RB Leipzig
·24 mars 2026
Vom Zweifler zum Leader: David Raum geht voran

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·24 mars 2026

Es war eine der ersten großen Entscheidungen, die Ole Werner als Cheftrainer von RB Leipzig traf. Kurz vor Beginn der Saison 2025/26 machte er David Raum zum neuen Kapitän der Roten Bullen. "Er ist prädestiniert für solch eine Rolle", sagte Ole damals. David verkörpere für ihn "das, was wir sehen wollen von der Mannschaft, diesen Hunger, diese Entwicklungsfähigkeit, auch diese Aggressivität."
Knapp sieben Monate später lässt sich festhalten, dass der Plan unseres Cheftrainers voll aufgegangen ist. David glänzt mit konstant starken Auftritten und füllt seine Rolle mit großer Überzeugung aus. Im "Stern"-Interview sprach er jetzt über seine Kapitänsrolle und wie er sie interpretiert.
Für David gibt es zwei Aspekte, die wichtig sind. Zum einen gehe es um das Selbstverständliche, also "in jedem Spiel und in jedem Training mit Leistung voranzugehen". Das tut er mit seiner Defensivleistung sowie drei Pflichtspieltoren und acht Vorlagen.
Der zweite Aspekt heißt "Verbindungen schaffen". Seine Aufgabe, erklärt David, sei es "viel zu reden, gerade auch mit Spielern, die vielleicht unzufrieden sind, weil sie nicht die Einsatzzeiten bekommen, die sie sich wünschen. Ich habe ganz gute Antennen für solche Spieler."
Anhand von kleinen Signalen, wie einer veränderten Körpersprache, könne er mit seinen 28 Jahren inzwischen erkennen, wenn sich bei einem seiner Mitspieler etwas aufstaut, oder wenn sich Verunsicherung breitmacht. Dann reagiert David schnell und sucht das Gespräch.

David kann in solchen Momenten von seinen eigenen Anfängen berichten. Als junger Spieler konnte er sich fast zwei Jahre lang bei der SpVgg Greuther Fürth in der 2. Bundesliga nicht durchsetzen. Unser Linksverteidiger berichtet: "Ich dachte, vielleicht war's das schon mit dem Fußball und mir. Das war eine schwierige Phase, ich steckte in einem Loch. Ich war verbittert und nicht in der Lage, mich für meine Mitspieler zu freuen, weil ich nur um mich selbst kreiste."
Letztlich halfen David Gespräche mit einem Sportpsychologen weiter. Er lernte, geduldig zu bleiben, seine Mitspieler nicht nur als Konkurrenten zu sehen und auf seinen Trainer zu hören. Der schulte ihn vom Flügelstürmer zum Linksverteidiger um, was sich letztlich als seine Paradedisziplin herausstellen sollte. "Als Defensivspieler war ich eine Wucht, stark in der Abwehr und zudem noch ein ganz guter Flankengeber. Plötzlich war ich, der kurz zuvor noch große Selbstzweifel gehabt hatte, ein begehrter Spieler", erzählt David.

Sein Ziel sei es daher, insbesondere den vielen jungen Spielern im RBL-Kader beizubringen, "dass man an Widerständen nicht zerbrechen muss, sondern an ihnen wachsen kann." Es ist ihm besonders wichtig, diese Erfahrung weiterzugeben, weil ihm ein solches offenes Ohr zu Beginn seiner Karriere fehlte. "Als ich vor zehn Jahren meine Profikarriere begann, war der Ton in der Kabine noch rauer. Viele Spieler kümmerten sich nicht um die Sorgen der Jüngeren, sie waren hauptsächlich auf ihren eigenen Weg fokussiert", sagt David.
Genau das macht er heute anders. David betont: "Ich will ein umsichtiger, sensibler und ansprechbarer Kapitän sein." Das gelingt ihm und damit bestätigt er die Einschätzung von Ole Werner, dass er prädestiniert ist für diesen Job.
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