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·9 Januari 2026
Bundesliga-Abstiegscheck zum Restart: Wer muss am meisten zittern?

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·9 Januari 2026

Wenn heute Abend um 20:30 Uhr die Bundesliga startet, sind mit Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund zwei Teams aus dem oberen Tabellendrittel im Einsatz. Unser Fokus richtet sich jedoch auf die andere Seite der Tabelle: Wir werfen einen Blick auf die abstiegsbedrohten Mannschaften – eine Übersicht.
Der Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga könnte in dieser Saison so spannend werden wie nie zuvor. Nach 15 Spieltagen steht keine Mannschaft komplett abgeschlagen am Tabellenende. Zudem ist das Mittelfeld äußerst eng beieinander. Die komplette untere Tabellenhälfte ist in den Abstiegskampf verwickelt oder droht bei einer entsprechenden Negativserie hineinzurutschen. Wir nehmen jeden Verein kurz unter die Lupe und wagen eine Prognose für die zweite Saisonhälfte.
Die Werderaner haben eine durchwachsene Hinrunde gespielt. Insbesondere die Konstanz ließ die Mannschaft von Horst Steffen vermissen – es gelang ihr nicht einmal, zwei Spiele in Folge zu gewinnen. Hinzu kommt, dass der Kader eine große Baustelle im Sturm hat. Bester Torschütze ist Jens Stage mit fünf Treffern, der beste Angreifer nach Toren ist Justin Njinmah mit lediglich drei Treffern. Hier muss im Winter definitiv nachgelegt werden. Die nächsten Wochen werden entscheidend sein, denn es geht fast ausschließlich gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte. Sollte hier nicht der eine oder andere Sieg gelingen, könnte es wirklich eng werden.
Unsere Prognose: Bremen wird den ganz großen Abstiegssorgen zwar entgehen, am Ende der Saison wird aber dennoch ein Platz in der unteren Tabellenhälfte zu Buche stehen.
Nach einem starken Saisonstart müssen die Kölner inzwischen eher nach unten schauen. Der letzte Bundesligasieg datiert vom 2. November. Für einen Aufsteiger ist der elfte Tabellenplatz jedoch grundsolide. Ein Problem beim FC waren aber auch die vielen Verletzungen, insbesondere in der Defensive. Timo Hübers verletzte sich bekanntlich schwer am Knie und auch Rav van den Berg fiel wochenlang aus. Daher wurde mit Jahmai Simpson-Pusey in der Defensive nachgelegt.
Unsere Prognose: Der 1. FC Köln wird auch in der Rückrunde eher nach unten schauen müssen, wird letztlich aber über dem Strich stehen.
Bei der Borussia sieht die Sache etwas anders aus. Nach dem dritten Spieltag übernahm Eugen Polanski das Ruder bei den Fohlen und brauchte etwas Zeit, um das sinkende Schiff wieder flott zu kriegen. Der erste Saisonsieg gelang Anfang November gegen St. Pauli. Es folgte eine Serie von insgesamt fünf ungeschlagenen Spielen. Nachdem die Gladbacher zwischenzeitlich auf dem letzten Platz lagen, schaffte Polanski es, sie wieder in ruhige Fahrwasser zu bewegen. Mit Haris Tabakovic hat man auch weiterhin einen treffsicheren Kleindienst-Ersatz im Kader. Auch sonst zeigt die Entwicklung nach oben, wenngleich die letzten beiden Spiele verloren gingen.
Unsere Prognose: Die Borussia kann in der Tabelle weiter klettern und wird am Ende nichts mit dem Abstieg zu tun haben.

Foto: Getty Images
Auch der zweite Aufsteiger steht nach der ersten Saisonhälfte ordentlich da, wenngleich der Kontakt zu den Abstiegsrängen weiterhin besteht. Der HSV hatte zu Beginn kleinere Schwierigkeiten und brauchte etwas Zeit, um in der Bundesliga in Fahrt zu kommen. Besonders beachtlich ist die Stärke im eigenen Stadion: In der Heimtabelle liegt der HSV auf Platz sechs, auswärts konnte man hingegen erst zwei Punkte holen.
Ein Vorteil: Der HSV verfügt in allen Mannschaftsteilen über absolute Unterschiedsspieler: Luka Vuskovic in der Verteidigung sowie Sambi Lokonga und Fabio Vieira eine Reihe weiter vorne. Sollte der HSV auch in der Rückrunde bei Heimspielen schwer zu knacken sein und seine Auswärtsschwäche überwinden, könnte es eine erfreuliche Rückrunde werden.
Unsere Prognose: Ähnlich wie die Kölner wird auch der HSV weiterhin nach unten schauen müssen, den Abstiegsrängen wird er aber knapp entgehen.
Nachdem der VfL am ersten Spieltag gegen Heidenheim gewinnen konnte, folgte eine Serie von elf Spielen, in denen nur ein weiterer Sieg gelang. Während dieser Misere wurde Paul Simonis entlassen und Daniel Bauer übernahm die Geschicke bei den Wölfen. Er schaffte es, das Team zu stabilisieren, und gewann zwei von fünf Spielen – genauso viele wie sein Vorgänger in zehn Spielen. Hinzu kamen ein bitterer Last-Minute-Ausgleich gegen Eintracht Frankfurt sowie eine wilde 3:4-Niederlage gegen Freiburg. Aufgrund der Leistungssteigerung unter Bauer erhielt er einen Vertrag bis 2027. Ab dem 16. Spieltag folgen vier direkte Duelle gegen Abstiegskandidaten. Sollte man hier erfolgreich sein, steht einer ruhigen Rückrunde nichts im Wege.
Unsere Prognose: Der VfL Wolfsburg wird sich unter Bauer weiter stabilisieren und sich den ganz großen Abstiegssorgen entziehen.

Foto: Getty Images
Der FC Augsburg wollte sich in diesem Jahr endlich dem „Graue-Maus“-Image entziehen und verpflichtete mit Sandro Wagner einen jungen, spannenden Trainer. Die Rechnung ging allerdings nicht auf: Nach zwölf Spieltagen musste Wagner gehen. Unter der Leitung von Manuel Baum wurde die Defensive direkt stabilisiert: Nur ein Gegentor in drei Spielen. Dazu fuhren die Fuggerstädter vier Punkte ein. Mit Michael Gregoritsch wurde die Lücke im Sturm geschlossen – er kennt die Bundesliga und besonders den FCA bestens.
Unsere Prognose: Der FC Augsburg wird es in der Rückrunde schwer haben. Sollte er den fünfzehnten Tabellenplatz halten können, wäre das ein großer Erfolg.
Die Aussage, dass das zweite Jahr in der Bundesliga oftmals das schwerste ist, ist eine bekannte Fußballfloskel. Im Falle von St. Pauli trifft dies allerdings zu. Nach einem mehr als soliden ersten Jahr mit der zweitbesten Abwehr der Liga steckt man dieses Jahr tief im Abstiegskampf. Zwischenzeitlich verlor man neun Ligaspiele in Folge – eine Horrorbilanz. Mit Blessin hat man einen sehr kompetenten Trainer an der Seitenlinie, der aber wohl wieder das Maximum herausholen muss, um St. Pauli in der Liga zu halten. Mit Jackson Irvine ist ein wichtiger Stammspieler endlich wieder bei 100 Prozent und die letzten Spiele lassen zumindest einen positiven Trend erkennen.
Unsere Prognose: St. Pauli wird bis zum Schluss gegen den Abstieg spielen. Aktuell spricht wenig für eine Platzierung über dem Strich.
Vor der Saison galt Heidenheim als der Abstiegskandidat Nummer eins. Nach drei Jahren in der Bundesliga, inklusive Europapokalqualifikation und Rettung in der Relegation, war bei Heidenheim alles dabei. Eine echte Achterbahnfahrt. Aktuell steht man im dritten Jahr Bundesliga auf dem 17. Tabellenplatz, konnte sich zuletzt aber mit zwei Siegen in Folge etwas Luft verschaffen. Die Mannschaft von Frank Schmidt ist wieder mittendrin. Dass vor der Saison nicht in den Kader investiert wurde, war ein großer Fehler, den die Verantwortlichen und Schmidt im Winter beheben wollen. Neuzugänge sind unabdingbar, wenn man in der Rückrunde bis zum Schluss ein Wörtchen mitreden möchte.
Unsere Prognose: In dieser Saison wäre alles andere als der direkte Abstieg wohl eine große Überraschung.

Foto: IMAGO
Dass Mainz nach 15 Spieltagen mit nur acht Punkten das Schlusslicht der Bundesliga sein würde, hatten vor der Saison wohl die wenigsten erwartet. In der vergangenen Saison qualifizierte man sich sensationell für die Conference League, die in diesem Jahr für die wenigen Mainzer Erfolgserlebnisse verantwortlich war. Immerhin steht man dort sicher im Achtelfinale. Um den Rückstand in der Liga aufzuholen, verpflichtete man Urs Fischer als Trainer, der in seinen ersten vier Pflichtspielen noch ungeschlagen ist. Mit Philipp Tietz und Silas wurde die schwächelnde Offensive im Winter bereits verstärkt. Historisch gesehen spricht für Mainz, dass auch die letzten beiden Trainer Bo Svensson und Bo Henriksen die Mannschaft nach einer schwachen Hinrunde übernahmen und vor dem Abstieg bewahrten.
Unsere Prognose: Mainz wird unter Fischer noch einen Sprung nach vorne machen und den direkten Abstieg vermeiden. Ob es am Ende für den direkten Klassenerhalt reicht, bleibt abzuwarten.









































