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·6 Maret 2026

„Die Ziellinie überschreiten“: BVB-Weichenstellung in der Einsamkeit

Gambar artikel:„Die Ziellinie überschreiten“: BVB-Weichenstellung in der Einsamkeit

Der FC Eddersheim aus Hattersheim am Main veröffentlicht bei Facebook jeden Montag seinen Motivationsspruch der Woche. Diesmal: „Dein Körper kann alles. Es ist nur das Gehirn, das du überzeugen musst.“ Das passt zur Lage, denn der kleine Tabellenzweite aus der Oberliga Hessen ist der einzige Verein in den ersten fünf deutschen Fußball-Etagen (also in insgesamt 21 Ligen), der in der Tabelle noch einsamer dasteht als Borussia Dortmund. Mit sieben Punkten nach oben und zwölf nach unten.

Der BVB, ebenfalls Tabellenzweiter, elf Punkte nach oben, sechs nach unten, braucht keine milchigen Motivationskacheln mit Goldpokal im Hintergrund – er hat Niko Kovac. „Wir haben Ziele!“, betont der Trainer auch nach der Niederlage im Bundesliga-Gipfel gegen den FC Bayern (2:3) energisch. „Ich möchte schnell in die Champions League. Ich möchte auf diesem Platz die Ziellinie überschreiten.“ Es ist nur das Gehirn, das du überzeugen musst…


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Dass die Meisterschaft gelaufen ist, gleichzeitig die erneute Qualifikation für die Königsklasse höchst sicher erscheint, mag für den Kopf ein Nachteil sein. Andererseits gibt die ungewohnte Ruhe dem BVB Gelegenheit, wichtige, weitreichende Entscheidungen zu treffen. Und zwar sehr bald.

BVB will die Champions League fixieren

Da ist zum Beispiel die Frage, was Nico Schlotterbeck tun wird. Sein Torjubel am Wochenende mit den Fans lässt 100-prozentige Identifikation vermuten – andererseits will der Nationalspieler „irgendwann auch einmal was in der Hand halten“, das hat er zuletzt erneut gesagt. Dies geht anderswo wahrscheinlich besser. Sein einziger Profi-Titel? Der Sieg bei der U21-EM 2021.

Die Dortmunder werden sich für Schlotterbeck finanziell bis zur Decke strecken. „Wir sind dabei, es gibt noch keine Entscheidung“, sagt Sportchef Lars Ricken: „Das ist ja eine ganz entscheidende Sache für seine Karriere. Das braucht ein bisschen Zeit.“

Da Großverdiener Niklas Süle (bis zu 14 Millionen Euro jährlich) den Verein am Saisonende verlassen wird, könnte erheblicher Bedarf in der Innenverteidigung entstehen – zumal Emre Can mit einem Kreuzbandriss lange ausfällt. Der Vertrag des Kapitäns läuft aus, der BVB wird Can aber sehr wahrscheinlich nicht hängen lassen.

Keinen Vertrag über das Saisonende hinaus besitzen auch Julian Brandt (Verlängerung wahrscheinlich) und Salih Özcan (Trennung steht bevor). Ins letzte Vertragsjahr gehen im Sommer Karim Adeyemi, Marcel Sabitzer und Ramy Bensebaini: Es stehen einige Grundsatzentscheidungen ins Haus. Mit dem Druck, dass der BVB zuletzt einräumte, durch das frühe Champions-League-Aus ein deutliches Jahresminus zu erwarten.

Wieviel für andere Verträge übrig ist, könnte stark von Schlotterbeck abhängen. Der 26-Jährige hat das Potenzial zum Ära-Spieler, er wäre auf Jahre das Gesicht des BVB: Wenn er nicht beschließt, dass Prägungen in Pokalen ihm wichtiger sind als die Prägung eines Vereins. „Herz oder Titel?“, fragt die WAZ. Das ganz große Angebot eines Weltvereins soll bisher nicht eingegangen sein.

Parallel will der BVB vernünftig weiterspielen, trotz seines FC-Eddersheim-Syndroms – beginnend mit dem Charaktertest beim 1. FC Köln am Samstag (18.30 Uhr/Sky). Nichts wäre giftiger, als den Eindruck lustlosen Austrudelns zu vermitteln. „Es geht einfach darum, dass die Saison nicht zu Ende ist. Wir werden bis zum Ende Gas geben“, sagt Ricken.

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