FC Bayern München
·23 avril 2026
Wie sich Mainz seit dem Hinrundenduell mit Bayern verbessert hat

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Als sich der FSV Mainz 05 und der FC Bayern vor fünf Monaten letztmals gegenüberstanden, war die Mainzer Sicht der Dinge noch eine ganz andere. Die Rheinhessen hatten bis dato eine vollkommen verkorkste Saison erlebt, waren mit sechs Punkten aus 13 Partien als Tabellenletzter nach München angereist und hatten sich gerade erst von ihrem Trainer Bo Henriksen getrennt. Der Schweizer Urs Fischer feierte so in der Allianz Arena seine Premiere auf der Bank der Nullfünfer und hauchte dem Abstiegskandidaten wieder Leben ein. Zwar zählte der Datendienstleister Opta bei Abpfiff der Partie 24:5 Torschüsse und unglaubliche 85 Prozent Ballbesitz zugunsten der Hausherren – am Ende brauchten die Münchner gegen die unermüdlichen Mainzer (132,5 km Laufleistung waren Höchstwert in dieser Saison) jedoch ein Elfmetertor von Harry Kane in der 87. Minute, um noch einen Punkt zu retten (2:2).
Jetzt, ein knappes halbes Jahr später, hat sich bestätigt, was sich damals bereits angedeutet hatte. Fischer hat Mainz mit seiner ruhigen Art wieder in die Spur gebracht. Seit seinem Amtsantritt sammelte der aktuelle Tabellenzehnte 28 Punkte in 17 Spielen, was einem hervorragenden siebten Platz in diesem Zeitraum entspricht. Nach 24 Gegentoren in den ersten 13 Partien sank der Schnitt unter seiner Leitung deutlich von 1,8 auf 1,2 Gegentore pro Spiel. In 17 Bundesliga-Spielen kassierte der 60-Jährige zudem nur drei Niederlagen mit seinem Team – das unterbietet ligaweit nur der FC Bayern in diesem Zeitraum (eine Niederlage).
Aus fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz wurden so aktuell acht Zähler Vorsprung. Mit einem Sieg beim Wiedersehen mit den Bayern an diesem Samstag (15:30 Uhr) wäre jetzt sogar der vorzeitige Klassenverbleib möglich – vorausgesetzt, St. Pauli gewinnt nicht zeitgleich gegen den 1. FC Heidenheim. „Die Mannschaft ist stabil, lässt sich nicht so schnell aus dem Konzept bringen, und das macht mich optimistisch“, sagte Mainz’ Sportvorstand Christian Heidel und fand lobende Worte für den Coach: „Wir sind auf jeden Gegner optimal eingestellt, die filetiert er vorher regelrecht. Das gibt der Mannschaft große Sicherheit.“
Allerdings ist Fischer nicht der erste Mainzer Trainer, der mit dem Club eine Achterbahnfahrt erlebt. Auch Vorgänger Henriksen hatte den FSV einst im Februar 2023 auf einem direkten Abstiegsplatz übernommen, den Klassenverbleib geschafft und sich im Jahr darauf noch sensationell für die Conference League qualifiziert. Dort erreichten die Mainzer nun unter Urs Fischer erstmals in der Vereinsgeschichte ein Viertelfinale im Europapokal. Die Runde der besten Vier wurde in der vergangenen Woche aber trotz des 2:0-Hinspielerfolgs gegen Racing Straßburg verpasst (0:4 im Rückspiel). Mainz ist so aktuell zwar wieder seit drei Pflichtspielen sieglos, tankte mit dem Last-Minute-Punktgewinn in Mönchengladbach – der Mainzer Ausgleich fiel erst in Minute 90.+8 – aber Selbstvertrauen für das Duell mit dem FCB.
Die Leistungen auf internationalem Parkett sowie auch die Stabilität in der Bundesliga unterstreichen, dass den Bayern nun also ein schweres Auswärtsspiel bei einem unbequemen Gegner bevorsteht – so, wie es die Münchner zuletzt häufiger erfahren mussten: Vier der jüngsten fünf Bundesliga-Gastspiele in der MEWA Arena gingen verloren. Aus dem aktuellen Mainzer Kader wissen also einige Spieler, wie sich ein Sieg gegen die Bayern anfühlt. Überhaupt verfügt das Team über viel Erfahrung, mit 29 Jahren und 94 Tagen stellt der FSV im Schnitt die älteste Startelf der Liga. Herauszuheben aus dem Mainzer Kollektiv ist Nadiem Amiri (29), der mit elf Toren klar bester Torschütze des Teams ist. Im Tor überzeugt Daniel Batz, der vor dieser Saison gerade einmal auf vier Bundesliga-Einsätze zurückblicken konnte. Mit nun 35 Jahren deutet er aber Woche für Woche an, dass man ihm ruhig schon früher eine Chance im Oberhaus hätte geben können – allein im Hinrundenduell mit den Bayern zeigte er acht Paraden.
Es ist wohl kaum zu erwarten, dass die Hausherren am Samstag spielerisch mit den Bayern mithalten wollen – nach Union Berlin (71,5 Prozent) hat die Mannschaft von Urs Fischer die schwächste Passquote der Liga (74,9 Prozent). Dazu gehört Mainz zu den Mannschaften, die die wenigsten Tore aus dem laufenden Spiel erzielt haben, fast die Hälfte der 36 Saisontore fiel im Anschluss an einen ruhenden Ball (17). Vielmehr wird der FSV versuchen, den Münchnern mit einem kämpferischen Auftritt die Lust am Spiel zu nehmen. Das Team von Vincent Kompany wird dagegenhalten müssen, um die eigene Erfolgsserie weiterzuführen.
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