REAL TOTAL
·7 juin 2026
Wahlsieg! Pérez bleibt Real-Präsident: „Das zweitbeste Ergebnis“

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·7 juin 2026

Florentino Pérez bleibt bei Real Madrid der Chef – Screenshot: Realmadrid TV
MADRID. Jetzt hatte er mal einen Herausforderer – aber auch diesmal setzt er sich durch: Florentino Pérez bleibt trotz der Schieflage mit zwei Spielzeiten in Folge ohne Titel an der Spitze von Real Madrid. Der 79-Jährige hat am Sonntag bei der ersten richtigen Präsidentschaftswahl seit 2006 die Oberhand gegen Enrique Riquelme behalten.
Die Mehrheit der Mitglieder wählte nicht den 37 Jahre alten Energie-Unternehmer, sondern den mit 37 Trophäen erfolgreichsten Präsidenten der Vereinsgeschichte, der damit in seine schon sechste Amtszeit geht. Sie läuft bis zum Sommer 2030. Pérez erhielt 21.741 Stimmen (65 Prozent), sein Rivale 11.814 (35 Prozent).
Wahlberechtigt waren alle volljährigen und im Wählerverzeichnis eingetragenen Mitglieder des Klubs, insgesamt 75.214 Menschen. Die Wahlbeteiligung lag am Sonntag mit 33.555 Stimmen bei 44,6 Prozent – zumindest mit Blick auf die Voting-Anzahl ein neuer Bestwert. Zuvor resultierte dieser mit 33.116 Stimmen aus dem Jahr 2000. Auch Pérez und Riquelme durften in der Basketballhalle auf dem Real-Gelände in Valdebebas zur Urne schreiten. Verkündet wurde das Ergebnis am Montag gegen 0.45 Uhr, die Prozente erschienen sogar erst nach 2 Uhr.
Um 0.50 Uhr trat Pérez in seiner Wahltagstätte, dem Hotel NH Collection Madrid Eurobuilding, noch öffentlich auf. In seiner Rede sagte der Gewinner: „Es ist ein freudiger Tag für den Madridismo. Vielen Dank für eure Unterstützung, denn ohne die Stimmen unserer Mitglieder wäre dieser Wahlsieg nicht möglich gewesen. Wir haben an allen Wahltischen gewonnen, in allen Altersgruppen, und das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte der Wahlen bei Real Madrid erzielt. Das beste Ergebnis haben ebenfalls wir im Jahr 2004 erreicht. Es ist ein ausgezeichnetes Ergebnis. Und ich muss sagen, dass es sogar noch besser hätte ausfallen können, denn uns wurden fast 1000 Briefwahlstimmen für ungültig erklärt – Stimmen, die notariell beglaubigt sind. Wegen formaler Mängel wurden sie nicht anerkannt. Dagegen werden wir Einspruch einlegen, weil wir glauben, dass wir im Recht sind. Ich möchte mich auch an diejenigen Mitglieder wenden, die mich nicht gewählt haben. Ich werde alles daran setzen, auf ihre Sorgen und Anregungen einzugehen. Wir werden unsere Arbeit weiter intensivieren, damit alle wissen, dass wir die Bereitschaft und das Verständnis haben, ihren Problemen zuzuhören. Wir werden ihnen näher sein als je zuvor, denn wir alle sind Real Madrid.“
Der unterlegene Riquelme: „Herzlichen Glückwunsch an Florentino. Und herzlichen Glückwunsch an alle Mitglieder, die ihre Stimme abgeben konnten. Das ist ein großartiger Erfolg für diese Kandidatur. Für uns ist dies nicht das Ende, sondern ein Anfang. Real Madrid wird nicht weitere 20 Jahre ohne Wahlen erleben. Es geht darum, das Erbe zu wahren und die bisher versäumte Debatte anzustoßen. Das Beste daran ist, dass die Stimmen der Mitglieder gehört werden.“
Dass der mächtigere, bekanntere und besser vernetzte Pérez bei der Wahl als Gewinner hervorgeht, war im Vorfeld zu erwarten. Ein Erfolg von Riquelme wäre eine große Überraschung gewesen. Möglicherweise verschiebt sich dieser aber auch einfach nur in die Zukunft. Fakt ist: Pérez wird am 8. März 2027 80 Jahre alt, wird nicht mehr ewig das Oberhaupt der Königlichen bleiben. Bei einem nächsten Versuch könnte es für den jungen Geschäftsmann klappen. Auch ein Pérez war einst zunächst gescheitert. 1995 hatte er das Nachsehen gegenüber Ramón Mendoza, 2000 gewann er das Rennen dann gegen Lorenzo Sanz.
Riquelme hatte im Vorfeld zwar großspurig mit den Verpflichtungen von Erling Haaland und Rodrigo Hernández für sich geworben, dazu Raúl González Blanco als Sportdirektor angekündigt. Gleichzeitig kam aber ein Widerspruch auf, was die Besetzung des Trainerpostens angeht: Zunächst sprach der aus der Provinz Alicante stammende Spanier – geboren in Cox – davon, er würde mit seinem ausfindig gemachten Coach und Raúl bereits am Kader arbeiten, später kam jedoch heraus, dass Jürgen Klopp die erklärte Wunschlösung von Raúl an der Seitenlinie sei und er nach einem potentiellen Wahlsieg Kontakt zu ihm aufnehmen wolle.
Pérez hingegen war klar, kündigte die Rückkehr von José Mourinho an, sofern er die Mitglieder-Mehrheit erhält. Nachdem er sie bekommen hat, ist nun jederzeit mit der Verkündung der Verpflichtung des „Special Ones“ seitens des Klubs zu rechnen. Das gleiche gilt in den Fällen Ibrahima Konaté (kommt ablösefrei vom FC Liverpool) und Denzel Dumfries (kommt per Ausstiegsklausel für 20 Millionen Euro von Inter Mailand). Die Transfers beider Verteidiger bestätigte Pérez im Vorfeld der Wahl, die er am 12. Mai ausgerufen hatte, obwohl er erst Anfang 2025 abermals konkurrenzlos in seinem Amt bestätigt worden war.
Spannend wird es bei den Madrilenen nun aber vor allem rund um das Vorhaben des Bauunternehmers, einen Rekord-Einkauf zu tätigen. „Am Dienstag werde ich einem bedeutenden Champions-League-Klub ein Angebot für einen großen Spieler unterbreiten, der zum teuersten Einkauf in der Geschichte von Real Madrid werden würde. 150 Millionen Euro mindestens“, so Pérez am Donnerstag in der Sendung „Horizonte“ beim spanischen Fernsehsender CUATRO. Er verneinte jeden Namen, der ihm genannt wurde – auch den von Michael Olise. Angeblich hat er es aber auf den Rechtsaußen des FC Bayern München abgesehen. Zunächst waren die Spekulationen der Öffentlichkeit in Richtung Vitinha und João Neves von Paris Saint-Germain gegangen, da im Mittelfeld der Merengues Handlungsbedarf herrscht. Ruhig wird es nach der Wahl jetzt also nicht.
Florentino Pérez nimmt die Verpflichtung eines Mega-Stars in Angriff, der mindestens 150... weiterlesen
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