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·21 Maret 2026
3:3! Wildes Derby ohne Sieger

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Borussia Mönchengladbach verpasste am Samstag in Köln den Derbysieg. Ein Treffer von Martel in der 84. Minute bedeutete den 3:3-Endstand, nachdem die Borussen zweimal durch Treffer von Castrop in Führung gegangen waren und Sander den zwischenzeitlichen Rückstand in einem wilden Derby ausgeglichen hatte.
Borussias Trainer Eugen Polanski nahm gegenüber dem Heimsieg gegen St. Pauli vor einer Woche zwei Veränderungen in der Startelf vor: Mohya und Bolin (beide Bank) wurden durch Reitz (nach Rotsperre) und Honorat ersetzt. Das 100. Derby der Bundesligageschichte benötigte keine Anlaufzeit – im Gegenteil. Keine 30 Sekunden waren gespielt, da zappelte der Ball bereits im Kölner Netz.
Reitz hatte den Ball zu Tabaković gespielt, der ihn in Höhe der Mittellinie auf Honorat ablegte. Der Franzose spielte einen feinen Pass nach links in den Lauf von Castrop, der von einem Fehler Neumanns profitierte und durch die Beine von Schwäbe zur frühen Führung für die Fohlen traf. Ein Traumstart für die Gladbacher – doch der Jubel der mitgereisten Fans verebbte schnell.
Kölner Doppelschlag kontert Castrops Blitzstart
Johannesson schlug einen weiten Ball nach vorne, wo El Mala relativ ungedrängt im Strafraum annehmen konnte. Scally kam nicht rechtzeitig, um den Drehschuss des Kölners zu blocken – stattdessen fälschte er ihn so ab, dass er durch die Beine von Nicolas zum Ausgleich ins Tor zischte (4.). Müngersdorf war geweckt, und Köln legte direkt nach. Die Borussen verteidigten viel zu nachlässig: Engelhardt konnte eine scharfe Hereingabe von Kaminski nicht blocken, und im Fünfmeterraum hatten Sander und Elvedi kein Auge für Ache, der völlig freistehend aus kurzer Distanz die Kölner Führung erzielen konnte (7.).
Der FC hatte das Spiel also innerhalb von drei Minuten gedreht, und die Borussen drohten kurzzeitig, komplett die Kontrolle zu verlieren. Eine weitere gefährliche Annäherung der Kölner blieb zum Glück ohne Folgen (10.). Allmählich fingen sich die Fohlen und konnten das Spiel mit eigenen Ballbesitzphasen beruhigen, während die Kölner nicht mehr so energisch attackierten wie in der Anfangsphase.
Sander trifft im zweiten Versuch
Nach einer Halbfeldflanke von Scally köpfte Castrop über das Tor (14.), doch sechs Minuten später kamen die Borussen zum Ausgleich. Elvedi verlagerte weit und präzise auf Castrop, der den Ball auf der linken Seite gekonnt annahm und mitnahm. Fast von der Grundlinie brachte Castrop den Ball in den Strafraum, wo Sander am zweiten Pfosten aus dem Rückraum herangeeilt war. Dessen Rechtsschuss wurde geblockt, doch den Rebound verwandelte Sander mit links zum 2:2 (20.).
In der Folgezeit zeigten die Borussen die reifere Spielanlage und ließen den Ball sehr ordentlich durch die eigenen Reihen zirkulieren. Der FC hatte nur noch eine nennenswerte Chance, als Ache nach einer Ecke in die Arme von Nicolas köpfte (30.). Die Gladbacher konnten aus ihrer leichten optischen Überlegenheit kein Kapital schlagen. Am nächsten dran war Diks, der nach einer scharfen Hereingabe von Stöger im Anschluss an eine abgewehrte Ecke den Ball direkt verlängerte – die Kugel strich hauchzart am langen Pfosten vorbei (40.).
Traumtor von Castrop zur erneuten Führung
Auch nach dem Seitenwechsel ließen die Fohlen zunächst nichts anbrennen und agierten stabil gegen recht einfallslose Kölner. Der neuerliche Führungstreffer nach einer Stunde war daher alles andere als unverdient. Nach einem Zuspiel von Engelhardt machte Castrop halblinks, zwanzig Meter vor dem Tor, zwei Schritte nach innen und zog ab – der Ball senkte sich perfekt und flog via Unterkante der Latte in den Winkel. Ein wunderschöner Treffer zum 3:2 für die Borussia.
Diesmal ließen sich die Gladbacher die Führung nicht so schnell nehmen. Die Kölner wirkten phasenweise konsterniert und hilflos. Allerdings verpassten es die Fohlen, in dieser Phase mit mehr Vehemenz auf den vierten Treffer zu gehen. Stattdessen beschränkte man sich weitgehend darauf, die Gefahr vom eigenen Tor fernzuhalten. Das wurde zunehmend zum Vabanquespiel, insbesondere nachdem die Kölner frische Offensivkräfte gebracht hatten, während die Borussen in unveränderter Besetzung spielten.
Martel köpft zum Ausgleich und fliegt dann vom Platz
Je länger das Spiel dauerte, desto näher kamen die Kölner dem Tor. Zunächst konnten die Gladbacher noch klären – so wie Elvedi, der zwei Meter vor der Linie per Kopf rettete (75.). Doch entlastende Ballbesitzphasen fehlten, und auch wenn der FC weiterhin nicht wirklich zwingend wurde, fiel in der 84. Minute der Ausgleich. Nach einer Ecke setzte sich Martel gegen Elvedi und Diks durch und köpfte aus kurzer Distanz zum 3:3 ein.
Das war extrem ärgerlich für die Borussen und schien die eigentlich schon fast geschlagenen Kölner neu zu beleben. Ein Sturmlauf der Gastgeber war zu befürchten – doch zum Glück erwies Torschütze Martel seiner Mannschaft einen Bärendienst. Bereits wegen eines Ellenbogenchecks verwarnt, ging er erneut mit dem Arm voraus in ein Kopfballduell und traf Scally im Gesicht – die Gelb-Rote Karte war die logische Konsequenz (86.). In Unterzahl blieb die Kölner Schlussoffensive aus, und auch wenn die Borussen noch zweimal annähernd gefährlich im gegnerischen Strafraum auftauchten, blieb es letztlich beim 3:3-Unentschieden.
Unter dem Strich geht das Ergebnis in Ordnung, auch wenn Borussia spielerisch leichte Vorteile hatte und drei Auswärtstore eigentlich zu mehr als einem Punkt reichen müssten.
von Marc Basten – TORfabrik.de | Foto: Norbert Jansen – Fohlenfoto
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