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·29 juin 2026

WM-Jagd: Wer sind die heißesten Shootingstars des Turniers?

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Drei Gruppenspiele reichen. Manchmal sogar weniger. Der WM-Nachfrageeffekt ist brutal schnell – und für Klubs, die zu lange abwarten, wird er sündhaft teuer.

Während in den Stadien Nordamerikas die K.-o.-Runde anlauft, haben die Berater-Telefone längst auf Dauerbetrieb geschaltet. Real Madrid, der FC Bayern, Liverpool, PSG – die europäische Elite schaut nicht nur auf das Scoreboard, sondern auf die Youngster, die plötzlich aus dem Nichts Partien dominieren und Ablösesummen in ungeahnte Dimensionen treiben. Drei Namen stehen dabei ganz oben auf den Wunschlisten.


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Bouaddi: 18 Jahre, 70 Millionen – und Casemiro ausgespielt

Das 1:1 gegen Brasilien zum Turnierauftakt war das Spiel, das alles veränderte. Ayyoub Bouaddi war omnipräsent, spielte von 66 Zuspielversuchen 60 erfolgreich weiter und hatte mit 87 Ballkontakten die meisten seines Teams. Das ist keine beeindruckende Statistik für einen 18-Jährigen – das ist beeindruckend, Punkt. Dass er dabei Routinier Casemiro zeitweise wie einen Wasserträger aussehen ließ, hat sich in den Scouting-Abteilungen der Topklubs eingebrannt.

Real Madrid, auf der Suche nach Mittelfeld-Verstärkung, soll von der Idee einer Verpflichtung sehr angetan sein, Scouts der Königlichen sollen beim Brasilien-Spiel vor Ort gewesen sein. Aber Madrid ist nicht allein: Manchester City hat offenbar bereits Kontakt zu Lille aufgenommen, um die Möglichkeiten eines Transfers auszuloten – und auch Arsenal, Barcelona und PSG haben ihre Fühler ausgestreckt. Lille, das Bouaddis Vertrag erst im Dezember bis 2029 verlängert hat, ist ab einer Summe von 70 Millionen Euro gesprächsbereit.

Bouaddi selbst gibt sich demonstrativ unbeeindruckt: Kein Wort zu Transfers, voller Fokus auf das Turnier. Der Teenager hat klargestellt, einen Klub nur dann wechseln zu wollen, wenn er dort eine tragende Rolle spielen kann. Für einen 18-Jährigen eine bemerkenswert klare Haltung – und im Grunde das Vernünftigste, was er sagen konnte.

Diomandé: Das teuerste Problem der Bundesliga

Yan Diomandé ist ein Phänomen, das die Fußballwelt noch vor einem Jahr kaum kannte. Der im November 2006 geborene Ivorer spielte noch 2022 High-School-Fußball in Florida, ehe er über Leganés im Januar 2025 nach Leipzig kam. Was seitdem passiert ist, grenzt ans Märchenhafte.

Der 19-Jährige hat bei RB Leipzig eine außergewöhnliche erste Bundesliga-Saison abgeliefert, bei der WM knüpft er nahtlos daran an – und Elfenbeinküste hat damit den Einzug in die K.-o.-Runde geschafft. Leipzig hat den Preis inzwischen auf 130 bis 150 Millionen Euro angehoben – eine Summe, die noch vor zwölf Monaten niemand für einen Spieler aus der Eredivisie oder La Liga Segunda hätte formulieren können.

Das Rennen um seine Unterschrift ist unübersichtlich. Liverpool hat bereits ein Angebot eingereicht und eine Absage kassiert, der Klub bereitet offenbar ein verbessertes Gebot vor. Laut dem renommierten Transferjournalisten David Ornstein hat Diomandé PSG als bevorzugtes Ziel auserkoren, weil er dort regelmäßig Trophäen gewinnen und sich in Richtung Ballon d’Or entwickeln will. Real Madrid beobachtet die Situation ebenfalls – wenn auch abhängig davon, ob Rodrygo oder Vinicius den Verein verlassen. Für Leipzig ist das eine komfortable Ausgangslage: Wer den Ivorer will, muss tief in die Tasche greifen.

Manzambi: Der Joker, der zur Startelf gehört

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Foto: Getty Images

Drei Tore und eine Vorlage in der Gruppenphase – das klingt nach einem soliden Turnier. Dass Manzambi dabei zweimal nur eingewechselt wurde, macht die Zahlen absurd. Laut Opta-Daten ist er nach Thomas Müller (2010) und Kylian Mbappé (2018) erst der dritte U21-Spieler überhaupt, der bei einer WM auf vier direkte Torbeteiligungen kommt. Das ist keine Fußnote – das ist Gesellschaft, in der man gerne steht.

Der 20-jährige SC-Freiburg-Profi aus Genf hat in 15 Länderspielen bereits sechsmal getroffen – für einen Mittelfeldspieler eine Ausbeute, die Stürmer neidisch macht. Dass Thomas Müller als TV-Experte dem FC Bayern öffentlich empfahl, sich Manzambi genauer anzusehen, war der vielleicht lauteste inoffizielle Werbeslogan dieser WM. Newcastle United soll dem SC Freiburg laut übereinstimmenden Berichten von Sky Sports und Daily Mail konkret Interesse signalisiert haben, und der Freiburger Sportdirektor Klemens Hartenbach gab die Marschrichtung so aus: Entweder werde man super verkaufen – oder man habe einen super Spieler.

Der Bayern-Weg: Clever agieren, bevor der Hype explodiert

Während andere Klubs beim Transfer-Poker noch ihre Karten sortieren, hat der FC Bayern in einem entscheidenden Fall längst zugeschlagen. Der Festanteil der Ablöse für Ismael Saibari von PSV Eindhoven liegt unter 50 Millionen Euro, mit möglichen Boni bewegt sich der Gesamtrahmen bei maximal 52 Millionen. Der Medizincheck soll bereits in den USA stattgefunden haben, der 25-jährige Marokkaner hat einen Vertrag bis 2031 unterschrieben.

Das Timing ist kein Zufall. Bayern und Trainer Vincent Kompany hatten Saibari schon vor dem Turnier als Priorität identifiziert. Jetzt, wo der Offensivmann mit zwei WM-Toren glänzt und sein Wert sichtbar steigt, wirkt die Vorabeinigung geradezu wie ein Schnäppchen. So funktioniert smarter Transfermarkt: nicht auf den Hype warten, sondern ihn vorhersehen.

Real Madrids Großoffensive – und warum sie trotzdem nach mehr greifen

Die Königlichen agieren in diesem Sommer auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Mit Cucurella von Chelsea, Bernardo Silva als ablösefreiem Transfer von Manchester City und Ibrahima Konaté von Liverpool haben sie bereits drei Zugänge offiziell gemacht. Denzel Dumfries von Inter wird als nächster erwartet. Das Durchschnittsalter der bisherigen Neuzugänge liegt bei fast 29 Jahren – José Mourinho, der neue Trainer an der Seitenlinie, baut erkennbar auf sofortigen Erfolg statt auf langfristige Entwicklung.

Und trotzdem schielt Madrid auf die WM-Entdeckungen. Bouaddi steht auf dem Zettel, Diomandé ebenfalls – abhängig von den eigenen Abgängen. Mit derzeit 27 Spielern im Kader weiß man in Madrid, dass vor weiteren Zugängen erst Abgänge her müssen. Das bremst die Offensivplanung, eliminiert sie aber nicht.

Der Effekt hinter den Zahlen

Was diese WM einmal mehr demonstriert: Wenige Wochen auf der großen Bühne können Karrieren und Marktpreise in einer Geschwindigkeit transformieren, die kein normales Ligaspiel erreicht. Bouaddi, Diomandé, Manzambi – keiner von ihnen ist eine Überraschung für die Scouts, die sie seit Monaten beobachten. Aber die Weltöffentlichkeit hat jetzt ein Gesicht zu den Namen. Und sobald das passiert, schlägt der Markt zu.

Für die abgebenden Klubs – Lille, RB Leipzig, SC Freiburg – ist das eine bequeme Position. Für die kaufenden ist es ein Wettlauf gegen die Zeit, gegen andere Interessenten und gegen die eigene Haushaltslage. Wer zu früh kauft, zahlt fair. Wer wartet, zahlt doppelt.

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