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·21 Juni 2026
49 Prozent für Europa? Gladbachs Investoren-Plan

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·21 Juni 2026

In der aktuellen Ausgabe des Fohlenpodcasts hat Gladbachs CEO Stefan Stegemann die Tür für einen möglichen Einstieg von Investoren bei Borussia aufgemacht bzw. die Diskussion über einen möglichen Einstieg eines Partners eröffnet. Im Rahmen der 50+1-Regel hätte der Verein die Möglichkeit, 49 % seiner Vereinsanteile zu verkaufen. Der Einstieg eines Investors müsste jedoch durch die Mitgliederversammlung beschlossen werden. Bei einem Traditionsverein wie Borussia Mönchengladbach ist das ein heikles und schwieriges Thema.
Bereits die Vermarktung des Stadionnamens an die Firma ista hat für eine Menge Diskussionen gesorgt. In den kommenden fünf Jahren wird die Mannschaft von Eugen Polanski im „ista-Borussia-Park“ auflaufen. Auf der einen Seite wird der Verein durch den Deal in den nächsten Jahren ca. 25 Millionen Euro zusätzlich einnehmen und auf der anderen Seite befürchten viele Fans eine zunehmende Kommerzialisierung ihres Vereins und dadurch den Verkauf der Vereinsidentität sowie die damit verbundenen steigenden Preise bei einem Stadionbesuch (Ticketpreise, Anreise, Catering usw.).

Der ista-Borussia-Park – Photo by Christof Koepsel/Getty Images
Doch die große Frage ist, ob sich der Verein der Kommerzialisierung überhaupt entziehen kann und trotzdem die hohen Erwartungen am Niederrhein erfüllen kann. Fakt ist jedoch, dass der Verein in den letzten Jahren deutlich unter seinen Möglichkeiten geblieben ist und teilweise fatale Managemententscheidungen getroffen wurden. Da würde auch zusätzliches Geld nichts bringen. Mit Rouven Schröder und Andre Hechelmann bauen sich die Fohlen derzeit ein kompetentes Management auf, das das vorhandene Geld anscheinend auch gut einsetzt.
Grundsätzlich muss der Einstieg eines Investors nicht immer negativ sein. Durch den Verkauf von 49 % der Anteile könnte der Verein gerade mit einer solchen Strahlkraft massive Gelder bewegen. Auf der einen Seite befürchten viele Fans, dass es mit einem Investor langfristig in einer Katastrophe endet. Als mahnende Beispiele werden oftmals 1860 München (Hasan Ismaik), Hertha BSC (Lars Windhorst), der HSV (Klaus-Michael Kühne) oder auch englische Clubs angeführt.
Die genannten Beispiele sind auch berechtigt und zeigen ein klares Muster. Einzelpersonen ohne Fußball-Background, die einen Fußballclub als Marketing-Ball benutzen, sind oft zum Scheitern verurteilt. Ein strategischer Investor wäre für viele Fans wohl eher darstellbar. Es müsste ein Partner sein, der bereits seit Jahren im internationalen Fußball bestens vernetzt ist und dem Verein durch den Einstieg nicht nur finanziellen Mehrwert bieten kann, sondern auch auf fachlicher Ebene.

Investoreneinstieg im Rahmen von 50+1 in Gladbach möglich –
IMAGO / Sven Simon
Der wohl naheliegendste Partner wäre Puma als internationales Sportunternehmen und Ausrüster der Fohlen. Der Sportartikelhersteller hätte wohl auch bei vielen Fans eine hohe Akzeptanz. Eine strategische Partnerschaft mit Puma würde auch die BMG-News-Redaktion befürworten.
Die größte Befürchtung unserer Redaktion ist jedoch, dass durch den Einstieg eines Investors womöglich vorhandene Strukturen weiter gefestigt werden, anstatt externe Expertise in den Verein zu holen. Ein klassisches Beispiel wäre hier die Firma Sonepar als ehemaliger Arbeitgeber von Gladbachs Chef Stefan Stegemann. Diese Lösung wäre eine klassische „Klüngelei-Lösung“ ohne sportlichen Background oder Expertise.
Jedoch ist es auch deutlich wahrscheinlicher, dass Borussia die verfügbaren 49 % nicht an einen Investor abgibt, sondern an mehrere Investoren verkauft wie beim FC Bayern München. Die Münchener halten noch 75 % ihrer Anteile und haben den Rest an Allianz, Adidas und Audi zu gleichen Anteilen vermarktet.
Ein ähnliches Portfolio wäre bei Borussia Mönchengladbach ebenfalls denkbar. Mit Audi und Puma hätte man bereits zwei mögliche Optionen als Sponsoren unter Vertrag. Auch eine große Versicherung wie AXA oder eine internationale Marke wie Spotify wären spannende Optionen, die den Fohlen neue Möglichkeiten bieten würden. Auf Strecke wird es wahrscheinlich kaum noch möglich sein, das internationale Geschäft ohne externe Gelder zu erreichen. Daher muss man womöglich schon die Frage stellen, ob es dem Verein ausreicht, auf Strecke eher in der unteren Bundesligahälfte angesiedelt zu sein oder durch den Einstieg von Investoren neue Ziele auszurufen.
Das der Verein an dieser ehrlichen Diskussion in den kommenden Jahren wohl nicht vorbeikommt, dürfte klar sein.
Wie positioniert ihr euch zu einem möglichen Einstieg von Investoren bei Borussia Mönchengladbach? Schreibt es in die Kommentare!
🖊 Autor: Jan David Busch
📷 Photo by IMAGO / Maximilian Koch
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