"Absolut unwürdig": Leipzig-Boss Schäfer über Werner-Aus | OneFootball

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·29 Juni 2026

"Absolut unwürdig": Leipzig-Boss Schäfer über Werner-Aus

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Die Art und Weise der Trennung von Ole Werner sorgte im Umfeld von RB Leipzig für reichlich Unverständnis. Schließlich hatte der 38-Jährige, der zuvor bereits bei Holstein Kiel und Werder Bremen erfolgreiche Arbeit geleistet hatte, die Leipziger in seiner ersten Spielzeit mit 20 Siegen, fünf Unentschieden und neun Niederlagen in 34 Bundesligaspielen souverän auf den dritten Tabellenplatz und damit in die Champions League geführt. Dennoch erfuhr Werner von seinem endgültigen Aus offenbar während seines Urlaubs aus den Medien.

Schäfer übt scharfe Selbstkritik

Im Interview mit der Bild fand Marcel Schäfer nun klare Worte für die unglückliche Kommunikation des Vereins. Zwar sei die sportliche Analyse, die letztlich zur Trennung führte, ein langer, fortlaufender Prozess gewesen, in dem man sich über die zukünftige Ausrichtung austauschte. Doch der Manager räumt ein: "Dass sich dazwischen dann vieles aus verschiedensten Gründen in der Öffentlichkeit abgespielt hat, war sowohl dem Menschen als auch dem Trainer Ole Werner gegenüber absolut unwürdig. Mir tut das wirklich sehr leid. Gar keine Frage."


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"Das haben wir alles dieses Mal nicht geschafft."Marcel Schäfer

Eigentlich hatte man nach einem ersten Gespräch in Südafrika die Unterredung nach Werners Urlaub fortsetzen wollen. Auch wenn es im Profifußball knallharte Entscheidungen gebe, müsse es laut Schäfer immer um eine respektvolle Art und Weise gehen. "Das haben wir alles dieses Mal nicht geschafft", gab sich der 42-Jährige reumütig.

Demichelis als Sinnbild für den "Attacke-Modus"

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Unterschrieb bei den Sachsen einen Vertrag bis 2028 und soll für einen neuen "Attacke-Modus" sorgen: Martín Demichelis | Quality Sport Images/GettyImages

Der Blick richtet sich in Leipzig nun jedoch unweigerlich nach vorne. Mit Martín Demichelis, der einen Zweijahresvertrag bis 2028 unterschrieben hat, soll eine neue Ära anbrechen. Gerüchte, man habe sich mit dem 45-jährigen Argentinier schon Wochen vor dem Werner-Aus geeinigt, wies Schäfer als "völligen Quatsch" zurück. Die Verhandlungen seien erst nach den finalen Gesprächen mit Werner intensiviert worden. Demichelis, der als aktiver Profi mit dem FC Bayern München viermal das Double holte und 2014 mit Argentinien Vizeweltmeister wurde, bringt genau das Profil mit, das die RB-Bosse suchen. Er steht für hohe Intensität, hohes Pressing, schnelle Ballgewinne und vertikales Spiel – einen echten "Fußball-Attacke-Modus", wie Schäfer es beschreibt. Dass Demichelis zuletzt auf dem Papier mit dem spanischen Klub RCD Mallorca aus LaLiga abgestiegen ist, wischt Schäfer als "gefährliches Halbwissen" beiseite. Der Trainer betreute die Mallorquiner in Spanien lediglich für zwölf Spiele und holte in dieser kurzen Zeit einen Punkteschnitt, der auf eine ganze Saison hochgerechnet für die europäischen Plätze gereicht hätte. Zuvor hatte der Argentinier bereits 2023 mit River Plate eindrucksvoll das nationale Triple aus Meisterschaft, Pokal, Supercup gewonnen und auch in Mexiko beim CF Monterrey als Vizemeister Erfolge gefeiert.

Keine "One-Man-Show“ von Jürgen Klopp

Bleibt noch die Rolle des großen Schattens über Leipzig: Jürgen Klopp. Seit der Verpflichtung des 59-Jährigen als "Head of Global Soccer Sport“ bei Red Bull galt es als offenes Geheimnis, dass es zwischen ihm und Ole Werner interne Differenzen gab. Schäfer verteidigt die neue Struktur vehement und betont, dass Klopp in Leipzig keinesfalls als Alleinherrscher agiert.

"Eine One-Man-Show gibt es in der Bundesliga und auch bei RB Leipzig nicht"Marcel Schäfer

Man sei regelmäßig in einem intensiven, teils langen und kontroversen Austausch, so Schäfer. Letztlich übernehme man aber in Leipzig vor Ort die Verantwortung. "Eine One-Man-Show gibt es in der Bundesliga und auch bei RB Leipzig nicht. Und ganz nebenbei: Die ist auch gar nicht gewollt." Ziel sei es, verschiedene Perspektiven zu bündeln, um final gemeinsam einen Nenner zu finden. Der erste große Nenner dieser neuen Zusammenarbeit heißt nun Martín Demichelis.

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