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·19 Maret 2026
Einerseits, andererseits: Soll Said El Mala den 1. FC Köln im Sommer verlassen? Gründe dafür und dagegen

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Hendrik Broschart
19 März, 2026
Es ist kaum vorstellbar, dass Said El Mala mit dem FC in die 2. Bundesliga geht. Aktuell sieht es so aus, als würde der Youngster die Geißböcke so oder so im kommenden Sommer verlassen. Tatsächlich gibt es dafür gute Gründe. Allerdings auch gute, die für einen Verbleib sprechen. Die COFC-Reporter Hendrik Broschart und Simon Bartsch haben die Argumente gesammelt.

Said El Mala jubelt nach dem Ausgleich gegen den FC Augsburg
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Als Christian Keller im Sommer der Transfersperre nach und nach junge Talente unter Vertrag nahm und direkt wieder verlieh, da mag der ein oder andere Fan einen gewissen blinden Aktionismus beim damaligen Sportchef ausgemacht haben. Der Tenor „Hauptsache etwas machen“ hätte zwar nicht so wirklich zu dem Analysten Keller gepasst, eine etwaige Motivation wäre angesichts der trostlosen Transferzeit aber durchaus verständlich, wenn auch nicht zwingend logisch gewesen. Dass sich unter den verpflichteten Spielern ein absoluter Rohdiamant befinden würde, war nicht abzusehen, ist aber genauso eingetreten. Nicht nur das: Der kometenhafte Aufstieg von Said El Mala ist beeindruckend. Newcomer der 3. Liga, Bundesliga-Debüt, Topscorer der Geißböcke und Fast-Nationalspieler.
Es ist nur folgerichtig, dass die Kölner Fans dem Shootingstar zu Füßen liegen und genauso folgerichtig ist der Vergleich zu Lukas Podolski. Am Geißbockheim gibt es zum ersten Mal seit dem Weltmeister von 2014 ein Eigengewächs, dass schon in seiner Premieren-Saison das Zeug zur Kölner Identifikationsfigur hat. Schon jetzt flitzen die El-Mala-Trikots in sämtlichen Größen über die Sportplätze des Rheinlands. Mit seinen 19 Jahren ist der gebürtige Krefelder der absolute Star der Mannschaft. Der Hype, dessen Ursprung den Medien nachgesagt wird, der aber zum Großteil der erstaunlichen Leistung des Offensivspielers geschuldet ist, ist die logische Konsequenz der unermesslichen Sehnsucht nach einem neuen Prinzen. Der Youngster ist Balsam auf der zuletzt doch arg geschundenen und strapazierten Geißbock-Seele.
In einer idealen rot-weißen Welt würde diese Liaison von gestillter Sehnsucht eines Kölner Stars und sportlicher Leistung niemals enden dürfen. Die Fußball-Welt ist weder rot-weiß noch ideal, dennoch lief auch ein Lukas Podolski drei Jahre für die Profis des FC auf, bevor es die spätere Legende in die weite Welt zog. Warum sollte El Mala nicht den gleichen Weg gehen? Dass der 19-Jährige kein fertiger Spieler ist, seine Baustellen hat, steht außer Frage. Der Youngster fühlt sich in Köln wohl, kennt das Umfeld, hätte einen Verein, bei dem er viel Spielzeit sammeln würde und sich so weiterentwickeln könnte. Es ist alles andere als gesagt, dass El Mala in England oder bei den Top-Teams Europas seine Einsatzzeit bekommen würde.
Die verehrenden Kölner Fans würden dem Youngster sicherlich den ein oder anderen sportlichen Fehltritt verzeihen, wie sie es einst auch bei Prinz Poldi gemacht haben. Zweifelsfrei sind die kolportierten Millionen von 35 bis 45 Millionen Euro reizvoll, immerhin gibt es im Sommer einige Ablösen zu zahlen, die die Leihkonstrukte mit sich bringen, aber ist bei El Mala nicht noch mehr möglich? Mal angenommen, der 19-Jährige fährt doch mit zur WM und spielt ein starkes, ein erfolgreiches Turnier – bei der nächsten Einschätzung des Online-Portals transfermarkt.de würde die Ablöse sehr schnell die 50, vielleicht die 60-Millionen Euro-Marke knacken. Und dann würden andere englische Clubs andere Summen auf den Tisch schmeißen.
Auch mit einem weiteren erfolgreichen Jahr in der Bundesliga würde der Marktwert wohl noch einmal steigen. Der Vertrag läuft bekanntlich noch bis 2030, es gibt keine Ablöse. Der FC kann also locker eine weitere Saison die Entwicklung des Spielers abwarten und dann statt einer Hand beide Hände aufhalten. Vor allem aber zeigt die aktuelle Saison die sportliche Bedeutung des Youngster. Said El Mala hat neun Treffer erzielt, vier weitere vorbereitet. El Mala ist damit nicht nur an nahezu jedem dritten Treffer der Geißböcke direkt beteiligt, der Offensivspieler hat den Kölnern durch seine Tore viele Punkte beschert. Punkte, ohne die die Situation im Abstiegskampf nahezu aussichtslos wäre. Es wird schwer einen adäquaten Ersatz zu finden. Und in der jüngeren Vergangenheit haben die über Jahre hinweg nicht ersetzten Leistungsträger zu massiven Problemen geführt.
Ein möglicher Wechsel von Said El Mala zu Brighton & Hove Albion hätte das Potenzial, zum Musterbeispiel für die strategische Neuausrichtung im erzielen hoher Transfererlöse durch die Ausbildung vielversprechender Talente zu werden. Aus Vereinssicht ist die Argumentation nahezu zwingend. Eine Ablösesumme von rund 35 Millionen Euro plus Boni, wie die „BILD“ zuletzt hat verlauten lassen, würde El Mala nicht nur zum teuersten Abgang der Vereinsgeschichte machen und den bisherigen Rekord von Anthony Modeste (Der Franzose ging damals für 29 Millionen nach China zu TJ Tianhai) klar übertreffen. Das wäre kein bloßer Transfererfolg, sondern ein Statement. Köln würde eindrucksvoll demonstrieren, dass der eingeschlagene Weg trägt. Junge Spieler verpflichten, entwickeln und gewinnbringend verkaufen. Ein Deal dieser Größenordnung wäre die Bestätigung dieses Modells in Reinform.
Auch mit Blick auf das stets rumorende Innenleben des Klubs spricht vieles für einen Schnitt. Die Beziehung zwischen El Mala und Trainer Lukas Kwasniok entwickelte sich in dieser Saison zum wiederkehrenden Diskussionsthema. Jede Entscheidung rund um den Offensivspieler wurde seziert, jede Personalie aufgeblasen. Zwischenzeitlich entstand der Eindruck eines abgekühlten Verhältnisses. Ein Wechsel würde diese Dauerdebatte abrupt beenden und dem Umfeld des 1. FC Köln die dringend benötigte Ruhe verschaffen. Der Fokus könnte wieder konsequent auf dem Sportlichen liegen, statt auf Nebenschauplätzen. Es würden wieder Pressekonferenzen vergehen, an denen Kwasniok keine Frage zu El Mala beantworten müsste, was der FC-Coach sicherlich begrüßt.
Sportlich wirkt der Schritt ebenso folgerichtig. El Mala hat in der Bundesliga nachdrücklich bewiesen, wie schnell er sich an ein höheres Niveau anpassen kann. Der Sprung aus der dritten Liga galt einst als Wagnis, entpuppte sich jedoch als Erfolgsgeschichte. Heute steht ein Spieler, der nicht nur mithält, sondern Spiele prägt. Vor diesem Hintergrund verliert die Frage nach der vermeintlich zu großen Premier League an Gewicht. Vielmehr drängt sich der Eindruck auf, dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist.
Brighton bietet dafür nahezu ideale Bedingungen. Der Klub steht wie kaum ein anderer für nachhaltige Spielerentwicklung auf höchstem Niveau. Junge Talente erhalten Vertrauen, Verantwortung und eine klare sportliche Perspektive. Gleichzeitig fungiert der Verein als Sprungbrett in die europäische Spitze. Für El Mala könnte der Wechsel an die Südküste Englands genau der entscheidende Zwischenschritt sein, um sich dauerhaft auf Topniveau zu etablieren. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist zudem das familiäre Umfeld. Berichten zufolge wäre auch ein Wechsel von Malek El Mala Teil des Gesamtpakets. Für Said El Mala wäre das ein entscheidender Stabilitätsanker.
Sein Bruder spielt eine zentrale Rolle in seiner Entwicklung. Dass ein früherer Wechsel zu Borussia Dortmund unter anderem an diesem Punkt scheiterte, unterstreicht die Bedeutung dieses Aspekts. In Brighton könnte er sportlichen Fortschritt und persönliches Gleichgewicht miteinander verbinden. Hinzu kommt die Arbeit unter Fabian Hürzeler. Der Trainer gilt als eines der spannendsten Profile im europäischen Fußball. Seine intensive, fordernde Spielweise verlangt den Spielern körperlich und mental alles ab. Genau darin liegt für El Mala eine große Chance. Bereits unter Kwasniok wurde deutlich, wie sehr ihn ein solches System fordert. In der Premier League wird diese Intensität zum Dauerzustand. Für einen Spieler mit seinem Potenzial gibt es kaum ein besseres Umfeld, um den nächsten Entwicklungsschritt zu erzwingen und sein Maximum abzurufen.


Langsung







































