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·30 Juli 2026
3. Liga international: Tschechische "fotbalova liga" im Fokus

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·30 Juli 2026

Die 3. Liga in Deutschland wird bald volljährig! Seit fast 18 Jahren existiert die Spielklasse, die einen Imagewandel von der "Pleite-Liga" zum Zuschauermagneten durchlebt hat. Wie sieht es eigentlich in anderen Ländern aus? liga3-online.de wirft einen Blick auf die internationalen Wettbewerbe. Heute: Die "fotbalova liga" in Tschechien.
Von 1993 bis 2019 wurde die dritthöchste Spielklasse als Amateurliga mit 32 Mannschaften ausgetragen, seitdem wurde das Teilnehmerfeld um 18 weitere Teams erweitert. Dabei teilt sich alles in die "Česká fotbalová liga" (CFL) und "Moravskoslezská fotbalová liga" (MSFL) auf, was wiederum nach geografischen Aspekten eingeteilt wird – einmal die Klubs aus Böhmen, in der anderen Staffel die Vereine aus Mähren und Schlesien. So treten insgesamt 32 Vereine in der CFL an – und das wieder aufgespalten in zwei gleichgroße Gruppen, aus denen beide Meister in die zweitklassige "Chance Narodni Liga" aufsteigen. Aus der MSFL kommt ein weiterer Meister als dritter Aufsteiger hinzu.
Durch den Status als höchste Amateurklasse ziehen in der "fotbalova liga" reihenweise die Zweitvertretungen der Profiteams ein. Insgesamt 18 von 48 Teams sind auf die Spitzenklubs in Tschechien zurückzuführen – und manche B-Mannschaft, wie sie überwiegend betitelt werden, spielt sogar schon in der darüberliegenden Klasse. In der 2. Liga spielen mit dem SK Slavia Prag B und dem FC Banik Ostrau B zwei weitere Zweitvertretungen, die zweite Mannschaft von Sparta Prag war gerade erst in die dritthöchste Liga abgestiegen.
Mit dem SK Dynamo Budweis, dem MFK Vitkovice und dem FK Benesov treten zugleich drei ehemalige Erstligisten im Wettbewerb an. Budweis kann auf die größte Historie verweisen, denn der Verein aus Südböhmen – weltweit auch für die Herstellung des Budweiser Bieres bekannt – bestritt 784 Spiele in der tschechischen Spitzenklasse. Den umgekehrten Weg in die "Chance Liga" hat der SK Artis Brünn als aktuell einziger Klub geschafft. Elf weitere ehemalige Drittligisten spielen heute in der zweithöchsten Liga.
Je nach Teilnehmerfeld variieren die Zuschauerzahlen, aber selten liegen die Partien im vierstelligen Bereich – abgesehen von echten Top-Spielen bewegt sich das Interesse an der "fotbalova liga" doch eher im mittleren dreistelligen Bereich. Ein deutlicher Abfall ist logischerweise durch die Vielzahl der B-Mannschaften zu spüren, da die Partien – und das kennen die Fans der deutschen 3. Liga genauso – der Nachwuchsteams eher selten besucht werden. Gerade die direkten Duelle locken auch mal weitaus weniger als 100 Fans an. Zu den größten Stadien zählen das "Andrův stadion" vom SK Sigma Olmütz und das "Stadion Stovky" vom FK Frydek-Mistek mit 12.400 und 12.566 Plätzen. Marktwerte werden aufgrund des Amateurstatus der Liga auch in Tschechien nicht geschätzt.
Der SC Olympia Radotin, der SK Rakovnik und der FK Arsenal Ceska Lipa hatten zwischen 2018 und 2026 jeweils einen Cheftrainer an der Seitenlinie stehen, der im deutschen Profifußball bestens bekannt ist – als ehemaliger Bundesliga-Profi. David Jarolím spielte beim FC Bayern München, dem 1. FC Nürnberg und dem Hamburger SV, woraufhin er zum FC Évian nach Frankreich weiterzog und kurz darauf in die tschechische Heimat zurückkehrte. Dort wurde er Cheftrainer im Amateurbereich, wo er ansehnliche Ergebnisse in der CFL-Staffel erreichte. In 56 Drittliga-Partien ging Jarolim insgesamt 46 Mal als Sieger hervor, was einen Schnitt von 2,48 Punkten pro Spiel bedeutet. Seit Juni ist der 47-Jährige jedoch vereinslos, nachdem er Ceska Lipa in die zweithöchste Spielklasse geführt hat.
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