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·22 avril 2026

Zweitliga-Abstiegskampf: F95 droht Rückkehr – Münster abgeschlagen?

Image de l'article :Zweitliga-Abstiegskampf: F95 droht Rückkehr – Münster abgeschlagen?

Die Konstellation der 3. Liga 2026/27 nimmt in den kommenden Wochen kontinuierlich Formen an. Eine der vielen spannenden Fragen: Wer kommt aus der 2. Bundesliga (zurück)? Auch vier Spieltage vor dem Saisonende sind diesbezüglich alle Fragen offen. Doch die Tendenzen sind klar erkennbar, und speziell für mehrere westdeutsche Vereine sieht es düster aus.

Fast gerettet: 1. FC Nürnberg & VfL Bochum

Eines muss man der 2. Bundesliga lassen: Sie steht in puncto Spannungsfaktor der 3. Liga oftmals in nichts nach – und bietet dem neutral gesinnten Fußballfan insbesondere im Tabellenkeller aktuell viel mehr Action als der dritthöchsten Spielklasse, in der sich der Großteil der Absteiger schon mehrere Wochen vor dem Saisonende so gut wie gefunden hat. Eine Etage höher muss ab dem 9. Tabellenplatz, den aktuell der 1. FC Nürnberg bekleidet, noch gezittert werden, mindestens sechs Vereine sind höchst akut bedroht und keiner von ihnen bereits chancenlos abgeschlagen. Höchste Zeit also, sich einen Überblick zu verschaffen. Denn die Formkurven der beteiligten Klubs könnten im Verlauf der Saison kaum unterschiedlicher verlaufen.


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Beide Vereine kennen den Abgrund, beide sind ihm dank individueller Qualität entwischt: Mit nur einem Punkt aus den ersten fünf Saisonspielen stand der 1. FC Nürnberg mal tief im Keller, der VfL Bochum verlor bis zum 8. Spieltag siebenmal. Weil sie in der Folge gut punkteten und in beiden Kadern allein durch diverse Talente viel mehr Potenzial steckt als bei manch weniger betuchtem Kellerkind, können sie sich jetzt sogar eine ziemlich zähe Saisonphase leisten. Vor allem in Bochum ist die Stimmung aber bescheiden, seit der Bundesliga-Absteiger zuletzt mit Kiel, Magdeburg und Dresden an gleich drei Kellerkinder Punkte verteilte. Nur das zwischenzeitliche 4:1 über Braunschweig hat den VfL und Trainer Uwe Rösler aus den gröbsten Sorgen befreit.

Zu gut für den Abstieg: Dynamo Dresden und Holstein Kiel

Der Wandel von Dynamo Dresden ist ein höchst erstaunlicher: In der Hinserie noch Schlusslicht mit nur 13 Punkten, sammelten die Elbestädter im Jahr 2026 bereits 22 – und es dürften in der aktuellen Form noch einige hinzukommen. Auch wenn der Weg aus dem Keller steinig war, so ist das Selbstvertrauen unter anderem aufgrund von echten Statement-Siegen wie dem 6:0 über Münster oder dem 2:0 in Nürnberg in luftigste Höhen gewachsen. Auch dank eines machbaren Restprogramms wirkt der Klassenerhalt wie Formsache, es wäre das Ergebnis einer blitzsauberen Transferpolitik im Winter.

Deutlich länger benötigte Holstein Kiel für den Turnaround, doch eine Serie von zehn Punkten zwischen den Spieltagen 27 und 30 hat den zunächst kritisch beäugten Trainerwechsel hin zu Rückkehrer Tim Walter voll bestätigt. Die Sorge des Vorjahres-Bundesligisten, in die 3. Liga durchgereicht zu werden, ist so klein wie seit Monaten nicht mehr.

Form- und spielstark im Aufwind: 1. FC Magdeburg und Greuther Fürth

Der 1. FC Magdeburg war am 25. und 26. Spieltag Tabellenletzter, Greuther Fürth zwischen den Runden 18 bis 24. Kaum zu glauben, dass beide nur wenige Wochen später von den Rängen 13 und 14 grüßen und sich zumindest schmale zwei Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone erarbeitet haben. Die Gründe ähneln sich, denn sowohl FCM (48 Tore) als auch Fürth (43 Tore) definieren sich primär über ihre Offensivqualität – gerade bei Magdeburg war durchaus erstaunlich, wie stoisch die neue Club-DNA des attraktiven und mutigen Ballbesitzfußballs durchgezogen wurde, selbst als man dem Abgrund wiederholt entgegenblickte. Der Lohn folgte nun mit zwölf Toren aus den vergangenen vier Partien, die für immerhin neun Punkte reichten.

Fürth ließ mit Siegen gegen die Spitzenteams Hannover, Elversberg und jüngst gegen Darmstadt aufhorchen, muss aber aufpassen. Gerade auswärts schleichen sich immer wieder schwache Leistungen ein. Die SpVgg ist – neben Nürnberg und Bochum – der einzige abstiegsbedrohte Klub, der noch nie in der 2008 gegründeten 3. Liga gespielt hat.

Plötzlich in arger Not: Bielefeld, Braunschweig & Düsseldorf

Ein Trio streitet derzeit um den direkten Klassenerhalt sowie die Hintertür Relegation – und einiges deutet darauf hin, dass dies bis Saisonende so bleibt. Denn sowohl Arminia Bielefeld als auch Eintracht Braunschweig und Fortuna Düsseldorf sind weit entfernt von der Formstärke jener Teams, die es nun tabellarisch zu verfolgen gilt. Bielefeld wirkt dabei nach bloßer Leistung am stabilsten, die Mannschaft harmoniert und überzeugt mit Kampf, jedoch immer weniger mit spielerischen Elementen. Trainer Mitch Kniat soll bis Saisonende fest im Sattel sitzen, auch wenn die kritischen Stimmen außerhalb des innersten Kreises immer lauter werden.

Braunschweig und Düsseldorf haben diesen Trainerwechsel erst kürzlich vollzogen: Lars Kornetka folgte bei den Niedersachsen auf Heiner Backhaus. Doch obgleich der 48-Jährige taktisch deutlich variableren Input zu geben scheint als sein Vorgänger, bleiben die Ergebnisse bislang mit fünf Punkten aus fünf Spielen mäßig. Der BTSV, der im vierten Jahr in Serie tief im Abstiegskampf steckt, muss zudem an drei von vier verbleibenden Spieltagen auswärts ran und ist in dieser Bilanz Vorletzter – alles andere als ermutigend.

Fortuna Düsseldorf installierte schließlich bereits den 3. Trainer der Saison: Auf Daniel Thioune und Markus Anfang folgte Alexander Ende, der wenige Wochen zuvor bei Schlusslicht Preußen Münster entlassen wurde. Ende war in seiner Karriere nie Feuerwehrmann, sondern vielmehr langfristiger Entwickler – eine allemal ungewöhnliche Entscheidung von Sportchef Sven Mislintat. Bezahlt gemacht hat sie sich nicht: Das Debüt in Magdeburg ging mit 0:2 verloren und F95 rutschte auf den 17. Platz, es war die bereits fünfte Pleite in Folge. Nie war die Gefahr so groß wie jetzt, nach 17 (!) Jahren zurück in die 3. Liga zu müssen.

Völlig von der Rolle: Preußen Münster

Ist hier noch etwas zu retten? Preußen Münster startete mit Coach Alexander Ende furios in die Saison, verstrickte sich dann erst in Personal- und dann in Mentalprobleme. Seit Jahresbeginn taumelt der SCP durch die Liga (nur acht Punkte aus 13 Spielen), lässt sich dabei von Gegnern abschießen, die er in der Hinrunde noch zumindest phasenweise dominiert hatte. Schwache Wintertransfers und vielleicht sogar die Ende-Entlassung runden ein Sammelsurium unglücklicher Entscheidungen auf Managementebene ab. Endes Nachfolger Alois Schwartz versucht sich nun am einfachsten Ansatz, der Mauertaktik. Erfolgreicher ist auch dies nicht, nur sieht der Fußball der Westfalen jetzt auch dem Tabellenplatz entsprechend aus. Angesichts des harten Restprogramms sollte ein Abstieg eingeplant werden. Was aber Hoffnung macht: Zum Relegationsplatz fehlen derzeit nur drei Punkte.

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