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FC Schalke 04

·20 mai 2026

Vorstand im Dialog: Auf Schalke eG startet in die nächste Phase

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Der FC Schalke 04 ist zurück in der Bundesliga – und will dort nicht nur ankommen, sondern bleiben. Was dafür sportlich, wirtschaftlich und gemeinschaftlich nötig ist, diskutierten die Vorstände von Schalke 04 und Auf Schalke eG mit rund 450 Fans, Vereins- und Genossenschaftsmitgliedern bei „Vorstand im Dialog: Auf geht’s Schalke!“ in der VELTINS-Arena. Klarer Tenor: Der Genossenschaft kommt auf dem künftigen Weg von Königsblau eine entscheidende Rolle zu.

Der Abend verband strategische Einordnung, konkrete Zahlen und viel Raum für Austausch. Zunächst skizzierten der S04-Vorstandsvorsitzende Matthias Tillmann und der neue Genossenschafts-Vorstandsvorsitzende Jürgen Gerdes in zwei Impulsen, welchen Weg Verein und Genossenschaft gemeinsam einschlagen wollen. Anschließend standen die Fragen der Teilnehmenden im Mittelpunkt: Einige waren bereits im Vorfeld online eingereicht worden, weitere kamen am Abend über den Wortmeldetisch hinzu.


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Die S04-Vorstände Matthias Tillmann, Christina Rühl-Hamers und Frank Baumann sowie Jürgen Gerdes und Michael Kalthoff aus dem Vorstand der Auf Schalke eG griffen die Themen auf und beantworteten sie direkt vor Ort. Zum Abschluss sprachen Frank Baumann, Chef-Trainer Miron Muslic und U19-Chef-Trainer Norbert Elgert im Sport-Talk über Profis, Knappenschmiede und die nächsten Schritte für Königsblau.

In seinem Impuls zu Beginn ordnete Matthias Tillmann zunächst die Fortschritte des Vereins ein. In mehreren Bereichen sei der S04 neben der erfreulichen sportlichen Entwicklung auf einem guten Weg: in der Vermarktung, beim „Schalke-Erlebnis“, bei neuen Formaten für Fans und Mitglieder sowie bei der wirtschaftlichen Stabilisierung. „Wir haben den Verein auf ein gutes Fundament gestellt“, betonte er. Gleichzeitig machte Tillmann deutlich, dass der Aufstieg nur ein Zwischenschritt sein könne: „Wir dürfen jetzt auf keinen Fall den Fehler machen, uns zurückzulehnen. Im Gegenteil: Mit dem Aufstieg müssen wir noch einen Gang höher schalten.“

Gerade deshalb brauche Schalke nun gezielte Investitionen. „Wir müssen nach der Phase der Stabilisierung nun anfangen, nachhaltig zu investieren – vor allem in den Sport“, sagte Tillmann. Der Schalker Weg bleibe dabei klar: „Wir sind ein eingetragener Verein zu 100 Prozent. Das heißt: Wir sind unabhängig und selbstbestimmt. Auch die Arena gehört uns, und das ist gut so – und das soll auch so bleiben.“

Die Auf Schalke eG habe eine Lösung gefunden, die zu Schalke passe: „Die Beteiligung an der Genossenschaft ist keine Spende. Das Kapital bleibt Eigentum der Mitglieder. Die Genossenschaft bündelt dieses Kapital, erwirbt perspektivisch bis zu 49 Prozent der Arena und versorgt den Verein so mit Eigenkapital“, erklärte Tillmann. Das Ziel formulierte der S04-Vorstandsvorsitzende anschaulich: „Wir müssen den Schalker Kreisel in Gang setzen: Sportlicher Erfolg führt zu wirtschaftlicher Stabilität, die gibt uns wiederum mehr Möglichkeiten, in den Sport zu investieren – und das macht uns wieder stärker.“

Jürgen Gerdes, Vorstandsvorsitzender der Auf Schalke eG, griff diesen Gedanken auf und stellte die nächste Phase der Genossenschaft vor. „Gemeinsam, selbstbestimmt, erfolgreich – das ist unser Selbstverständnis“, so Gerdes. Mit Blick auf die sportliche Saison meinte er: „Die Mannschaften haben geliefert, die Trainerteams haben geliefert – jetzt müssen wir liefern, die Mannschaft hinter den Mannschaften.“ In den kommenden Wochen werde die Genossenschaft deshalb zahlreiche Veranstaltungen in ganz Deutschland durchführen: „Wir wollen zu den Menschen, von Nord nach Süd und von Ost nach West.“

Gerdes machte deutlich, dass sportlicher Erfolg und wirtschaftliche Stärke zusammengehören. „Wenn man Erfolg haben will, muss man stark sein – absolut stark, aber auch relativ stark im Vergleich zum Wettbewerb“, sagte er. Im Fußball brauche es dafür aus seiner Sicht zwei Achsen: „Die vertikale Achse vom Aufsichtsrat bis zum Trainerteam und die horizontale Achse auf dem Platz, vom Torwart bis zu den Stürmern. Wenn diese beiden Achsen funktionieren, wird man Erfolg haben. Das hat diese Saison gezeigt.“ Gleichzeitig erinnerte Gerdes daran, dass Schalke wirtschaftlich weiter vor großen Aufgaben stehe. „Bei Finanzen ist es wie im Fußball: Man spielt nach vorne“, sagte er. Über alte Fehler zu sprechen, helfe nicht weiter. Entscheidend sei, die Altlasten so zu bearbeiten, dass der Verein wieder stärker handeln könne.

Die Genossenschaft sei dabei der Schalker Weg: „Die Genossenschaft sammelt Geld und kauft bis zu 49 Prozent der Anteile. Am Ende gehört die Arena zu 51 Prozent dem FC Schalke 04 und zu 49 Prozent der Auf Schalke eG – also wieder Schalke.“ Sein Wunsch für die nächste Etappe: „Unser großer Traum ist, dass möglichst viele mitmachen. Um ehrlich zu sein: unser Traum ist, dass alle mitmachen.“

In der anschließenden Fragerunde beantworteten die Vorstände des Vereins und der Genossenschaft die Fragen der Fans. S04-Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers erläuterte, wie die bisherigen Mittel aus der Genossenschaft dem Verein bereits konkret geholfen haben: „Wir hatten im Sommertransferfenster deutlich mehr Handlungsfreiheit und konnten Themen flexibler angehen, weil wir wussten: Da ist ein Betrag, der helfen wird.“ Genau diese Flexibilität sei wichtig gewesen, „damit wir im Sport keine Entscheidungen treffen müssen, die wir nicht treffen wollen“. Entsprechend habe die Genossenschaft auch einen Anteil am Aufstieg.

Rühl-Hamers erklärte zudem, warum der Rückkauf von Arena-Anteilen für den Verein strategisch wichtig sei. „Wir wollen selbst Herr im Haus, Herr in dieser Arena bleiben“, sagte sie. Mehr als 50 Prozent bedeuteten, „dass man bestimmen kann, was man hier in der Arena machen will“. Mit dem Geld der Genossenschaft habe der Verein selbst auch Anteile der VELTINS-Arena von den Stadtwerken Gelsenkirchen zurückgekauft: „Das Kapital der Genossenschaft hat zugleich sportlich und wirtschaftlich geholfen.“

Michael Kalthoff, im Vorstand der Auf Schalke eG für Finanzen zuständig, gab einen Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung der Genossenschaft. „Wir haben 5,4 Prozent an der Stadiongesellschaft für 7,5 Millionen Euro erworben und sind damit seit Januar bereits stolzer Besitzer eines Teils der Arena“, erklärte Kalthoff. Nun gehe der Blick nach vorn: „Jetzt starten wir Phase zwei. Jetzt geht es darum, dass wir uns alle zusammen weiter um die Genossenschaft kümmern und den Verein erfolgreich nach vorne bringen.“

Sportvorstand Frank Baumann machte deutlich, wo zusätzliche Mittel Wirkung entfalten können. „Wir müssen in alle Bereiche investieren – sowohl im Nachwuchsbereich als auch im Profibereich“, so Baumann. Dabei gehe es um Spieler und Infrastruktur: „Wir brauchen einen zusätzlichen Trainingsplatz. Das ist eine der ersten Maßnahmen, die wir angehen wollen.“ Die Genossenschaft könne dabei helfen, die wirtschaftliche Basis des Vereins zu stärken: Zusätzliche Mittel würden nicht „irgendwo“ landen, sondern gezielt dort eingesetzt, wo sie „uns kurz-, mittel- und langfristig wettbewerbsfähiger machen.“

Im Sport-Talk rückte anschließend die Knappenschmiede in den Fokus. Norbert Elgert, Chef-Trainer der U19, sprach über die Arbeit mit jungen Spielern – und über den Anspruch auf Schalke. Dass die Ausbildung als hart beschrieben werde, sehe er anders: „Ich würde eher sagen: konsequent.“ Dafür gebe es drei Gründe: „Der Club hat riesengroße Ziele, unsere U19 hat große Ziele, und der Spieler selbst hat große Ziele.“ Entsprechend arbeite man jeden Tag „mit größter Wertschätzung und größtem Respekt“ daran, besser zu werden. Elgert betonte zudem, dass Ausbildung weit über Technik, Taktik und Athletik hinausgehe: „Wir Trainer und Ausbilder sollten viel mehr sein als Vermittler von Fußballinhalten. Wir sollten auch Vermittler von gesunden Werten sein – von Demut, Respekt, Dankbarkeit, Integrität und Toleranz.“ Fußball könne für junge Menschen „auch ein Stück Schule des Lebens“ sein.

Miron Muslic unterstrich die Bedeutung der Knappenschmiede aus Sicht der Lizenzmannschaft. „Das Fundament eines starken Schalke 04 war immer eine exzellente Nachwuchsarbeit“, sagte der Chef-Trainer. Bereits bei seiner Unterschrift habe er erkannt, welchen Wissensschatz der Verein mit Norbert Elgert und der Knappenschmiede habe: „Es wäre naiv von mir gewesen, nicht auf diesen Wissensschatz zurückzugreifen.“ Mit Mika Wallentowitz, Vitalie Becker und Mertcan Ayhan nannte Muslic gleich drei Talente aus der Knappenschmiede, die in der zurückliegenden Saison besonders auf sich aufmerksam gemacht hätten, und betonte zugleich, worauf es für die Zukunft ankommt: „Es geht um Spieler mit Qualität, um Spieler mit Talent, um Spieler mit höchstem Potenzial.“ Nur wenn Schalke diese Talente gewinne und halte, könne die Knappenschmiede dauerhaft „Toptalente nachschießen“.

Zum Abschluss setzten Muslic und Elgert auch persönlich ein Zeichen: Beide unterschrieben ihre Beitrittserklärungen zur Auf Schalke eG und zeichneten Genossenschaftsanteile. Anschließend nutzten zahlreiche Mitglieder der Genossenschaft die Gelegenheit für Fotos mit den beiden Chef-Trainern auf dem Rasen und im Spielertunnel. Viele Neuzeichner hielten dabei stolz ihre Urkunde in den Händen. So endete der Abend mit einem starken Bild: Schalke geht seinen Weg gemeinsam, aus eigener Kraft und mit der Überzeugung, sportlich wie wirtschaftlich wieder dauerhaft stärker zu werden.

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