DFB-Frauen
·20 mars 2026
Werder-Stürmerin Mara Alber: "Das Vertrauen zurückzahlen"

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Seit Beginn des Jahres trägt U 23-Nationalspielerin Mara Alber das Trikot des SV Werder Bremen in der Google Pixel Frauen-Bundesliga. Die Offensivspielerin, die im Sommer von der TSG Hoffenheim zum FC Chelsea gewechselt war, wurde bis zum Saisonende ausgeliehen. Im DFB.de-Interview spricht die 20-Jährige mit Mitarbeiter Ralf Debat über ihren Wechsel, ihre Torpremiere und das Rennen um Rang drei.
DFB.de: Wie groß war die Erleichterung, als Ihnen beim 4:2-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt Ihr erster Treffer im Bremer Trikot gelungen ist, Frau Alber?
Mara Alber: Schon sehr groß. Offensivspielerinnen werden auch an ihren Toren gemessen. Viel wichtiger war jedoch, dass es ein sehr wichtiger Treffer zu unserer 3:2-Führung war.
DFB.de: Zuvor waren für den SV Werder aus den ersten drei Partien des Jahres drei Unentschieden herausgesprungen. Hinzu kam das Pokalaus in Essen. Welche Bedeutung hatte der erste Dreier vor diesem Hintergrund?
Alber: Keine Frage, nach den bisherigen Ergebnissen war schon ein wenig Frust dabei. In der Liga hatten wir zwar jeweils gepunktet, konnten aber nicht wirklich zufrieden sein - mit der Leistung im Pokalspiel erst recht nicht. Auch deshalb lag die Motivation bei 100 Prozent.
DFB.de: Dabei holte Ihre Mannschaft sogar einen 0:2-Rückstand auf. Was hat den Ausschlag für die Wende gegeben?
Alber: Wir waren gut ins Spiel gekommen und hatten uns direkt einige Chancen erarbeitet. Als wir dann dennoch die beiden Gegentore kassiert haben, dachte ich schon, das kann doch nicht wahr sein. Das gesamte Team hat jedoch Moral bewiesen. Vor allem die beiden Tore von Larissa Mühlhaus vor der Pause haben uns ein gutes Gefühl gegeben.
DFB.de: Seit Ihrer Verpflichtung im Winter haben Sie alle vier Ligaspiele und auch das Pokalspiel von Beginn an bestritten. Haben sich damit Ihre Erwartungen erfüllt, die mit Ihrer Leihe vom FC Chelsea an die Weser verknüpft waren?
Alber: Auf jeden Fall. Für mich ist wichtig, so viel Spielzeit wie möglich zu sammeln, um mich weiterzuentwickeln. Dass wir als Team immer versuchen, Fußball im wahrsten Sinne des Wortes zu spielen, kommt mir sehr entgegen. Ich bin dankbar für das Vertrauen des Vereins und möchte das mit guten Leistungen zurückzahlen.
DFB.de: Was waren die wichtigsten Gründe für die zumindest vorläufige Rückkehr in die Bundesliga?
Alber: Nach dem ersten halben Jahr bei Chelsea war klar, dass ich Spielpraxis benötige, um mich zu entwickeln. Es gab auch die Möglichkeit, in England zu bleiben, aber ich hatte bei den Gesprächen mit Werder direkt das Gefühl, dass hier alles passt. Dazu kenne ich die Liga und die Rahmenbedingungen in Deutschland.
DFB.de: Welche Rolle hat Trainerin Friederike Kromp gespielt, mit der Sie unter anderem schon bei der U 17-Nationalmannschaft zusammengearbeitet hatten?
Alber: Das war definitiv ebenfalls ein wichtiger Faktor. Ich kenne ich favorisiertes Spielsystem und wusste, dass sie mir vertraut.
DFB.de: Wie zufrieden sind Sie mit Ihren bisherigen Leistungen?
Alber: Es ist nicht so einfach, während der Saison in ein neues Team zu kommen. Von daher läuft es schon ganz ordentlich, würde ich sagen. Es geht aber immer noch mehr.
DFB.de: Ihren Durchbruch hatten Sie bei der TSG Hoffenheim geschafft. Im Sommer folgte der Wechsel zum FC Chelsea. Warum hat es dort noch nicht wie gewünscht funktioniert?
Alber: Diese Frage habe ich mir selbst natürlich auch schon oft gestellt. Ich konnte dort mit Topspielerinnen trainieren, habe auch immer wieder positive Rückmeldungen zu meinen Trainingsleistungen bekommen. Das Problem war jedoch, dass gerade auf meiner Position in der Offensive die Konkurrenz riesengroß ist, so dass ich zu keinen Einsätzen kam. Von daher war klar, dass wir etwas verändern müssen.
DFB.de: Wie würden Sie insgesamt die bisherigen Erfahrungen während Ihrer ersten Auslandsstation beschreiben?
Alber: Zu Beginn war ich sehr aufgeregt und nervös. Mit 19 Jahren nach England zu gehen, ist keine Selbstverständlichkeit. Die Eingewöhnung fiel mir dann aber überraschend leicht, ich habe mich in London echt wohl gefühlt. Es war eine coole und wertvolle Erfahrung, die mir für die Zukunft sicherlich helfen wird.
DFB.de: Ist es nach wie vor Ihr Ziel, sich bei Chelsea durchzusetzen?
Alber: Ja, definitiv.
DFB.de: Eine feste Größe sind Sie in der U 23-Nationalmannschaft. Wie wertvoll sind diese internationalen Begegnungen?
Alber: Ich habe es als große Wertschätzung empfunden, dass ich eingeladen wurde, obwohl ich in England nicht gespielt habe. Gerade deshalb waren die Einsätze für mich besonders wertvoll. Grundsätzlich ist es immer gut, sich international messen zu können.
DFB.de: Sie haben auch zuvor sämtliche DFB-Nachwuchsteams durchlaufen. Wie nah sehen Sie sich bereits an der A-Nationalmannschaft?
Alber: Gute Frage, schwierig zu beantworten. Es ist auf jeden Fall das Ziel, eines Tages für die DFB-Frauen aufzulaufen. Die Grundvoraussetzung dafür ist, sich im Verein durch gute und konstante Leistungen zu empfehlen. Daran werde ich arbeiten.
DFB.de: Ihre Teamkollegin Larissa Mühlhaus hat gerade als erste Bremer Spielerin Ihr Debüt gefeiert. Wie sehr haben Sie sich mitgefreut?
Alber: Ich war zu der Zeit ja auch mit der U 23 unterwegs, wir haben das Spiel auf dem Tablet geschaut - und uns riesig gefreut. Es war ein traumhafter Einstand für Larissa, die sich das mit ihren Leistungen auch absolut verdient hat.
DFB.de: Wie empfinden Sie das Zusammenspiel?
Alber: Es klappt auf jeden Fall immer besser. Wir verstehen uns gut, ticken fußballerisch ähnlich und sind beide sehr flexibel, was unsere Positionen betrifft. Das macht schon Spaß.
DFB.de: Der SV Werder überwinterte überraschend auf Platz drei und befindet sich nach wie vor in Schlagdistanz zu einem Platz im internationalen Geschäft. Wie bewerten Sie die Chancen, dort bis zum Saisonende mitzumischen?
Alber: Noch fünf Mannschaften kämpfen um den Platz hinter Bayern und Wolfsburg. So eng war es wohl noch nie. Von daher kann wirklich alles passieren. Ich traue uns auf jeden Fall zu, bis zum Ende der Saison den Anschluss zu halten.
DFB.de: Auch wegen der beiden noch ausstehenden Nachholpartien gegen den VfL Wolfsburg und den FC Bayern München wartet ein knackiges Programm. Wie gut sehen Sie das Team dafür gerüstet?
Alber: Kräftemäßig sehe ich da kein Problem. Wir haben einen breiten Kader, auch wenn wir zuletzt ein paar Verletzungsprobleme hatten. Was die beiden Nachholspiele angeht, ist aber auch klar, dass wir nicht unbedingt alle sechs Punkte einplanen können. (lacht) Das heißt, wir müssen weiter konstant unsere Zähler sammeln, um oben dranzubleiben.
DFB.de: Am Montag werden Sie mit Bremen erstmals im Stadion An der Alten Försterei beim 1. FC Union Berlin auflaufen. Mit welchen Erwartungen?
Alber: Ich habe schon von einigen Freundinnen gehört, wie gut die Stimmung dort ist. Deshalb ist die Vorfreude groß. Wir bereiten uns bestmöglich vor und wollen an den Sieg gegen Frankfurt anknüpfen. Unser Ziel ist es ganz klar, drei Punkte zu holen.
DFB.de: Was nehmen Sie sich persönlich für den Saisonendspurt mit dem SV Werder vor?
Alber: Auch wenn es sich wie eine Floskel anhört, tun wir gut daran, nicht an das Saisonende zu denken, sondern nur von Spiel zu Spiel. Selbstverständlich werden wir versuchen, das Maximum aus jeder Partie herauszuholen. Mein Ziel ist es, dem Team dabei zu helfen, gerne auch mit dem einen oder anderen Treffer.









































