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·27 Maret 2026

Der Beste aller Zeiten? Dieser DFB-Held braucht kein Cape

Gambar artikel:Der Beste aller Zeiten? Dieser DFB-Held braucht kein Cape

Während sich das DFB-Team im Rahmen der Länderspielpause heute gegen die Schweiz den letzten Feinschliff vor der WM im Sommer holen will, feiert mit Manuel Neuer eine der prägendsten Figuren des letzten großen deutschen Triumphs bei einer Weltmeisterschaft seinen 40. Geburtstag. 

Der Routinier hat das modernde Torwartspiel revolutioniert wie kein anderer und war in vielen seiner 124 Länderspielen Deutschlands Lebensversicherung. Dass in den letzten Monaten vor der nächsten WM in den USA, Mexiko und Kanada die Rufe nach einem Neuer-Comeback im DFB-Dress wieder lauter wurden, hat keineswegs mit einem deutschen Torwartproblem zu tun. Trotz des großen Verletzungspechs von Marc-André ter Stegen ist man mit Oliver Baumann als neuer Nummer Eins und zahlreichen talentierten Keepern wie Jonas Urbig, Alexander Nübel, Finn Dahmen oder Noah Atubolu bestens aufgestellt. 


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Die Rufe sind eher Ausdruck des immensen Stellenwerts, den Neuer auch im Spätherbst seiner Karriere noch immer hat. Den Grundstein für diesen Heldenstatus legte er nicht nur durch starke Paraden, sondern durch eine ganz eigene Interpretation des Torwartspiels, die das taktische Gefüge des Fußballs erschütterte. Wer verstehen will, warum halb Fußball-Deutschland heute noch nostalgisch wird, wenn ein Keeper den Strafraum verlässt, muss zurück nach Porto Alegre im Jahr 2014.

Neuers Manifest

Das WM-Achtelfinale gegen Algerien war Neuers Manifest. Mit diesem Auftritt spielte er sich ins Langzeitgedächtnis einer ganzen Fan-Generation. Er war dort nicht einfach Torwart; er spielte Libero, Sechser und war emotionaler Wellenbrecher in Personalunion. Er grätschte Steilpässe an der Mittellinie ab, als wäre es das Normalste der Welt, war immer wieder Brandlöscher, wenn die deutsche Defensive überspielt war. Von diesem Moment an hatte Fußball-Deutschland nicht nur den "Kaiser", den "Bomber der Nation" oder den "Titan". Fortan sollte Neuer den Beinamen "Manu, der Libero" tragen.

Andreas Köpke, der Neuer von dessen Debüt im Jahr 2010 bis zur EM 2021 als Bundestorwarttrainer begleitete, frotzelte gegenüber der 'dpa' einmal sogar, dass Neuer als Feldspieler „locker in der 3. Liga mitspielen“ könnte.

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📸 Clive Rose - 2014 Getty Images

Pep Guardiola musste in seiner Münchener Zeit angeblich von den Bayern-Bossen Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge davon abgebracht werden, seinen Keeper tatsächlich im Mittelfeld aufzustellen. Und auch Thomas Tuchel resignierte einst als PSG-Coach nach dem verlorenen Champions-League-Finale gegen Bayern: Manuel Neuer im Tor zu haben, sei "schon ein bisschen Wettbewerbsverzerrung".

Es ist dieses Gefühl der Unbezwingbarkeit, das Manuel Neuer über anderthalb Jahrzehnte kultivierte. Dazu gehört auch der legendäre „Reklamier-Arm“ – jenes reflexartige Heben der Hand bei jedem Gegentor, das es zu einem eigenen Hashtag und Twitter-Account gebracht hatte. Irgendwie auch ein Symbol seines Perfektionismus: Wenn der Ball in seinem Netz zappelt, kann es eigentlich nicht mit rechten Dingen zugegangen sein.

Zurückgekämpft vom Trümmerbruch

Doch ein Held wird man nicht nur durch Siege, sondern auch durch die Art, wie man mit herben Rückschlägen umgeht. So etwa als sich Neuer Ende 2022 beim Skifahren den Unterschenkel brach. Ein Ü35-Keeper mit Trümmerbruch? Das roch schon ein wenig nach Abschiedstournee. Doch Neuer kam zurück und verblüffte viele Experten, die ihn zu diesem Zeitpunkt schon abgeschrieben hatten.

Vincent Kompany sieht genau darin das Geheimnis: „Hunger ist das wichtigste Wort.“ Der Belgier betont, dass man beim FC Bayern „nicht ein bisschen weniger machen“ könne, und Neuers mentale Stärke, sich immer wieder für diese Top-Leistungen zu motivieren, sei schlicht beeindruckend.

Trotzdem nagt der Zahn der Zeit auch an einem Denkmal. Die Waden zwicken öfter mal, Faserrisse erzwingen Pausen. Der Lack ist vielleicht nicht mehr ganz so kratzfest wie 2014. Die „Hausnummer 40“ bringe jeden Sportler irgendwann ins Grübeln, ob der Körper die hohen Ansprüche des Geistes noch dauerhaft erfüllen könne, verrät Köpke, der selbst auch erst mit 39 Jahren die Handschuhe an den Nagel hing.

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Für Jogi Löw ist die Sache schon seit dem Triumph in Rio klar: „Manuel Neuer ist ein Glücksfall für den Fußball in Deutschland. Für die Entwicklung unseres Spiels und für die Erfolge in der vergangenen Dekade war er einer der größten Faktoren.“

Und so schließt sich heute der Kreis. Während die Nationalmannschaft in der Schweiz versucht, ohne ihn eine neue Ära zu zementieren, sitzt die größte deutsche Lebensversicherung der letzten eineinhalb Jahrzehnte vielleicht bei einem Stück Geburtstagskuchen oder einem Kaltgetränk auf der Couch und schaut zu.

Die Rufe nach seiner Rückkehr werden wohl nicht verstummen, solange er auch mit 40 noch Bälle aus den Winkeln fischt. Denn am Ende geht es bei Manuel Neuer nie nur um Paraden. Es geht um das Gefühl, dass da hinten jemand steht, der das Spiel so sehr verstanden hat, dass er die Regeln für sich ein Stück weit neu geschrieben hat. Deutschland hat viele talentierte Torhüter, aber es hat nur einen, der dem Fußball den Libero zurückgab und ihn gleichzeitig modernisierte.


📸 Pool - 2014 Getty Images

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