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·1 Juni 2026

Adi Hütters Rückkehr zu Eintracht Frankfurt: Eine Wette mit Substanz

Gambar artikel:Adi Hütters Rückkehr zu Eintracht Frankfurt: Eine Wette mit Substanz

Adi Hütter unterschreibt in Frankfurt bis 2029 und übernimmt nach der Entlassung von Albert Riera einen Klub ohne Europapokal-Teilnahme.

Manchmal beschreibt der Profifußball Kreise, die niemand für möglich gehalten hätte. Adi Hütter kehrt nach fünf Jahren als Trainer zu Eintracht Frankfurt zurück, unterzeichnet einen Vertrag bis Sommer 2029 und übernimmt einen Klub, den er 2021 unter Geräuschen verlassen hatte. Damals zog es ihn nach Mönchengladbach, was am Main durchaus für Unmut gesorgt hatte. Dass er nun ausgerechnet dorthin zurückkehrt, wo er den Bruch selbst herbeigeführt hat, ist die ungewöhnlichere Personalie dieses Trainerwechsels.


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Hütter selbst beschreibt das Wiedersehen als „etwas ganz Besonderes und emotional", spricht davon, die gemeinsame Zeit habe ihn geprägt, er habe sie nie vergessen. Und er fügt einen Satz hinzu, der mehr verrät, als ein Trainerzitat üblicherweise transportiert: „Rückblickend hatte ich immer das Gefühl, noch nicht fertig zu sein." Das ist die ehrlichste Selbstauskunft, die man bei einer solchen Vorstellung erwarten kann. Wer so spricht, gibt zu, dass die Entscheidung von 2021 womöglich nicht die richtige war.

In seiner ersten Amtszeit zwischen 2018 und 2021 hatte Hütter mit der Eintracht das Halbfinale in der Europa League und im DFB-Pokal erreicht. Das ist die Messlatte, die er sich selbst auflegt, wenn er heute zurückkommt. Zuletzt arbeitete er bei der AS Monaco, die er zweimal in die Champions League führte, ehe ihn der Klub im Oktober 2025 entließ. Seither war der 56-Jährige vereinslos. Dass er die Wartezeit nicht für ein beliebiges Engagement nutzte, sondern auf Frankfurt wartete, lässt sich aus den Daten herauslesen, ohne dass man es ausspricht.

Die sportliche Ausgangslage ist eine andere als beim ersten Mal. Frankfurt schloss die vergangene Bundesliga-Saison auf Rang acht ab und verpasste erstmals seit sechs Jahren die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb. Albert Riera, der die Eintracht Anfang Februar nach der Freistellung Dino Toppmöllers übernommen hatte, ist gescheitert und entlassen. Hütter erbt also keinen Aufbruch, sondern eine Korrektur. Er soll zurückführen, was zuletzt verloren gegangen ist: die Anschlussfähigkeit an das europäische Geschäft.

Sportvorstand Markus Krösche umreißt die Erwartung mit dürren Worten. Hütter stehe „für mutigen Offensivfußball, Klarheit und Disziplin", er habe bei seinen Stationen gezeigt, dass er „temporeichen Umschaltfußball mit Ballbesitz vereinen kann". Das klingt nach einem Profil, das zu Frankfurt passt, weil es zu Frankfurt schon einmal gepasst hat. Allerdings: Trainer kehren selten in genau den Klub zurück, den sie verlassen haben, und finden ihn unverändert vor. Die Spieler sind andere, die Konkurrenz ist andere, die Erwartungshaltung sowieso.

Die Frage, ob Comebacks im Profifußball funktionieren, lässt sich seriös erst in einem Jahr beantworten. Was sich heute sagen lässt: Hütter bekommt einen ungewöhnlich langen Vertrag bis 2029, ein Trainerteam mit Christian Peintinger und Klaus Schmidt als Assistenten, dazu Jan Zimmermann als weiter zuständigen Torwarttrainer. Frankfurt setzt auf Kontinuität durch eine Personalie, die ursprünglich für das Gegenteil stand. Das ist keine Garantie, aber eine Wette mit Substanz. Hütter hat in Frankfurt etwas zu Ende zu bringen, das er selbst offen gelassen hat – und der Klub hat einen Trainer geholt, der genau das offenbar will.

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