FC Augsburg
·31 Januari 2026
Chaves: "Wir müssen jetzt dranbleiben"

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·31 Januari 2026

Gerade einmal zwei Tage hatte Arthur Chaves Zeit, um sich auf sein erstes Spiel für den FCA vorzubereiten. Auf dem Platz war davon jedoch nichts zu erkennen – im Gegenteil. Bei seinem Debüt erzielte der Brasilianer direkt sein erstes Tor und trug damit maßgeblich zum Überraschungserfolg gegen den FC Bayern bei. Über den Traumstart in Rot-Grün-Weiß, die ersten Tage in Augsburg und seine fußballerischen Vorbilder sprach der Innenverteidiger vor dem Spiel gegen den FC St. Pauli.
Arthur, was für ein Einstand für dich beim FCA: Erstes Spiel, erstes Tor und dann noch ein Sieg gegen den FC Bayern. Besser hätte es nicht laufen können, oder? Nein, es war wie ein Traum. Es war ein perfektes Spiel – nicht nur für mich, sondern für die gesamte Mannschaft. Ich bin sehr glücklich. Alle waren in den ersten Tagen sehr freundlich zu mir und haben mich enorm unterstützt, damit ich ein gutes Debüt hinlegen konnte.
Wenn wir auf das Spiel schauen: Zu welchem Zeitpunkt hattest du das Gefühl, dass wirklich etwas gegen Bayern möglich ist? Nach der Halbzeit. Klar, wir waren zu diesem Zeitpunkt im Rückstand, aber der Gegentreffer fiel nach einer Ecke. Ansonsten haben wir in der ersten Hälfte aus dem Spiel heraus nicht viel zugelassen. Nach der Pause sind wir mit mehr Energie und mehr Selbstvertrauen auf den Platz gegangen. Wir haben uns offensiv immer mehr getraut, uns einige Chancen erspielt und diese am Ende auch genutzt.
Manuel Baum sprach von einem „day to remember“. Was könnt ihr aus diesem Sieg für die nächsten Wochen mitnehmen? Es ist definitiv ein Tag, an den man sich erinnern wird. Wir müssen uns immer wieder klarmachen, wie viel Energie wir gegen die Bayern auf den Platz gebracht haben. Diese Energie brauchen wir auch in den nächsten Spielen, die genauso wichtig werden. Natürlich war der Sieg gegen die Bayern unglaublich, aber dafür bekommen wir am Ende auch nur drei Punkte. Wir müssen jetzt dranbleiben und am besten gleich am Samstag nachlegen.
Da wartet mit dem FC St. Pauli ein komplett anderer Gegner auf euch. Was erwartest du für ein Spiel gegen die Kiezkicker? Wie du schon gesagt hast: Es wird ein komplett anderes Spiel. Ich habe bisher in meiner Karriere zweimal gegen St. Pauli gespielt. Das waren immer intensive Duelle. Sie spielen sehr aggressiv. Wir müssen bereit sein, viele Zweikämpfe zu führen und lange Bälle zu verteidigen. Gleichzeitig brauchen wir in der Offensive dieselbe Zielstrebigkeit wie gegen die Bayern.
Du bist erst vor etwas mehr als einer Woche hier angekommen, zwei Tage später folgte direkt das Duell gegen den FC Bayern. Konntest du dich überhaupt schon einleben? Es ging alles sehr schnell. Ich hatte gerade einmal zwei Trainingseinheiten bis zum Spiel absolviert. Aber die Jungs haben mich mit offenen Armen empfangen und direkt in die Gruppe integriert. In der kurzen Zeit kannst du taktisch natürlich noch nicht alles verstehen – wie unsere Idee mit dem Ball ist, wann wir pressen und wie wir verteidigen. Aber die Teamkollegen haben mich stark unterstützt. Nach kleineren Fehlern sind sie sofort zu mir gekommen und haben gesagt: „Kein Problem, weiter geht’s!“ Das hat mir viel Selbstvertrauen gegeben.
Was hat dich überzeugt, zum FC Augsburg zu wechseln? Der wichtigste Punkt war das Gefühl, das mir die Verantwortlichen gegeben haben. Ich hatte Gespräche mit Benni Weber und Manuel Baum, wir haben viel über den Klub, über mich und über die Spielweise gesprochen. Das hat mir sehr gefallen. Danach war für mich klar: Ich mache das zu hundert Prozent. Und ich bin sehr glücklich hier.
Der FCA ist deine zweite Station in Deutschland. Du scheinst dich insgesamt recht wohlzufühlen. Du hast dich selbst einmal als den „deutschesten Brasilianer“ bezeichnet. Was ist typisch deutsch an dir? Gute Frage, ich denke, es ist mein Charakter. Viele denken bei Brasilianern an Musik, Tanzen, viel Trubel. So bin ich nicht. Ich bin eher ruhig, bleibe häufig für mich. Ich rede gern mit den Jungs, aber nicht unbedingt in großen Gruppen. Das ist vielleicht etwas, das man auch den Deutschen zuschreibt. Außerdem arbeiten die Deutschen sehr viel – und das mag ich. Ich schiebe gerne Überstunden im Kraftraum, arbeite hart auf dem Platz und gebe immer 100 Prozent.
Gibt es trotzdem etwas, das du aus Brasilien vermisst? Ja, das Essen und die Musik. Ich höre gerne Pagode – das ist eine Variante des Samba. Selbst tanzen tue ich aber nicht, da kommt wieder der Deutsche heraus (lacht). Am meisten vermisse ich aktuell aber das warme Wetter.
Reden wir zum Abschluss noch einmal über den Fußball. Wie würdest du deinen Spielstil beschreiben? Ich bin ein Arbeiter. Ich bringe viel Energie auf den Platz. Ich weiß, dass ich fußballerisch nicht der beste Verteidiger der Welt bin. Aber ich habe dafür andere Stärken: Bälle erobern, Zweikämpfe führen, Stürmer attackieren.
Hast du Vorbilder? Zwei. Ich bin ein großer Fan von Gabriel, der bei Arsenal unter Vertrag steht. Wir haben früher beide beim Avaí FC in Brasilien gespielt, er hat dann den Schritt nach Europa gewagt. Er war ein paar Jahrgänge über mir, aber ich habe seinen Weg schon damals genau verfolgt. Sein Karriereweg ist für mich ein Vorbild. Aus der älteren Generation mag ich vor allem Lúcio. Er verkörpert eher meinen Spielstil: aggressiv, zweikampfstark und immer präsent.
Was sind deine persönlichen Ziele für die nächsten Wochen – auf und abseits des Platzes? Ich will der Mannschaft helfen und so viele Punkte wie möglich sammeln. Es ist weiterhin eng in der unteren Tabellenhälfte, aber wir arbeiten hart daran, dort herauszukommen. Und abseits des Platzes: Ich muss noch eine Wohnung finden. Damit konnte ich mich bisher noch gar nicht richtig auseinandersetzen.
Langsung








































