur Heimat für den 28-Jährigen, der einen Vertrag bis 2029 bei den Kölnern unterschrieben hat. Der FC hat bekanntlich einen weiteren Innenverteidiger gesucht, einen Linksfuß, erfahren, eine sofortige Hilfe. Und einen Abwehrspieler, der durchaus das Potenzial hat, zum Abwehrchef zu werden. Ob der 28-Jährige alle Erwartungen der Geißböcke erfüllen wird, wird sich erst zeigen müssen. Dem Vernehmen nach haben die Kölner rund fünf Millionen Euro für den erfahrenen Abwehrspieler bezahlt – eine hübsche Stange Geld, wenn man sie mit der Verpflichtung von Jakub Kaminski vergleicht.
Der Blick auf die Zweitliga-Daten der vergangenen Spielzeit erscheint aufschlussreich. Lochoshvili gewann überragende 76,4 Prozent seiner Defensivduelle, das als unumstrittener Stammspieler der Nürnberger, der nur ein Spiel aufgrund einer Gelbsperre verpasste. Nur zwei Spieler waren in der vergangenen Spielzeit in der 2. Bundesliga besser. Geht der Abwehrspieler also ins Eins-gegen-eins, dann gewinnt er den Zweikampf in drei von vier Fällen. „Lochoshvili ist in der Defensive und vor allem im direkten Duell nur sehr schwer zu besiegen. Es gab kaum einen Angreifer, der im Eins-gegen-eins gut aussah“, sagt Julian Berce, Datenanalyst von ball-orientiert, der mit seinem Kollegen Christian Pöhlmann auch die Plattform „Clubfokus“ zum 1. FC Nürnberg betreibt. „Auch durchaus prominente Namen wie Ex-Nationalspieler Mergim Berisha prallten da schnell ab. Er ist sehr gut darin, seinen Körper zwischen Ball und Gegenspieler zu drücken und ist so oftmals früher am Ball.“
Mit einer Körpergröße von 1,92 Metern ist der Spieler auch in der Luft eine Bank, gewinnt zwei Drittel seiner Luft-Duelle. Lochoshvili ist kein Spieler, der bei Standards und hohen Bällen in Bedrängnis gerät. Für einen Bundesligisten, der in der vergangenen Saison genau in dieser Kategorie seine größten Schwächen zeigte, ist das ein konkreter Mehrwert. Vor allem, weil der Spieler auch bei Standards im Offensivbereich gefährlich wird. Lochoshvili erzielte in der vergangenen Saison fünf Tore für Nürnberg, drei nach Freistößen oder Ecken. Und das sowohl mit dem Kopf als auch mit dem Fuß. „Er hat in der Jugend sogar Stürmer gespielt und für den FCN das ein oder andere offensive Ausrufezeichen gesetzt“, sagt Berce.
Auch in Sachen Antizipation gehört der Abwehrspieler zu den besseren der Liga, fängt oft die Kugel ab. Doch die Defensivarbeit ist die eine Seite der Wahrheit. Den anderen Teil der Geschichte erzählt die Arbeit nach vorne. Ein überragender Aufbauspieler war Lochoshvili in der vergangenen Spielzeit nicht. Gerade bei den Vertikalpässen schlichen sich zu oft Fehler ein, der Georgier gehört zum unteren Durchschnitt sowohl bei der Anzahl der Pässe als auch bei der Genauigkeit. „Sein Spielaufbau ist jetzt nicht gerade unfassbar spektakulär. Er hat einen ordentlichen linken Fuß, kann andribbeln und auch mal über längere Distanz den Ball anbringen, aber er wird dir keine zehn perfekten diagonal flache Pässe in die Zwischenräume spielen“, so Berce. Mit 88,8 Prozent allgemeiner Passgenauigkeit und 54,4 Prozent bei langen Bällen ist er verlässlich genug, um nicht zur Schwachstelle im Aufbau zu werden. Er gibt den Ball sicher weiter – er gestaltet ihn nur nicht aktiv. Spannend: Lochoshvili kann auch auf der linken Außenbahn spielen, unter anderem bei der EM im Nationaldress. Als Backup für die linke Seite wäre der Georgier sicher eine Alternative.
Ob der Innenverteidiger das Zeug zum Bundesliga-Spieler hat, ist offen. Seine neun Karten und seine Foulstatistik lassen aber keine Zweifel daran, dass er mit Physis und Körperlichkeit das Duell sucht. „Ich traue ihm definitiv zu, in der Bundesliga zu spielen und dass er defensiv eine absolute Bereicherung für Köln sein wird“, sagt Berce. Die Werte sprechen aber eine klare Sprache pro Lochoshvili.
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