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·30 Juni 2026
Deutschland – Paraguay: Trainer & Spielerstimmen zum deutschen WM-Aus

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·30 Juni 2026

Deutschlands WM-Aus hat in der Arena und im Fernsehen für Fassungslosigkeit gesorgt. Julian Nagelsmann, Rudi Völler, Joshua Kimmich, Kai Havertz sowie mehrere Experten ordneten das frühe Ende mit deutlichen Worten ein. Ein gemeinsamer Nenner zog sich durch alle Reaktionen: Die Enttäuschung ist groß, die Selbstkritik noch größer.

Die deutschen Spieler stehen während des Elfmeterschießens eng aneinandergereiht am Mittelkreis und verfolgen angespannt die Szene. Aufgenommen im Sechzehntelfinale der WM 2026 zwischen Deutschland und Paraguay im Boston Stadium in Foxborough am 29. Juni 2026. (Robert Cianflone / Getty Images)
Deutschland – Paraguay1/16
Mo 29.06. · 22:30 Uhr · ZDF
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Bundestrainer Julian Nagelsmann sprach bei MagentaTV und im ZDF von einem Rückschlag, der ihn hart traf. „Die Enttäuschung ist extrem groß, weil ich finde, dass wir echt eine sehr homogene Mannschaft haben. Es hat sich nicht abgezeichnet, dass wir heute ausscheiden. Es wäre mehr möglich gewesen. Wir hätten uns schon gerne mit Frankreich duelliert.“
Auch mit Blick auf seine eigene Zukunft wollte sich der 36-Jährige nicht verstecken. „Ich stehe bereit, wenn man das möchte, und wenn man mich nicht möchte, muss man mir das sagen. Ich bin keiner, der wegläuft. Ich möchte weitermachen, aber im Fußball hat man es nicht immer in der Hand. Wenn der DFB es möchte, dann bereite ich die Europameisterschaft vor und die Nations League.“
DFB-Sportdirektor Rudi Völler fand ebenfalls klare Worte. „Wir sind alle enttäuscht, wir hatten uns mehr ausgerechnet, es war auch mehr drin. Wir waren optimistisch, hatten einen tollen Teamgeist. Die Mannschaft hat gefightet bis zum Umfallen. Tut weh. Mir fehlen ein bisschen die Worte jetzt.“
Der frühere Nationalstürmer erinnerte zudem an die Entwicklung der vergangenen Jahre und mahnte mit Verweis auf die letzten drei Weltmeisterschaften: „Wenn man die letzten drei Weltmeisterschaften nimmt, das ist für ein Fußball-Land wie Deutschland schwer zu ertragen.“ Zugleich stellte er sich demonstrativ vor Nagelsmann. „Ich will Julian nicht in Schutz nehmen, das braucht er gar nicht. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass er wahrscheinlich der Richtige ist, aber ich bin nicht der DFB alleine und habe das nicht alleine zu entscheiden. Aber ich finde, er ist die richtige Person am richtigen Ort und ein absoluter Toptrainer.“
Joshua Kimmich, der als Kapitän ebenfalls bei MagentaTV sprach, nahm die Spieler in die Pflicht. „Ich kenne Deutschland als Kind vor dem Fernseher, da war immer Halbfinale, Finale. Natürlich will man das auch den Kindern und den Menschen und der jetzigen Generation geben. Fakt ist, dass wir das all den Menschen zu Hause nicht geben konnten. Das ist sehr, sehr schade, gerade in einer Zeit, wo es uns extrem gut tut und wir in Deutschland etwas haben, worauf wir stolz sein können. Die Nationalmannschaft ist es momentan leider nicht und dafür tragen wir alle Verantwortung. Dafür müssen wir auch Verantwortung übernehmen, da darf sich jetzt auch keiner rausnehmen, sondern dafür müssen wir gerade stehen, weil wir Spieler, die auf dem Platz standen, haben das verbockt. Das war nicht der Trainer, nicht die Medien, nicht der Schiedsrichter, auch nicht der Gegner, sondern das waren einzig und allein wir.“

Kai Havertz (Nummer 7) ballt im Laufen die Faust und bejubelt vor den heraneilenden Mitspielern sein Tor zum 1:0 für Deutschland. Aufgenommen im Sechzehntelfinale der WM 2026 zwischen Deutschland und Paraguay im Boston Stadium in Foxborough am 29. Juni 2026. (Robert Cianflone / Getty Images)
Kai Havertz schlug in dieselbe Kerbe. „Mir fehlen noch ein bisschen die Worte, das ist jetzt meine zweite WM, das zweite Mal reingeschissen, ich kann mich nur entschuldigen, jeder ist enttäuscht kein schönes Gefühl. Paraguay hat tief verteidigt, da war es schwer Chancen zu kreieren. Aber eigentlich hat nicht viel gepasst. Wenn man, bei allem Respekt, gegen Paraguay ausscheidet, dann hat man es auch nicht verdient. Irgendwas hat uns immer gefehlt, wir Spieler müssen uns an die eigene Nase fassen.“
MagentaTV-Experte Jürgen Klopp sprach von einem geplatzten Traum. „Es gab nur ein Ziel, einen Traum, der ist geplatzt. Es war dramatisch. Es gibt 500.000 Wege, ein Fußballspiel zu gewinnen. Du musst nur einen finden. Jeder im Stadion hat gedacht: Jetzt drehen sie es! Haben wir aber nicht. Wir haben sie vom Haken gelassen.“
Im ZDF legte Christian Streich den Finger ebenfalls in die Wunde. „Elfmeterschießen ist kein Glück, dagegen habe ich mich immer gewehrt. Es geht bis zur letzten Entscheidung. Dass Deutschland Weltmeister wird, war von Anfang an außerhalb der Möglichkeit, weil es nicht in Topverfassung war. Aber wie Deutschland heute gespielt hat – wir hatten so viele Räume und haben sie liegen lassen. Der Trainer muss sich hinterfragen – und die Spieler. Was ich von einigen gesehen habe, war nicht genug. Vom Trainer auch nicht.“
Christoph Kramer kritisierte vor allem die fehlende Kontrolle in einem Spiel mit maximalem Druck. „Dass wir uns über eine Schiri-Entscheidung aufregen, dazu darf es niemals kommen. Es war in allen Teilen einfach zu wenig, um ein WM-Spiel, in dem es um alles geht, so zu gestalten, dass es nur einen Sieger geben kann. Am Ende ist der Trainer immer der, der es lenkt. Er muss sich hinterfragen.“
Per Mertesacker zog schließlich einen besonders harten Vergleich zur Selbstwahrnehmung des deutschen Fußballs. „Vor zwei Jahren wurde noch geflachst, dass wir zwei Jahre warten müssen, bis wir Weltmeister werden. Die Aussage können wir auch total vergessen. Wir müssen uns einiges wieder hart erarbeiten. Die, die es noch nicht kapiert haben: Wir haben gegen die schwächste Mannschaft der Vorrunde gespielt. Die große Fußballnation Deutschland muss sich umschauen. Es werden sich viele Menschen hinterfragen müssen, ob das der Anspruch des deutschen Fußballs ist.“







































