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·12 Juli 2026

Bellingham führt England ins Halbfinale

Gambar artikel:Bellingham führt England ins Halbfinale

Selbst der Einzug ins Halbfinale nahm Thomas Tuchel nicht die Lust an der Kritik. Während in Miami schon die Beatles den entscheidenden Mann feierten, übte der englische Nationaltrainer scharfe Selbstkritik am Auftritt seiner Mannschaft. Jude Bellingham brachte England mit einem Doppelpack gegen Norwegen ins WM-Halbfinale, doch Tuchel war mit dem Gesamteindruck alles andere als zufrieden.

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Jude Bellingham feiert den 2:1-Sieg Englands nach Verlaengerung im Viertelfinale der WM 2026 gegen Norwegen, am 11. Juli im Hard Rock Stadium von Miami. (Dustin Satloff / Getty Images for Rexona via Getty Images)


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Norwegen – England1/4

Sa 11.07. · 23:00 Uhr · MagentaTV

Beatles feiern Bellingham

Die Szene hatte ihren eigenen Symbolwert: Noch während Tuchel seinem Ärger Luft machte, posteten die Beatles bei Instagram ein Bild von Bellingham und schrieben dazu „Hey Jude“. Der Mittelfeldspieler hatte England an diesem schwierigen und kräfteraubenden Abend in Miami mit dem 2:1 nach Verlängerung gegen kampfstarke Norweger ins Halbfinale geschossen. Für Tuchel war der 2:1-Erfolg nach 120 Minuten zwar ein starkes Resultat, die Leistung seiner Elf aber nicht gut genug.

Der Deutsche bemängelte ein zu langsames und zu ungenaues Spiel. „Schlampig“ und „nicht schnell genug“ seien die Engländer gewesen, sagte Tuchel. Das Resultat nannte er zwar „fantastisch“, fügte aber klar hinzu: „ich bin nicht zufrieden mit der Leistung“. Für ihn war der Sieg vor allem ein Erfolg der Moral. Die extremen Bedingungen mit großer Hitze und noch höherer Luftfeuchtigkeit ließ der Perfektionist nicht als Entschuldigung gelten.

Bellingham reagiert irritiert

Die deutlichen Worte des Coaches kamen bei Matchwinner Bellingham spürbar an. Nach seinem Doppelpack in der 45.+2 und der 93. Minute, mit dem er nun bei sechs Turniertoren steht, widersprach er indirekt. „Vielleicht weiß er nicht, wie es ist, in diesen Bedingungen gegen Erling Haaland, Martin Ödegaard, Antonio Nusa oder Alexander Sörloth zu spielen“, sagte der Mittelfeldmann. Gegen Norwegen zu bestehen, sei nicht einfach gewesen, deshalb könne er „nur in den höchsten Tönen“ von seinen Mitspielern sprechen.

Auch grundsätzlich machte Bellingham klar, dass nicht jedes Spiel über Ballbesitz und gepflegte Kombinationen entschieden werde. „Man kann nicht jedes Spiel gewinnen, indem man den Ball laufen lässt und 1000 Pässe spielt. Manchmal muss man auch dreckig gewinnen – und genau das haben wir getan.“ Beim Ausgleich zum 1:1 nach dem 0:1 durch Andreas Schjelderup in der 36. Minute profitierte England zudem von einer Szene, die eigentlich anders hätte enden können. Vor Bellinghams Treffer hatte ein Abschlag von Norwegens Torhüter Örjan Nyland offenbar das Kabel der Skycam berührt. Die FIFA dementierte das zwar, doch der Ball veränderte sichtbar seine Flugbahn und fiel plötzlich zu Boden. Die norwegische Abwehr war danach unsortiert, England nutzte die unerwartete Chance.

Tuchel bekommt Rückendeckung aus der Heimat

Später versuchte Tuchel, die Wogen zu glätten. „Von ganzem Herzen liebe ich meine Spieler und mein Team, aber wir können besser spielen. Es gibt viele Dinge, die wir besser machen können“, sagte er. Für seine kritische Haltung erhielt der Deutsche in der Heimat viel Zustimmung. Wayne Rooney lobte in seiner Analyse, Tuchel habe „in puncto Mentalität genau richtig gelegen“, während Alan Shearer den Mut des Coaches hervorhob, so klare Worte zu wählen.

Auf dem Platz hatte Bellingham zuletzt ohnehin wieder den Unterschied gemacht. Beim Siegtreffer half ausgerechnet Nyland mit, der im Turnier zuvor so stark gewesen war. Bellingham staubte ab. Kapitän Harry Kane erklärte anschließend, die Engländer hätten „alles geben und ihren Weg finden“ müssen, vor allem in der zweiten Halbzeit und in der Verlängerung. „Es waren das Herzblut und der Wille der Jungs, die uns über die Ziellinie gebracht haben“, sagte Kane: „Wenn man jemanden wie Jude hat, der das Spiel für uns entscheiden kann, ist das natürlich ein großer Faktor.“

Kane, der gemeinsam mit Bellingham zwölf der 13 englischen Turniertore bei dieser WM erzielt hat, stellte sich damit nicht gegen Tuchels Botschaft, wählte aber versöhnlichere Töne. „Ich habe uns beim Training beobachtet und das Potenzial gesehen, vor allem im letzten Drittel. Wir haben das alles noch nicht ganz zusammengebracht“, sagte er: „Aber wir stehen im Halbfinale einer Weltmeisterschaft, ohne unseren besten Fußball gespielt zu haben. Wenn wir diese Form am Mittwoch finden, könnte das den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage in diesem Turnier ausmachen.“

Am Mittwoch um 21.00 Uhr MESZ trifft England in Atlanta auf Weltmeister Argentinien mit Lionel Messi.

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