GazeteFutbol.de
·3 April 2026
Deutliche Worte bei Fenerbahce: Saran bezieht Stellung, Derby-Sieg angekündigt – Skriniar bleibt Wackelkandidat

In partnership with
Yahoo sportsGazeteFutbol.de
·3 April 2026

Bei Fenerbahce verdichten sich vor dem Derby gegen Besiktas die Signale aus mehreren Richtungen. Präsident Sadettin Saran sendete eine deutliche Botschaft zu seiner Amtszeit und zur Ausrichtung des Klubs, während aus dem Vorstand bereits selbstbewusste Aussagen zum Wochenende kamen. Parallel richtet sich der Blick auf Milan Skriniar, dessen Einsatzlage trotz fortgeschrittener Behandlung weiter nicht endgültig geklärt ist.
Beim Jubiläumsprogramm der Istanbuler Fenerbahceli-Vereinigung machte Sadettin Saran klar, mit welchem Selbstverständnis er sein Amt ausübt. „Das Wichtigste für uns ist Fenerbahce. Wir sind nicht für sehr kurze Zeit auf diesen Platz gekommen, wir sind gekommen, um etwas zu bewirken.“ Mit diesen Worten stellte er klar, dass seine Präsidentschaft nicht als Übergangsphase gedacht ist, sondern als aktiver Gestaltungsanspruch verstanden werden soll.
Bereits zuvor hatte Saran angekündigt, dass zum Saisonende ein außerordentlicher Beschluss der Generalversammlung gefasst werden soll. Seine nunige Wortmeldung verlieh diesem Kurs zusätzliche Schärfe. Für ihn steht nicht die bloße Verwaltung des Klubs im Vordergrund, sondern die Absicht, Strukturen zu verändern und nachhaltige Wirkung zu hinterlassen.
Werbung – Eigener WhatsApp-Kanal von GazeteFutbol
Neben seiner Aussage zur Präsidentschaft äußerte sich Saran auch zu einem internen Thema, das im Umfeld des Klubs offenbar bereits diskutiert worden war. „Wir haben einige Vereine geschlossen, weil sie nur den Namen Fenerbahce verwendet und sich für eigene Interessen eingesetzt haben.“ Diese Aussage zeigt, dass die Führung des Klubs nicht nur nach außen, sondern auch innerhalb des eigenen Netzwerks konsequent auftreten will.
Damit setzt Fenerbahce intern ein Signal der Ordnung und Kontrolle. Indirekt macht der Präsident deutlich, dass der Name des Klubs nicht für Einzelinteressen genutzt werden soll, wenn diese nicht mit dem Gesamtinteresse von Fenerbahce übereinstimmen.
Vor dem Spiel gegen Besiktas zeigte sich auch Vorstandsmitglied Ertan Torunogullari ausgesprochen selbstbewusst. Im Vorfeld der 72. AXA-Sportler-des-Jahres-Preisverleihung sagte er: „Die Spiele zwischen Fenerbahce und Besiktas sind sehr unterhaltsam und bringen viele Ereignisse. Ich glaube, dass es ein Spiel wird, das die Fußballfans mit Freude verfolgen werden, aber am Ende werden wir gewinnen.“
Diese Aussage ließ wenig Raum für Zurückhaltung. Torunogullari hob hervor, dass fast alle Nationalspieler zurückgekehrt seien und die Mannschaft personell wieder breiter aufgestellt wirke. Gleichzeitig stellte er klar, dass er am Ende trotz aller Derby-Unwägbarkeiten von einem Heimsieg ausgeht.
Ein wichtiges Thema im Vorfeld bleibt der Zustand von Milan Skriniar. Einerseits klangen die Aussagen aus dem Klub zuletzt optimistisch. „Skriniar ist vollständig genesen. Er hat begonnen, wieder mit dem Team zu arbeiten.“ Dazu hieß es weiter: „Außer Alvarez trainieren alle unsere Spieler wieder mit der Mannschaft. Bei Alvarez rechnen unsere Ärzte mit etwa zwei Wochen.“
Gleichzeitig bleibt ein Restzweifel bestehen. Denn trotz abgeschlossener Behandlung soll Skriniar nach anderen Einschätzungen noch nicht vollständig in den regulären Mannschaftsablauf integriert gewesen sein. Genau deshalb gilt sein Einsatz im Derby weiterhin als nicht restlos gesichert. Für Trainer Domenico Tedesco ist diese Personalie von besonderer Bedeutung, weil der Slowake mit seiner Erfahrung und Präsenz eine zentrale Rolle einnimmt.
Dass bei Fenerbahce so genau auf Skriniar geblickt wird, hat auch mit seiner bisherigen Saison zu tun. Der Abwehrspieler absolvierte 35 Spiele, erzielte dabei zwei Tore und bereitete einen Treffer vor. Sein Marktwert wird mit elf Millionen Euro angegeben, sein Vertrag läuft bis 2029.
Diese Werte zeigen, dass es nicht um irgendeinen Spieler geht, sondern um einen Fixpunkt im Kader. Entsprechend aufmerksam wird beobachtet, ob er gegen Besiktas einsatzbereit ist oder ob Fenerbahce in einem Schlüsselspiel improvisieren muss.
Neben dem Derby sprach auch Taner Sönmezer über die Wirkung des jüngsten Erfolgs der Nationalmannschaft. „Die Nationalmannschaft hat uns alle sehr stolz gemacht und nach 24 Jahren waren wir sehr glücklich.“ Besonders hob er hervor, dass aus Sicht des Klubs auch das entscheidende Tor eines eigenen Spielers ein Moment großer Freude gewesen sei.
Seine Erwartungen an die Zukunft fielen ebenfalls ambitioniert aus. „Ich denke, wir können uns bei der Weltmeisterschaft mit dieser Gruppe sehr erfolgreich sein. Unsere Hoffnung ist es, das Finale zu bestreiten, wie unser Präsident des Verbandes sagte. Unsere Spieler haben dieses Potenzial.“ Damit verband Sönmezer nationalen Stolz mit einer mutigen Vision für das kommende Turnier.
So ergibt sich bei Fenerbahce ein Gesamtbild aus Machtanspruch, sportischem Selbstbewusstsein und personeller Spannung. Sadettin Saran positioniert sich klar in seiner Rolle als Präsident, Ertan Torunogullari kündigt öffentlich einen Derbysieg an, und bei Milan Skriniar hofft der Klub auf rechtzeitige Klarheit. Dazu kommen die emotionalen Aussagen aus dem Vorstand zur Nationalmannschaft, die dem Umfeld zusätzlich Rückenwind geben.
Vor dem Duell mit Besiktas ist damit vieles in Bewegung. Sicher ist nur: Die Töne bei Fenerbahce sind eindeutig – intern wie öffentlich. Und genau deshalb bekommt dieses Wochenende für den Klub eine Bedeutung, die weit über ein gewöhnliches Ligaspiel hinausgeht.
Langsung


Langsung







































