Borussia Dortmund
·2 Februari 2026
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„Wir kämpfen, wir erarbeiten uns die Siege. Das ist auch eine Qualität, wenn man solche Spiele zieht. Aber mein Fokus liegt ganz klar erst einmal im Rückspiegel“, lautete die ehrliche und authentische Analyse von Niko Kovac nach dem irgendwie glücklichen, aber irgendwie auch verdienten 3:2-Sieg über den 1. FC Heidenheim, dessen couragierter Auftritt alles andere als der eines Tabellenletzten war. 20:12 Torschüsse, 4,17 zu 2,54 x-Goals, also der aufgrund der Chancenqualität erwartbarer Treffer, 12:3 Ecken, 58 Prozent Ballbesitz und auch die um drei Kilometer höhere Laufleistung (BVB: 120,1 / FCH: 117,2) sprachen eindeutig für Borussia Dortmund – die dicken Möglichkeiten für Marvin Pieringer auf eine 3:1-Führung für den Gegner, die Ausgleichschancen zum 3:3 in der Nachspielzeit für Arijon Ibrahimovic und Mikkel Kaufmann dagegen. Früher hätte Borussia Dortmund ein solches Spiel womöglich noch aus der Hand gegeben.
Am Sonntagabend rettete die Mannschaft jedoch den 3:2-Vorsprung ins Ziel und verkürzte den Rückstand auf Tabellenführer Bayern München auf sechs Punkte. Das um 34 Treffer bessere Torverhältnis des Tabellenführers macht daraus aber faktisch sieben Punkte. Und genau sieben Punkte beträgt wiederum auch (nur) der Vorsprung auf Rang fünf, unterstellt man einen Leverkusener Sieg im Nachholspiel gegen den HSV.
„Es sind noch 14 Spieltage“, betonte Kovac: „Ich bin letztes Jahr am 21. Spieltag gekommen, von daher weiß ich, wie viele Punkte noch zu vergeben sind. Wir haben es geschafft, von Platz elf auf vier zu springen, und ich weiß ganz genau, dass die anderen das auch versuchen werden. Deswegen punkten wir, um die anderen hinter uns zu behalten.“
In einem in der zweiten Halbzeit „teilweise vogelwilden“ Spiel (O-Ton Nico Schlotterbeck) hatte sich der BVB zunächst eine hart erarbeitete 1:0-Führung durch den Treffer von Waldemar Anton in der 44. Minute aus der Hand nehmen lassen, lag kurz nach der Halbzeitpause durch einen Doppelschlag von Julian Niehues mit 1:2 zurück. Der BVB wankte (Pieringer hätte das 1:3 machen können), aber er fiel nicht, er kämpfte sich zurück. Nach gut einer Stunde gab es einen Handelfmeter – und ungewöhnliche Szenen zwischen dem mittlerweile ewigen Lamentieren bis zur Ausführung.
Nico Schlotterbeck, an diesem Abend Kapitän, schnappte sich den Ball. Die etatmäßigen Strafstoßschützen Emre Can (erkrankt) und Ramy Bensebaini (Bank) standen nicht auf dem Platz. Erst kurz vor der Ausführung reichte Schlotterbeck den Ball weiter an Serhou Guirassy. Es war eine Finte, wie Schlotterbeck nach dem Spiel im Interview bei DAZN andeutete und Kovac später auf der Pressekonferenz genauer erläuterte: „Schlotti hat eine falsche Fährte gelegt. Denn oftmals, wenn der Schütze den Ball hat, während noch alles überprüft wird, laufen zig gegnerische Spieler vorbei, die den Schützen beeinflussen und manipulieren wollen. Schlotti hat das Ding einfach auf sich genommen und Serhou so die Ruhe verschafft, die er braucht, um dann den Elfmeter zu schießen.“
Guirassy verwandelte und legte nur 84 (!) Sekunden nach einem Konter das 3:2 nach. Doch fünf Minuten vor dem Ende, beim zweiten Elfmeter für den BVB, klappte das Ablenkungsmanöver nicht. Guirassy verschoss und war damit indirekt mitverantwortlich für die turbulente Schlussphase, die sich bei einem 4:2-Vorsprung vermutlich nicht so zugetragen hätte. Guirassy war dennoch der Matchwinner, auch wenn er in Zukunft nicht mehr zum Strafstoß antreten will. „Elfmeter sind für mich erstmal beendet“, sagte er nach seinem wettbewerbsübergreifend fünften Fehlschuss in den vergangenen zwölf Monaten. „Mister 100 Prozent“, Emre Can, dürfte bis kommenden Samstag zum Auswärtsspiel in Wolfsburg wieder gesund sein.Boris Rupert








































