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·23 Juni 2026

Die Bundesliga-Absteiger der letzten Jahre

Gambar artikel:Die Bundesliga-Absteiger der letzten Jahre

Der FC St. Pauli tritt als Bundesliga-Absteiger in der zweiten Liga an. Wie erging es den Absteigern eigentlich in den letzten zehn Jahren und wie dem FCSP selbst nach seinen Abstiegen?(Titelfoto: Lars Baron/Getty Images/via OneFootball)

So langsam wird auch der letzte FC St. Pauli-Fan der Wahrheit wohl oder übel ins Auge blicken müssen: Wir sind abgestiegen. Und so sehr man auch versucht, sich das noch schön zu reden, ist Fakt eben Fakt. Was jetzt bleibt, ist die Hoffnung, dass der FCSP der ewigen Tabelle der 2. Bundesliga nicht mehr als ein Jahr schenkt und die Liga schnellstmöglich wieder nach oben verlässt. Wie groß die Wahrscheinlichkeit dafür ist, ist natürlich nur ganz schwer einzuschätzen, der Verein gibt die Saisonziele öffentlich jedenfalls sowieso nicht bekannt. Aber wir blicken mal in die Vergangenheit: Wie lief es denn bei den Bundesliga-Absteigern der letzten zehn Jahre?


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Wie erging es den Bundesliga-Absteigern in der Folgesaison?

Fangen wir mal von hinten an: Im Jahr 2015/2016 sind der VfB Stuttgart und Hannover 96 abgestiegen. Sie verbrachten jedoch nicht viel Zeit in der zweiten Liga, denn beide erspielten sich in der Folgesaison einen direkten Aufstiegsplatz. Anders war es bei den Absteigern 2016/2017, dem FC Ingolstadt und dem SV Darmstadt 98. Letzterer landete in den beiden darauffolgenden Jahren auf Platz zehn und stieg 22/23 noch einmal auf. Bei Ingolstadt lief es nicht ganz so gut: In der Saison nach dem Abstieg landeten sie auf Platz neun, das Jahr danach stiegen sie in die 3. Liga ab.

In der Saison 2017/2018 stiegen der HSV und der 1. FC Köln ab. Die Kölner schafften es im Jahr danach direkt wieder in die Bundesliga. Anders lief es beim HSV, wie den meisten bekannt sein dürfte. In den folgenden sieben Jahren zweite Bundesliga schafften sie es insgesamt vier Mal auf Platz vier, zwei Mal auf Platz drei und 24/25 machten sie mit dem zweiten Platz den Wiederaufstieg klar.

Eine Saison später, 2018/2019, stiegen gleich drei Vereine ab, was innerhalb der letzten zehn Jahre nur noch nach der jüngst beendeten Saison passierte. Damals gewann der 1. FC Union Berlin gegen den VfB Stuttgart, der somit einen erneuten Abstieg verkraften musste. Das tat der VfB allerdings ziemlich gut und stieg in der Folgesaison dank Platz zwei wieder auf. Ganz anders lief es beim 1. FC Nürnberg, der sich im Jahr nach ihrer Bundesliga-Saison nur gerade so über die Abstiegs-Relegation in der zweiten Liga halten konnten. Hannover 96 war der damals dritte Absteiger im Bunde. Ihre Saison verlief im Vergleich zu den anderen eher unspektakulär, Hannover landete auf Platz sechs und spielt seitdem in der Liga.

Ähnlich unaufregend war es im Jahr 2019/2020. SC Paderborn und Fortuna Düsseldorf hießen die Bundesliga-Absteiger, die sich dann beide in der 2. Liga halten konnten – Paderborn über den neunten Platz und Düsseldorf über den fünften. In der folgenden Saison war hingegen wieder mal einiges los: Werder Bremen (2. Platz) und Schalke 04 (1. Platz) konnten nach ihrem gemeinsamen Bundesliga-Abstieg 2020/2021 beide direkt wieder aufsteigen.

Ganz anders lief es in der Folgesaison, als die SpVgg Greuther Fürth und Arminia Bielefeld nach ihrer Saison im Fußball-Oberhaus (2021/2022) als Absteiger in die zweite Liga kamen. Beide landeten in der darauffolgenden Saison in der unteren Hälfte der zweiten Liga. Fürth beendete die Saison auf Platz zwölf. Arminia Bielefeld musste sich nach vielen bitteren Niederlagen sogar der Relegation mit Liga drei stellen. Der SV Wehen Wiesbaden gewann beide Spiele, wodurch die Bielefelder erneut abstiegen.

2022/2023 stiegen zwei große Vereine aus der Bundesliga ab: Hertha BSC und Schalke 04 konnten sich nicht in der oberen Liga halten. Auch ihre Folgesaisons liefen nicht gerade gut. Das erste Jahr nach Abstieg beendete Hertha auf dem neunten Platz, das zweite auf dem elften. Schalke landete zuerst auf Platz zehn. Eine Saison später konnten sie nur noch knapp in der Liga bleiben, auf Platz vierzehn. Erst in diesem Jahr schaffte Schalke den Aufstieg.

In der Saison 2023/2024 verließen Darmstadt und Köln beide erneut die erste Bundesliga. Letzterer ging auch dieses Mal sehr gut mit dem Abstieg um, stieg wie bereits 2017/2018 auch dieses Mal als Zweitligameister direkt wieder auf. Weniger leicht hatte es der SV Darmstadt 98, der die Saison auf dem 12. Platz beendete. Letztes Jahr (2024/2025) stiegen dann der VfL Bochum und Holstein Kiel ab. Beide mussten im Verlauf der Zweitliga-Saison eher nach unten als nach oben schauen, Bochum landete auf Platz neun, Kiel auf zwölf.

Fassen wir zusammen: In den letzten zehn Jahren gab es mit Hannover und Stuttgart (15/16), Köln (17/18), Stuttgart (18/19), Bremen und Schalke (20/21) und Köln (23/24) sieben direkte Wiederaufstiege. Umgekehrt bedeutet das: Insgesamt gelang zwei Drittel (14 von 21) der Absteiger nicht der direkte Wiederaufstieg. Ein Verein wurde sogar in die dritte Liga durchgereicht, Arminia Bielefeld passierte das in der Saison nach ihrem Abstieg 21/22.Wenn man die ganzen Tabellenplätze in der Folgesaison nach Bundesliga-Abstieg mittelt, kommt man auf den Durchschnitts-Platz sieben der Tabelle.

Marcel Rapp kennt die Schwierigkeiten bereits

Nach dem Holstein Kiel in der Saison 24/25 aus der Bundesliga abgestiegen war, entschied man sich dazu, den Cheftrainer Marcel Rapp erstmal noch mit in die zweite Liga mitzunehmen. Im darauffolgenden Jahr hielten die Störche sich auf Platz zwölf. Noch vor Saisonende, im Februar 2026, hat sich der Verein dann aber dazu entschlossen, Rapp zu entlassen. Schade für die Kieler, gut für uns. Denn mit Marcel Rapp als neuem Trainer des FC St. Pauli hat der Verein jemanden gefunden, der mit der Saison nach dem Abstieg schon wertvolle Erfahrungen sammeln konnte. Kaderumbrüche, Motivationsschwierigkeiten, die Angst davor „durchgereicht“ zu werden etc. – Marcel Rapp kennt die ganzen Emotionen und könnte damit für den FCSP eine große Bereicherung sein.

Wie geht man denn seiner Meinung nach mit so einem Abstieg um? Auf der Vorstellungs-Pressekonferenz vor knapp zwei Wochen musste Rapp sich diesen Fragen natürlich auch stellen. Seine Antwort: „Jeder weiß, dass es schwer ist. Das wussten viele Absteiger in den letzten Jahren auch – und trotzdem ist es immer schwer, in der Liga anzukommen. Deswegen bringt es nichts, darüber zu reden und nochmal zu reden und nochmal zu reden. Du musst ins Machen kommen. Da fangen wir jetzt schon an. Und wenn die Jungs dann kommen, dann sind wir bereit.“ Darüber hinaus betonte er, dass man schlicht und einfach akzeptieren müsse, dass man jetzt in der zweiten Liga spielt: „Man muss die Liga annehmen und respektieren.“

Gambar artikel:Die Bundesliga-Absteiger der letzten Jahre

Marcel Rapp ist erst zur neuen Saison Cheftrainer des FC St. Pauli, hat aber in der Vorsaison bereits Erfahrung mit der Situation eines Bundesliga-Absteigers gemacht. // (c) Stefan Groenveld

Die Bundesliga Abstiege des magischen FC

Worauf muss der 47-jährige sich denn eigentlich einstellen? Beziehungsweise wie ging es dem FC St. Pauli nach seinen letzten Bundesliga-Abstiegen? Den zweiten Platz in der ewigen Tabelle der zweiten Bundesliga hat der Club nicht ohne Grund: Nach dem letzten Abstieg dauerte es 14 Jahre, ehe der erneute Aufstieg gelang. Damals, 09/10, stieg der FCSP schon nach einem Jahr Bundesliga wieder ab. Doch wenigstens schien man im Jahr darauf ganz gut mit dem Abstieg klar zu kommen: Nur um ein Haar verpasste die Mannschaft die Relegation und beendete die Saison auf dem vierten Platz.

Anders sah es nach dem Abstieg in der Saison 2001/2002 aus. Denn hier wurde der FC St. Pauli tatsächlich durchgereicht in die Regionalliga Nord. Vier lange Jahre verbrachte der FCSP dort, bevor 2007/2008 der Wiederaufstieg in die zweite Bundesliga gelang.Ganz anders verlief es nach dem Bundesliga-Abstieg 1997: Die Mannschaft des FC St. Pauli spielte in der Folge vier Jahre in der zweiten Liga. Nach Platz vier (97/98) und Platz neun (98/99), wurde der Klassenerhalt 99/00 im wahrsten Sinne des Wortes in letzter Minute klargemacht (Marin traf kurz vor Schluss gegen Oberhausen). In der Folgesaison schaffte der „Absteiger Nr. 1“ dann völlig überraschend den Aufstieg.

Und jetzt?

Was bedeuten diese Zahlen denn nun für die kommende Saison des FC St. Pauli? Theoretisch natürlich erstmal gar nichts, denn jede Saison, jeder Trainer, jeder Kader ist anders. Aber aus den Zahlen ist schon erkennbar, dass es die Absteiger nicht so einfach haben: Von den Bundesliga-Absteigern der letzten zehn Jahre gelang nur einem Drittel der direkte Wiederaufstieg. Die große Mehrheit musste sich in Liga zwei erstmal wieder fangen.

Was die letzten drei FC St. Pauli-Abstiege aus der Bundesliga angeht, steht es quasi 2:1. Zwei Mal konnte man sich in der darauffolgenden Saison in der Liga halten und sogar ziemlich gute Plätze einfahren. Einmal gelang dies der Mannschaft nicht und sie stieg nochmal ab. Was bisher noch nicht geschafft wurde, ist der direkte Wiederaufstieg… Also auf geht’s, magischer FC!// Nike

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