Borussia Dortmund
·16 mars 2026
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Sein seliges Lächeln vor der wogenden Südtribüne verriet mehr als tausend Worte. Mit leuchtenden Augen und sichtlichem Stolz genoss Reggiani nach dem Abpfiff im Kreis seiner Mitspieler die Ovationen der Fans. Das kühne Szenario von einem eigenen Treffer im vollbesetzten heimischen Fußball-Tempel, das er sich noch vor dem Anpfiff ausgemalt hatte, war plötzlich Realität. „Dass es dann so kommt, ist einfach unbeschreiblich. Ich bin wahnsinnig glücklich. Im Moment geht alles so schnell: das Debüt, die Champions League, jetzt das erste Tor“, schwärmte der erst 18-Jährige Abwehrspieler völlig losgelöst und hielt den magischen Moment in einem Selfie fest.
Der Treffer in der 59. Minute sorgte beim BVB für großes Gefühlskino. Als sich der Ball nach seinem Kopfball ins lange Ecke senkte, schlug Reggiani beinahe ungläubig die Hände über dem Kopf zusammen, drehte mit weit ausgebreiteten Armen ab und verschwand wenige Sekunden später in einer Traube seiner Mitspieler vor der Dortmunder Ersatzbank. „Seine Emotionen waren wunderschön. Er hat ja gar nicht gewusst, wohin mit sich“, kommentierte Trainer Niko Kovac. BVB-Kapitän Nico Schlotterbeck war ähnlich fasziniert: „So viel Freude habe ich selten gesehen.“
Märchenhafter könnte der Einstieg eines Nachwuchsspielers in den Profifußball kaum verlaufen. Noch vor wenigen Wochen hätte Reggiani von einem solchen Nachmittag nur träumen können. Abseits des großen öffentlichen Interesses war er in der U19 ein verlässlicher Abwehrspieler, der sein Potenzial für höhere Aufgaben immer wieder andeutete. Eine stattliche 1,94 Meter Körpergröße, konsequente Zweikampfhärte und mentale Stabilität brachten ihm intern den Ruf als „Gladiator“ ein.
Schon früh machte das Talent auf sich aufmerksam. Als sich der BVB vor zwei Jahren erfolgreich um eine Verpflichtung von Reggiani aus dem Nachwuchs des italienischen Erstligisten US Sassuolo bemühte, setzte sich der Klub gegen namhafte internationale Konkurrenz durch – und bewies damit ein gutes Gespür. Mit der U17 wurde Reggiani Deutscher Meister, später übernahm er als Kapitän der U19 Verantwortung. Nach einer monatelangen Knieverletzung kämpfte er sich mit großem Ehrgeiz zurück.
Die angespannte Personallage im Team von Chefcoach Niko Kovac – bedingt durch die Ausfälle von Emre Can, Niklas Süle und Filippo Mane – öffnete die Tür zu den Profis. Beim 2:1-Sieg in Wolfsburg am 7. Februar wurde er in der Schlussphase eingewechselt. Keine zwei Wochen später debütierte er auf noch größerer Bühne und stand beim 2:0 in der Champions League gegen Bergamo sogar in der Startelf.
Mit seinen Aufgaben wuchs auch das Medieninteresse: „Was ‚Gladiator‘ Reggiani abhebt und zu einer seriösen Alternative macht“, titelte das Fachmagazin Kicker nach seinem zweiten Pflichtspiel bei den Profis und zitierte den Dortmunder U19-Coach Felix Hirschnagl: „Reggiani macht es Woche zu Woche überragend. Nach schwierigen Startbedingungen durch die Knieverletzung ist er inzwischen ein absoluter Führungsspieler. Sein Profidebüt hat er sich aufgrund seiner Einstellung und Arbeit verdient.“
Die Partie gegen Augsburg rückte den italienischen U19-Nationalspieler aus Modena endgültig ins Rampenlicht. Für Innenverteidiger Waldemar Anton war dabei nicht nur der Treffer entscheidend: „Als Abwehrspieler schaut man zuerst darauf, dass hinten nichts anbrennt. Das hat er heute gut und fehlerfrei gemacht“, lobte der Routinier. „Das Tor war dann das i-Tüpfelchen.“ Anton gab dem euphorisierten Talent gleich noch einen pragmatischen Rat mit auf den Weg: „In diesem Alter geht es darum, von Spiel zu Spiel zu denken, immer wieder Leistung zu bringen und sich so die Bestätigung zu holen.“









































