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·18 Juni 2026

Der Amateurfußball ist für unsere Gesellschaft unverzichtbar

Gambar artikel:Der Amateurfußball ist für unsere Gesellschaft unverzichtbar

Über 140.000 Teams, 25 Millionen Trainingsstunden im Jahr, ehrenamtlich getragen: Warum der Breitensport für Gesundheit, Wirtschaft und Integration zählt.

„Dauernd findest du irgendwo ein Haar in der Suppe. Schreib doch mal was Positives über den Fußball!“ lautete eine Aufforderung an mich.


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Ok, kann ich machen, aber da stellt sich zunächst die Frage, was DER Fußball überhaupt ist. Die hochpolitische WM am anderen Ende der Welt ist sicher kein gutes Beispiel, da geht es nicht zuletzt um Macht und Geld und Eitelkeiten. Dennoch: Keine Sportart bietet so viele Facetten, so eine Vielfalt.

Der DFB zählt über seine Landesverbände mehr als 8 Millionen Mitglieder, darunter auch viele Fans, die im Verein sind, um überhaupt mal an ein Ticket in der Münchener oder Schalker Arena zu kommen. Zudem gibt es viele passive Mitglieder in den Sportvereinen, die ihre Schuhe längst an den Nagel gehängt haben, ihrem Club aber bis ans Lebensende treu verbunden bleiben, weil ihnen dieser eine Heimat oder einen Familienersatz bietet. Da mich der Profizirkus nur am Rande interessiert – schließlich steht der Deutsche Meister immer schon fest – beschränke ich mich auf den Amateurfußball.

Mehr als 2 Millionen Aktive aller Altersklassen

Die Zahlen sind beeindruckend: Über 140.000 Teams treten im Wettbewerb an, die Ausnahme sind 56 Profimannschaften. Auch wenn wir die rund 100 Regionalligisten und die Bundesliga der Frauen hinzuziehen, bleiben 99 % der Aktiven im Amateurbereich. Wir können von mehr als zwei Millionen Spielerinnen und Spielern ausgehen, die regelmäßig am Spielbetrieb teilnehmen – in allen Altersklassen, von den Minis bis zur Ü70.

Und das meiste kostet noch nicht einmal Geld, denn es wird ehrenamtlich organisiert, was in Jubiläums- oder Sonntagsreden der Politik gern erwähnt wird. Engagierte Menschen investieren Abendstunden und Wochenenden, um ihrer Leidenschaft nachzugehen. Aber auch um Kinder und Jugendliche zu trainieren, von denen viele ohne den Fußball einige Freunde nicht kennengelernt, große Erfolgserlebnisse nicht gehabt und oftmals auch einige Kilo mehr auf den Rippen und dadurch eine eingeschränkte Motorik hätten.

Die UEFA rechnete für den DFB aus: Die Wertschöpfung des Fußballs in Deutschland beträgt fast 14 Milliarden Euro – pro Jahr! Beeindruckende Zahlen, die von der Politik leider nicht verinnerlicht (nicht mal in Sonntagsreden) werden, aber bleiben wir positiv. Der Fußball ist nicht nur Wirtschaftskraft, er hilft auch, den Zusammenhalt, die Solidarität und das demokratische Zusammenleben zu fördern. Klar, das fällt nicht vom Himmel, und es gibt auch ein paar wenige Negativbeispiele. Aber die integrative Kraft des Amateurfußballs ist unbestritten.

Gesundheitspolitiker müssten La Ola machen

Wir dürfen getrost davon ausgehen, dass der Deutschen Lieblingssport mehr als 5 Millionen Spiele im Jahr durchführt, Turniere kommen noch obendrauf. Nach meiner Hochrechnung kommen um die 25 Millionen Trainingsstunden pro Jahr zusammen – für Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer - die Kleinsten 4, einige schon über 80 Jahre alt. Der Nutzen für das Gesundheitssystem dürfte kaum zu beziffern sein und die Kosten für den einen oder anderen Kreuzbandriss oder Schlüsselbeinbruch weit übersteigen.

Der Fußball sorgt zudem für die dringend benötigten Fachkräfte in der Wirtschaft. Erstens können Eltern sich absprechen, im Wechsel Fahrgemeinschaften bilden, wodurch viele die Möglichkeit haben, länger zu arbeiten. Schließlich läuft die Kinderbetreuung im Verein. Zweitens bilden die Clubs ihre Aktiven nicht nur sportlich aus.

Vereine vermitteln wichtige Soft Skills

  • Teamgeist,
  • Durchhaltevermögen,
  • Ehrgeiz,
  • Entscheidungsstärke.

Diesbezüglich dürfte der Sportverein dem maroden Bildungssystem einiges voraushaben. Und wenn der oft irrlichternden Politik nicht mal wieder in den Querkopf kommt, wertvolle Arbeitskräfte abzuschieben, leistet gelungene Integration über den Sportverein wertvolle Zuarbeit für die Unternehmen. Sieht man sich dann noch die vielen Projekte und Events an, die in den Vereinen über den Sport hinauslaufen, trägt der Fußball nicht zuletzt auch zur Stärkung der Gemeinschaft bei.

Bleibt noch die Betrachtung der sportlichen Infrastruktur und der Wertschätzung fürs Ehrenamt. Ach, nein! Ich sollte was Positives schreiben. Also belassen wir es fürs Erste dabei und schließen mit dem Klischee: Fußball ist die schönste Nebensache der Welt. Für einige weit mehr als das.

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