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·15 Juni 2026

Borja Iglesias: Darum kann Spaniens Anti-Spanier wichtig werden

Gambar artikel:Borja Iglesias: Darum kann Spaniens Anti-Spanier wichtig werden

Wer beim Namen „Borja Iglesias“ nur an seine Zeit bei Bayer 04 Leverkusen zurückdenkt, wird kaum für möglich halten, dass dieser Spieler Weltmeister werden könnte.

Zu langsam, zu behäbig und schlicht zu harmlos agierte der bullige Angreifer in der Rückrunde der Saison 2023/2024. Damals lieh die Werkself den Stürmer von Real Betis aus und reagierte damit auf die Verletzungsanfälligkeit von Patrik Schick und Victor Boniface. Zehn torlose Pflichtspiele später war Iglesias schon wieder Geschichte unterm Bayer-Kreuz, darf sich aber Meister und Pokalsieger nennen.


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Zwei Jahre später taucht der mittlerweile 33 Jahre alte Angreifer dank der WM 2026 auch in der deutschen Fußball-Öffentlichkeit wieder in Erscheinung. Der Routinier hat sich zurück in die spanische Nationalmannschaft gespielt und könnte beim Titelfavoriten eine wichtigere Rolle einnehmen, als man auf den ersten Blick erwarten könnte.

Iglesias ist die Brechstange unter den Feingeistern

Dabei sind nur wenige Nationalmannschaften offensiv so gut besetzt, wie die Iberer um Trainer Luis de la Fuente. Neben Jahrhunderttalent Lamine Yamal, Flügelflitzer Nico Williams, Mikel Oyarzabal, Atletico-Feingeist Alex Baena oder Ferran Torres wirkt Iglesias mit einem überschaubaren Marktwert von 2,8 Millionen Euro fast wie ein Exot.

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Foto: Getty Images

Der Celta-Akteur definiert sich nicht wie seine Nebenleute über technische Finesse und Spielwitz, sondern ist ein Mittelstürmer klassischer Prägung. Iglesias agiert nahe am Tor, hat ein gutes Gespür für Räume und Gegenspieler und verfügt – das Leverkusen-Intermezzo mal außen vor gelassen – über einen starken Abschluss. Diese Qualitäten machen ihn gewissermaßen zum Anti-Spanier. Und damit besonders wichtig.

Denn der 33-Jährige macht das Aufgebot von de la Fuente deutlich schwieriger auszurechnen. Wenn der Europameister eine Schwäche hat, dann war das bisher, tiefe Abwehrriegel zu knacken. Dafür fehlte schlicht die Brechstange, wenn gerade nicht Deutschlands EM-Schreck Mikel Merino in die Bresche sprang. Mit Iglesias steht nun der Typ Strafraumstürmer im Kader, der lange Bälle festmachen und in hitzigen Schlussphasen mit seiner Wucht zum entscheidenden Faktor werden kann.

La-Liga-Durchbruch mit 25 Jahren

Geboren im Wallfahrtsort Santiago de Compostela wechselte der junge Borja mit 13 Jahren in die Jugend des FC Valencia. Über die Zwischenstation FC La Roda landete er schließlich bei Villarreal, wo er in der dritten Mannschaft erstmals im Herrenbereich auf sich aufmerksam machen konnte. Es folgte die erste Unterschrift bei RC Celta, in Vigo kam er bei den Profis aber nur sporadisch zum Zug.

In der zweiten Mannschaft schoss der Stürmer dagegen Tor um Tor und wurde 2017 mit 32 Treffern Torschützenkönig in der dritten spanischen Liga. Im Jahr darauf bewies er mit 22 Toren als Leihspieler in Saragossa, dass seine Qualitäten auch eine Liga höher zur Geltung kommen. 2018 verließ er Vigo schließlich dauerhaft und nahm bei Espanyol einen neuen Anlauf, um sich endlich in La Liga durchzusetzen.

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Foto: Getty Images

Mit 25 Jahren gelang ihm in Barcelona endlich der große Durchbruch auf dem höchsten Niveau. Ein Jahr und 17 Tore später legte Real Betis stolze 28 Millionen Euro für den fußballerischen Spätstarter auf den Tisch. Nach einer komplizierten ersten Saison in Andalusien entwickelte sich Iglesias auch dort zu einem wichtigen Faktor und erzielte für den Traditionsklub bis Dezember 2023 52 Tore in 181 Einsätzen. 2022 debütierte er zudem für die spanische Nationalmannschaft. In der Hinrunde der Saison 2023/2024 verlor Iglesias jedoch seinen Stammplatz in Sevilla und startete in der Winterpause das beschriebene Leverkusen-Abenteuer.

Iglesias und das Warten auf das erste Spanien-Tor

Nach seiner Rückkehr hatte Real Betis keine Verwendung mehr für den Angreifer und verlieh ihn an Celta. In der alten Heimat hatte Iglesias schließlich noch eine Rechnung offen. Diesmal setzte er sich auch in der ersten Mannschaft durch und empfahl sich mit elf Treffern für eine Festanstellung. Seit 2025 steht der Ex-Leverkusener wieder in Vigo unter Vertrag und hat in der abgelaufenen Saison mit 14 Toren auf sich aufmerksam gemacht.

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Foto: Getty Images

Auch Nationaltrainer de la Fuente honorierte den zweiten Frühling des Mittelstürmers. Nach dem Rücktritt von Alvaro Morata fehlte Spanien ein klassischer Neuner, seit Oktober 2025 erfüllt Iglesias diese Rolle als Joker regelmäßig. Auf sein erstes Tor im Trikot seines Landes wartet der Routinier zwar noch, dürfte sich deshalb vor der WM aber keinen Stress machen – in seiner Karriere wurde er schließlich schon oft für seine Geduld belohnt.

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