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·26 Maret 2026

Brasilien-Kader mit Fragezeichen: Fehlt Ancelotti-Team die Extraklasse?

Gambar artikel:Brasilien-Kader mit Fragezeichen: Fehlt Ancelotti-Team die Extraklasse?

Rekordweltmeister Brasilien will endlich den ersehnten sechsten Titel holen. Doch reicht die Qualität im Kader überhaupt aus?

24 Jahre ist der letzte WM-Triumph der Selecao mittlerweile her. 2002 bezwang das Team im Finale die DFB-Elf und reckte in Yokohama zum fünften Mal den Pokal in die Höhe. Als Doppeltorschütze zeichnete sich damals Ronaldo aus, hinter dem dreimaligen Ballon-d’Or-Gewinner wirbelten Ronaldinho und Rivaldo, auf den Außenbahnen sorgten Roberto Carlos und Cafu für Dampf, während Sechser Gilberto Silva und Abwehrchef Lucio hinten für Ordnung sorgten.


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Auch 2006 in Deutschland war der Brasilien-Kader gespickt mit den größten Stars des Weltfußballs, wenngleich man im Viertelfinale in einem hochklassigen Spiel gegen den späteren Finalisten Frankreich den Kürzeren zog. Die Generation um Ronaldo und Cafu war da bereits etwas in die Jahre gekommen und nahm an der WM 2010 schon gar nicht mehr teil. In Südafrika war ebenfalls im Viertelfinale Endstation und beim Blick in den Kader wird klar, dass die Weltmeisterschaft für die Selecao ein Übergangsturnier zwischen der Generation 2002 und der Generation Neymar war.

Übergangsphase bei Brasilien: Erinnerungen an 2010

Zwar liefen in Südafrika gerade in der Defensive große Namen auf, einige, wie etwa der langjährige Bundesliga-Star Lucio, hatten ihre beste Zeit jedoch hinter sich. Abgesehen von Kaka fehlten die absoluten Weltklasse-Spieler im Kader von Trainer Dunga. Bezeichnend dafür waren Angreifer Luis Fabiano vom FC Sevilla und Elano von Galatasaray die besten Akteure in Südafrika. Beide waren begnadete Fußballer, aber weit weg von der internationalen Spitzenklasse und mit jeweils 29 Jahren auch nicht mehr im Talentealter.

Vor der WM 2026 scheint die Selecao erneut in einer Übergangsphase zu stecken. Neymar, der ewige Thiago Silva, Marcelo, Dani Alves und co. spielen keine Rolle mehr oder haben die Schuhe bereits an den Nagel gehangen. Zwar ist der Rekordweltmeister in der Spitze mit Superstars besetzt, in der Breite fehlt es dem Kader von Trainerlegende Carlo Ancelotti aber an Extraklasse.

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Foto: Getty Images

Beispiel gefällig? Während man im Tor mit Alisson und in der Innenverteidung dank Arsenals Gabriel und PSG-Leader Marquinhos ideal aufgestellt ist, drückt der Schuh links und rechts daneben. Auf den Außenverteidigerpositionen sind die Zeiten vorbei, in denen sich der Brasilien-Coach zwischen Marcelo und Filipe Luis auf der einen oder Dani Alves und Maicon auf der anderen Seite entscheiden konnte.

Hinten rechts steht neben dem talentierten Wesley von der Roma der mittlerweile 34 Jahre alte Danilo (einst ManCity und Juventus) im Aufgebot. Für die linke Bahn berief Ancelotti den ehemaligen Hamburger Douglas Santos (32), der bei Zenit St. Petersburg seit Jahren nicht mehr am Europapokal teilnehmen darf, und den einstigen Juve-Verteidiger Alex Sandro.

Altmeister sollen für Stabilität sorgen

Der 35-Jährige, wie Danilo mittlerweile für Flamengo Rio de Janeiro aktiv, hatte während seiner besten Karrierephase durchaus Top-Format, kam damals aber nie an Marcelo vorbei. Unter Ancelotti feierte er im November sein Comeback, musste nun aber verletzt absagen. Für ihn nominierte der Italiener Kaiki nach, der in der Heimat für EC Cruzeiro aufläuft.

Im Mittelfeld fehlt ausgerechnet der gesetzte Bruno Guimaraes verletzt, wodurch auch auf der Sechserposition mit Fabinho und Casemiro zwei Altmeister ranmüssen. Ergänzt wird die Schaltzentrale durch Chelsea-Talent Andrey Santos, Gabriel Sara von Galatasaray und Botafogo-Abräumer Danilo. Auch hier gilt: Qualität ist durchaus vorhanden, für einen Titelanwärter ist das jedoch zu wenig.

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Foto: Getty Images

Am wenigsten Kopfzerbrechen dürfte den Brasilianern traditionell die Offensive bereiten. Mit Raphinha und Vinicius Junior ruhen die Hoffnungen auf zwei Weltklassespielern, zumal der Madrilene zuletzt nach einer schwachen Phase wieder besser in Fahrt kam. Gabriel Martinelli, Joao Pedro und Matheus Cunha sind allesamt gestandene Premier-League-Spieler.

Spannend wird zudem zu beobachten sein, wie sich die Debütanten Igor Thiago (Brentford) und Rayan (Bournemouth) schlagen werden. Mit Endrick ist eine der größten Zukunftshoffnungen der Selecao zurück, der Leih-Stürmer von Lyon hat nach der Hinrunde auf der Real-Bank wieder zu seiner Form gefunden.

Wird Neymars WM-Traum noch wahr?

Ancelotti hofft vor dem Turnier in den USA, Mexiko und Kanada neben Guimaraes auch auf die Rückkehr von Chelsea-Juwel Esteva0 und hat mit Ederson (Atalanta), Lucas Paqueta (Flamengo) und Joelinton (Newcastle) noch einige Alternativen in der Hinterhand. Superstar Neymar wurde zwar nicht für die Testspiele nominiert, ist bei Santos aber im Aufschwung und könnte für die WM durchaus noch zum Thema werden. Der 34-Jährige kann auch als klassischer Zehner agieren kann und dem Kader den typisch-brasilianischen Flair und Überraschungsmomente geben kann. Ein Profil, dass man trotz der Klasse im Angriff vergebens sucht.

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Foto: Getty Images

Egal ob mit Neymar oder ohne: Insgesamt bleibt der Kader zu unausgeglichen. Tor, Innenverteidigung und die offensiven Außenbahnen sind hervorragend besetzt, das war es aber auch. In allen anderen Mannschaftsteilen verkörpert die Selecao im internationalen Vergleich nur gehobenes Mittelfeld. Gelingt Ancelotti nicht das wohl größte Meisterstück seiner Karriere, muss der sechste Stern mindestens vier weitere Jahre warten.

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