FCBinside.de
·5 April 2025
Drei Erkenntnisse: Jetzt wird Müller noch einmal richtig wichtig für Bayern

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·5 April 2025
Der FC Bayern fährt am 28. Bundesliga-Spieltag einen Auswärtssieg beim FC Augsburg ein. FCBinside liefert drei Erkenntnisse zur Partie.
Die Hausherren konnten gegen die Bayern in Führung gehen, doch am Ende drehten die Münchner das Spiel und nahmen einen 3:1-Sieg aus Augsburg mit. Das Spiel lieferte folgende Erkenntnisse:
Die Bayern haben das Spiel in Augsburg nach Rückstand noch gewonnen, Jamal Musiala aber verloren. Der Mittelfeld-Star verletzte sich ohne Einwirkung des Gegners am Oberschenkel und musste in der 54. Minute humpelnd ausgewechselt werden. Er fehlt den Münchnern aufgrund eines Muskelbündelrisses offenbar rund acht Wochen.
Damit fehlt Musiala den Bayern für die kommenden entscheidenden Spiele. Die Partien gegen Inter Mailand sowie ein mögliches Champions-League-Halbfinale kommen zu früh. Auch im heißen Meisterschaftsrennen müssen die Bayern auf Musiala verzichten. Angeblich hofft der Shootingstar noch auf einen Einsatz im Finale der Königsklasse, sollte man dieses erreichen.
Das Verletzungspech der Bayern wird immer bitterer, gegen die Italiener werden neben Musiala mindestens Manuel Neuer, Hiroki Ito, Dayot Upamecano, Alphonso Davies und Aleksandar Pavlovic fehlen. Das ist schon eine halbe Mannschaft.
In der Offensive wird Musialas Ausfall gewaltig schmerzen. Deshalb wird jetzt noch einmal einer richtig wichtig, dessen Zeit beim FC Bayern zu Ende geht: Thomas Müller.
Am Tag nach dem Augsburg verkündete der 35-Jährige, dass die Bayern-Verantwortlichen ihm tatsächlich keinen neuen Vertrag angeboten hatten, obwohl er gerne noch ein Jahr dran gehängt hätte. Damit stehen nun die letzten Spiele für die FCB-Legende im Bayern-Trikot an.
Und voraussichtlich wird er wegen Musialas Verletzung dabei – anders als zuletzt – keine Nebenrolle einnehmen.
In seinem Statement bei Social Media schreib Müller: „Jetzt gilt der volle Fokus unseren sportlichen Saisonzielen. Es wäre ein Traum für mich, die Meisterschale wieder nach Hause zu holen und Ende Mai das ersehnte Finale dahoam zu erreichen.“ Wegen Musialas Ausfall könnte Müller dabei selbst noch ein letztes Mal beim FC Bayern sportlich im Fokus stehen.
Wie bei Müller läuft auch bei Leroy Sané der Vertrag bei den Bayern im Sommer aus. Anders als bei Müller ist ein neuer Deal für den deutschen Nationalspieler aber noch möglich. Und aktuell sammelt Sané weiter Argumente für eine Zukunft beim deutschen Rekordmeister.
Schon im letzten Heimspiel gegen St. Pauli zeigte Sané mit einem Doppelpack eine Gala-Vorstellung. Auch beim Spiel in Augsburg war er entscheidend. Musialas Tor zum Ausgleich bereitete er nach starkem Dribbling vor, mit seinem Treffer zum 3:1 machte Sané endgültig den Sack zu.
Die Hauptkritikpunkte an Sané bei den Bayern waren lange gewesen: fehlende Konstanz und negative Körpersprache. Sportlich ist Sané aktuell so wichtig und konstant wie lange nicht. Und in Augsburg gab es auch an seinem Auftreten nichts auszusetzen. Sané haut sich in den letzten Spielen rein, kämpft, ist viel unterwegs, bietet sich an.
Böse Zungen werden behaupten: Sané könnte sich jetzt aufbäumen, bekommt dann einen neuen Vertrag und droht dann wieder in alte Muster zu verfallen. Das ist zum Beispiel immer wieder der Vorwurf an Serge Gnabry, der nie so gut spielte wie in den Partien kurz vor seiner Vertragsverlängerung.
Doch Sané wirkt in der letzten Zeit gereift, nimmt seine Rolle in der Mannschaft an und zeigt vor allem gute Leistungen auf dem Platz. Zuletzt wirkte er wie ein neuer Leroy Sané. Vielleicht gibt es dafür auch einen neuen Vertrag bei den Bayern.
In der Startaufstellung sorgte Bayern-Trainer Vincent Kompany für eine Überraschung. Josip Stanisic lief als Linksverteidiger auf. Die linke Abwehrseite ist aktuell die größte Sollbruchstelle bei den Münchnern. Die Erstbesetzung Alphonso Davies fällt mit einem Kreuzbandriss monatelang aus. Hiroki Ito hätte den Kanadier vertreten können, doch brach sich gegen St. Pauli erneut den Mittelfuß. Auch der Japaner wird also für mehrere Monate keine Option sein.
Foto: IMAGO
Raphael Guerreiro könnte den linken Part in der Viererkette noch übernehmen, doch gegen St. Pauli spielte der Portugiese schwach. Überhaupt leistete er sich auf dieser Position schon mehrere ungute Auftritte auf dieser Position.
Stanisic lieferte in Augsburg einen fehlerfreien Auftritt auf der für ihn ungewohnten Position – normalerweise ist der kroatische Nationalspieler auf der rechten Seite oder in der Innenverteidigung beheimatet. Gegen den FCA hatte Stanisic nicht mit vielen Drucksituationen zu tun, trotzdem zeigte sein abgeklärter Auftritt: Stanisic ist eine Option als Linksverteidiger. Und genau das brauchen die Bayern in den anstehenden, entscheidenden Saisonspielen. Gut möglich, dass man Stanisic nicht das letzte Mal auf der linken Abwehrseite gesehen hat.